Kommentar

Wenn der Nachwuchs fragt: „Was ist eigentlich Gebäudetechnik?“ Die Zukunft der Branche hängt vom Image ab

Bisher ist es den Unternehmen der TGA-Branche immer wieder gelungen, Mitarbeiter zu werben. Der Stapel der Initiativbewerbungen wird zwar immer dünner und eventuell versiegt er sogar ganz, aber noch ist es keine unlösbare Aufgabe. Geduld und viel Mühe sind aber jetzt schon erforderlich, um offene Stellen zu besetzen. Es wäre jedoch einfacher, wenn unsere Branche bekannter wäre.

 

Die Branche „Technische Gebäudeausrüstung“

„Branche“ – das Wort assoziiert eine starke und große Gemeinschaft. Jeder verbindet damit bestimmte Vorstellungen, beispielsweise viele Firmen, große und kleine Unternehmen...

Bisher ist es den Unternehmen der TGA-Branche immer wieder gelungen, Mitarbeiter zu werben. Der Stapel der Initiativbewerbungen wird zwar immer dünner und eventuell versiegt er sogar ganz, aber noch ist es keine unlösbare Aufgabe. Geduld und viel Mühe sind aber jetzt schon erforderlich, um offene Stellen zu besetzen. Es wäre jedoch einfacher, wenn unsere Branche bekannter wäre.

 

Die Branche „Technische Gebäudeausrüstung“

„Branche“ – das Wort assoziiert eine starke und große Gemeinschaft. Jeder verbindet damit bestimmte Vorstellungen, beispielsweise viele Firmen, große und kleine Unternehmen inklusive einiger Marktführer, viele Arbeitsplätze und eine Vielzahl verschiedener Berufe. Bekannte Branchen treten medienwirksam auf: Die Hersteller von KFZ und IT-Produkten haben es einfach, da sie den Endverbraucher ansprechen. Andere sind weniger bekannt, weil sie im gesellschaftlichen Bewusstsein nicht als Branche wahrgenommen werden. Dazu gehören auch wir, die „Technische Gebäudeausrüstung“.

Sind wir überhaupt eine Branche? Sind wir überhaupt eine starke Gemeinschaft? Treten wir gemeinschaftlich mit toller Werbung in den Medien auf? Nein, das tun wir nicht, weil unsere Auftraggeber die allabendliche Fernsehwerbung nicht als Entscheidungskriterium verwenden. Nein, das tun wir nicht, weil wir keine starke Gemeinschaft sind.

Der gesamte Bauprozess ist ein Sammelsurium von Gruppen mit unterschiedlichen Interessen: Projektsteuerer, Ingenieure aus Planungsbüros, Sachverständige, Komponentenhersteller, der Handel bzw. die Lieferanten, ausführende Firmen aller Größenordnungen – vom Handwerker bis zum international agierenden Konzern – und FM-Unternehmen. Diese Grüppchen teilen sich oft noch in Auftraggeber- und Auftragnehmerseite oder danach, ob ein Kauf-, ein Werk- oder ein Dienstleistungsvertrag den Leis-tungsinhalt bestimmen. Eigentlich arbeiten sie aber alle für das Ziel, dem Investor pünktlich ein mangelfreies Werk ohne Kosten-überschreitung abzuliefern. Da wäre sie dann wieder, die Branche – die starke Gemeinschaft derer, die alle an einem Strang ziehen.

Aber sie tun es oft nicht. Sie organisieren sich in ihren eigenen Interessenvertretungen, wie VBI, VDMA, FGK, ZVSHK, BTGA, BDH, bvbf, u.v.a.m. Alle agieren im Wesentlichen autark und jeder macht seine eigenen Kampagnen, seine eigene Werbung, seine eigene Zielgruppenansprache. Dabei eint uns die Suche nach Nachwuchs. Ob Ingenieur, Monteur, Kaufmann, Logistiker oder CAD-Fachfrau, wir brauchen sie alle!

 

Das Image der „Technischen Gebäudeausrüstung“

In den Medien und damit im gesellschaftlichen Bewusstsein ist das Bild unserer Branche vor allem durch Pfusch am Bau, Kostenüberschreitungen, Mängel auf Großbaustellen und ewig nicht kommenden Handwerkern geprägt. Nicht gesehen werden die Zukunftsaussichten, die Vielfalt der Berufe und die technischen Highlights. Keiner spricht von unserem Betrag zum Umweltschutz und zur Energieeinsparung und davon, dass ohne uns das Gebäude eine leere Hülle wäre.

 

Nachwuchs durch gemeinsames Handeln gewinnen

Spontane Umfragen in Schulen bestätigen: Unsere Branche exis-tiert praktisch nicht. Wie sollen sich Schülerinnen und Schüler für unsere Unternehmen entscheiden, wenn sie uns nicht kennen? Einzelne Berufe kennen sie vielleicht, es ist aber wesentlich einfacher, eine Branche bekannt zu machen als viele einzelne Berufe. Und der Wettbewerb zwischen den Branchen wird größer werden, je weiter der demographische Wandel fortschreitet.

Unsere gemeinsame Zielgruppe sind junge Menschen. Um diese zu erreichen, lohnt es sich, Grenzen zu überschreiten und gemeinsam zu handeln. Wir müssen darstellen, dass unsere Branche groß ist, dass sie viel Potential und fantastische Zukunftsperspektiven bietet. Bisher wissen das viel zu wenige.

Der Landesverband Berlin/Brandenburg führt deshalb eine „Nachwuchskampagne Gebäudetechnik“ durch, zu der unter anderem ein Schülerwettbewerb und ein Tag der offenen Tür am 25. März 2017 gehören. Vor Ort wird damit den jungen Menschen gezeigt, was unsere Branche ist. Das geschieht durch Planer, Handel, Ausführende, Hoch- und Berufsschulen – durch alle gemeinsam! Gut wäre es, wenn das bundesweit gelänge.

Weitere Informationen zur „Nachwuchskampagne Gebäudetechnik“ finden Sie unter [Link auf http://]

karriere-gebaeudetechnik.de.

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