Infrastrukturprojekt Vodafone Campus
Risiken minimiert, Kosten gespart, Bedienkomfort erhöhtGebäude von Kommunikationsunternehmen zählen zu den kritischen Infrastrukturen. Die sicherheits- und brandschutztechnischen Anforderungen sind hier höher als in einem üblichen Büro- oder Verwaltungsgebäude. Beim Bau der neuen Zentralverwaltung der Vodafone GmbH in Düsseldorf ging es deshalb nicht nur um ein modernes Gebäude, sondern auch um wegweisende Technik – vor allem im Bereich der Sicherheit. Ziel war es außerdem, die Bedienung der Sicherheitstechnik für die Mitarbeitenden so einfach wie möglich zu gestalten. Deshalb sollte die Technik künftig auch per Mobiltelefon zu bedienen sein. Der Generalübernehmer, die Arbeitsgemeinschaft Zechbau/Züblin, und Vodafone entschieden sich u.a. für eine hochintegrierte brandschutz- und sicherheitstechnische Infrastruktur.
Die Historie des Projekts: Im Jahr 2003 gewannen die HPP Architekten den städtebaulichen Wettbewerb zur Neuordnung des Areals der ehemaligen Gatzweiler Brauerei am Heerdter Dreieck in...
Die Historie des Projekts: Im Jahr 2003 gewannen die HPP Architekten den städtebaulichen Wettbewerb zur Neuordnung des Areals der ehemaligen Gatzweiler Brauerei am Heerdter Dreieck in Düsseldorf. Die Umgestaltung des Verkehrsknotens war für Vodafone eine der Voraussetzungen zur Ansiedelung der neuen Deutschland-Zentrale auf der Brachfläche. Für den Kommunikationskonzern eröffnete sich dadurch die Möglichkeit, die bisher sieben Einzelstandorte innerhalb Düsseldorfs auf dem neuen Campus zusammenzuführen. Den Auftrag für die schlüsselfertige Erstellung des für ca. 5000 Mitarbeiter konzipierten Campus erhielt die Arge Zechbau/Züblin, die das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem künftigen Mieter Vodafone umsetzte. Eine der Vorgaben von Vodafone an Architekten und Generalübernehmer war die Schaffung eines neuen Wahrzeichens in Düsseldorf, das die Werte und die Kultur von Vodafone nach außen und innen repräsentiert. HPP Architekten umschreiben ihren Auftrag so: „Die innovative architektonische Gestaltung des Neubaus spiegelt die teamorientierte Unternehmenskultur wider und verbindet dabei hohe Nutzerqualität mit Energieeffizienz.“ Für die Energieeffizienz des Hauses strebt Vodafone die Zertifizierung nach dem Green-Building-Standard LEED in Gold an.
Innovative Sicherheitslösungen
Mit dem Bau des neuen Verwaltungsgebäudes stellte sich für die Abteilung Unternehmenssicherheit von Vodafone auch die Frage nach einer langfristig angelegten sicherheitstechnischen Gesamtlösung, die auch andere Vodafone-Liegenschaften in Deutschland und Europa mit einschließt.
Schnell wurde den verantwortlichen Vodafone-Mitarbeitern klar, dass mit einer klassischen gewerkespezifischen Vergabe einzelner sicherheitstechnischer Gewerke alleine nicht die anvisierten langfristig angelegten Innovations- und Integrationsstrategien zu verwirklichen sind. Eine Überlegung von Vodafone war beispielsweise, im ersten Schritt den Firmenausweis und zu einem späteren Zeitpunkt die SIM-Karte des Mobiltelefons zur Bedienung des Zutrittskontroll- und Schließsystemens, zur Ansteuerung von Druckern und Kopierern und als mobile Brieftasche zu verwenden.
