Nur in Sonderfällen erlaubt

Desinfektion von Trinkwasser-Installationen

Verkeimte Trinkwasser-Installationen in einem gesundheitsgefährdenden Ausmaß sind keine Seltenheit. Insbesondere Legionellen stellen eine reale Gesundheitsgefahr dar. Daher wird die prophylaktische und nachträgliche chemische Desinfektion wieder häufiger diskutiert. Für einen langfristigen Erfolg gegen Bakterien im Trinkwasser ist die Desinfektion jedoch eine stumpfe Waffe. Auch die „Energiespar-Idee“, bei kontinuierlicher Trinkwasserdesinfektion die Warmwassertemperatur im System abzusenken, ist weder effektiv noch gemäß dem Minimierungsgebot der Trinkwasserverordnung (TrinkwV § 6 Abs. 3) gestattet. Desinfektionsmaßnahmen sind generell nur in engen Grenzen erlaubt und an zahlreiche Bedingungen geknüpft.

Im Rahmen der Capnetz-Studie [1] im Jahr 2008 ermittelten die Wissenschaftler für Deutschland jährlich 15.000 bis 30.000 Krankheitsfälle durch Legionellen. Die Mortalität lag schätzungsweise bei 1.500 bis 2.000. Welchen Anteil daran verkeimte Trinkwasser-Installationen als Infektionsort haben, ist allerdings nicht mit letzter Sicherheit zu ermitteln. Hier lässt jedoch eine Statusanalyse aufhorchen, die der Arbeitskreis Trinkwasser­analytik der Firmen im Gas- und Wasserfach (figawa) schon zum zweiten Mal in Auftrag gab. 

Für die erste Statusanalyse 2015 wurden über eine Million Datensätze von...

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