Bei der Suche nach einem Partner für dieses Projekt zeigte sich, dass durchgängige Sicherheitsprozesse eine sehr hohe Integrationstiefe erfordern, die vom Sensor in der Feldebene bis zum Managementsystem reichen. Als eines von wenigen Unternehmen bot Siemens ein innovatives Konzept für die brandschutz- und sicherheitstechnischen Anlagen an, das auch die von den Vodafone-Mitarbeitern der Abteilung Unternehmenssicherheit gewünschten hochintegrierten, softwarebasierten Verknüpfungen beinhaltete. Dazu zählte beispielsweise die Vernetzung des Zugangskontrollsystems von Siemens mit der Videoüberwachungsanlage bereits auf der Feldebene. Auch die von Siemens angebotene Lösung für die Sicherheitsleitzentrale (SLZ) mit anschließender administrativer Betreuung der bundesweiten und internationalen Aufschaltungen ist in diesem Umfang in Deutschland bisher einmalig.
Überzeugt hat die Vodafone-Experten außerdem die Kompetenz von Siemens auf dem Gebiet des internationalen Übertragungsstandards Near Field Communication (NFC = Nahfeldkommunikation), den Vodafone künftig unter anderem beim Zutrittskontrollsystem einsetzen will.
Zugangskontrolle
über NFC-Standard
Die Verwaltung von Zutrittsmedien wie Schlüssel, Transponder und Zutrittskarten ist für ein Unternehmen mit einer hohen Mitarbeiterzahl wie Vodafone mit einem sehr hohen Aufwand und – bei Verlust – auch mit einem Sicherheitsrisiko und Kosten verbunden. Beim neuen Campus ging das Unternehmen deshalb neue Wege und entschied sich für den Einsatz und die Bedienung der Zutrittskontroll- und Schließanlage über nur noch ein Zutrittsmedium. Transponder und Schlüssel gehören damit der Vergangenheit an. Aktuell erfolgt die Bedienung der Siport Zutrittskontrollanlage von Siemens und die Bedienung der elektronischen Schließanlage von SimonsVoss über den Firmenausweis. Der Vorteil liegt darin, dass die Zugangsdaten über gesicherte Protokolle per Datenleitungen oder Funk übertragen und von Operator-Arbeitsplätzen durch Vodafone Mitarbeiter verwaltet werden. Für die individuelle Zugangsberechtigung wurde der Vodafone-Firmenausweis mit einer speziellen Kartenparametrierung ausgerüstet. Diese ermöglicht außerdem die anderen Applikationen am Campus wie Zutrittskontrollle, Kantinendaten, elektronische Schließzylinder oder die Bedienung von Druckern und Kopierern. Bei etwa 1000 Türen und hunderten von Firmenausweisen mit selektiven Zugangsberechtigungen wird die Schlüsselverwaltung dadurch einfacher und sicherer.
Die elektronischen Zugangskontrollsysteme erleichtern auch die Vergabe von Zugangsrechten für Mitarbeiter von Fremdfirmen, die in kritischen Technikbereichen arbeiten. Hier lässt sich im Bedarfsfall nachvollziehen, wer wann welchen Gebäudebereich oder Raum betreten hat, wie lange Türen offen standen und wann ein Zugangsrecht gelöscht wurde.
Vodafone legt großen Wert darauf, dass die Kartenleser, das digitale Schließzylindersystem sowie weitere Applikationen mit ein und derselben Karte funktionieren. Mittelfristiges Ziel von Vodafone ist die komplette Implementierung der Zugangsberechtigungen in ein Mobiltelefon mit NFC-SIM-Karte. Siemens hat die Kartenleser und Schließzylinder auf dem Vodafone Campus deshalb bereits mit NFC-Funktionen ausgerüstet. Ein Wechsel von der Karte beziehungsweise vom Firmenausweis zum Handy mit NFC-Funktion ist deshalb ohne Komplettaustausch der Technik möglich. Derzeit werden in einem Test Mobiltelefone mit NFC-SIM-Karten zur Ansteuerung der Zutrittskontrolle, der Schließzylinder, der Drucker und der Kopierer sowie zur bargeldlosen Bezahlung im Campus unter Alltagsbedingungen untersucht.
Tausend Türen in mehr
als hundert Varianten
Eine besondere planerische und technische Herausforderung war die Ausstattung von über 1000 Türen in 175 verschiedenen Türausführungen mit der jeweils benötigten sicherheitstechnischen Peripherie wie Kartenleser,Sprechstelle, Videokamera und Fluchttürterminal. Hinzu kommen Magnet- und Riegelkontakte, unterschiedliche Schaltungen und Programmierungen sowie umfangreiche Verknüpfungen. Besonders die Schnittstelle Tür/Türmechanik zur Elektrotechnik und Elektronik erforderte eine sehr intensive Planung, da verschiedene Berufswelten – Türbauer, Elektriker, Roh- und Fassadenbauer sowie IT- beziehungsweise Softwarespezialisten – unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Auch der Aufwand für die akribische Dokumentation der über 1000 Türen erwies sich wegen der Vielfalt an Tür-, Kontroll- und Kabelvarianten als aufwendig, aber unverzichtbar.
Videoüberwachung mit Rückverfolgbarkeit
Bei schützenswerten Gebäuden und Liegenschaften kommt der Überwachung des Gebäudes, der sicherheitsrelevanten Bereiche sowie der unmittelbaren Umgebung der Liegenschaft eine große Bedeutung zu. Auch Vodafone hat seine bislang schon sehr hohen Sicherheitsansprüche bei der Konzeption der Videoüberwachungssysteme im Campus-Neubau an den aktuell technischen Möglichkeiten weiter angepasst und innovativ ausgebaut.
Dazu zählen die sogenannte Außenhautüberwachung mittels virtueller Rundgänge sowie die Überwachung der Zugänge und Zufahrten zum Gebäude und zu den sensiblen Bereichen. Hinzu kommt die Überwachung der Türen von rund 80 sicherheitsrelevanten Technikräumen mittels Kameras mit integrierter Aktivitätserkennung. Sobald eine Bewegung registriert wird oder Personen ohne Zugangsberechtigung gesicherte Bereiche betreten, speichert die Kamera die dazugehörenden Alarmbilder und sendet sie an die Sicherheitszentrale.
Da auf dem Campus Videokameras mit HD-Qualität installiert sind, ist eine Speicherkapazität von rund 500 Terabyte für die vorgesehene 30-Tage-Speicherung notwendig. In ereignislosen Situationen zeichnen diese Kameras mit minimierter Bildfrequenz auf. Erst bei Alarmmeldungen, zum Beispiel „Tür zu lange offen“, schalten sie auf eine höhere Frequenz um. Alle Speichermedien sind so bemessen, dass Ereignisse sowohl in sicherheitsrelevanten Technikbereichen als auch auf den campusinternen Verkehrs- und Erschließungsflächen rückverfolgt werden können. Wegen der hohen zu bewältigenden Datenmenge sowie weiteren sicherheitstechnischen Überlegungen ist die Videoanlage dezentral aufgebaut. Alle Überwachungsregularien sind im Vorfeld mit dem Betriebsrat abgestimmt worden.
Dezentrale Systeme
Um die einzelnen Gebäudeteile des Vodafone Campus flexibel nutzen zu können, sind alle gebäudetechnischen Systeme (Zugangskontrolle, Video, Sprachalarmierungsanlage, Behördenfunkanlage, Brandmeldeanlage und Gebäudeautomation) auf die Unterzentralen in den jeweiligen Gebäuden geschaltet. Diese Art der Dezentralisierung spart eine aufwendige Kabelverlegung und ermöglicht die unterschiedliche Nutzung der einzelnen Campus-Gebäude.
Pro Gebäude eine Gefahrenmeldeanlage
Die Aufteilung des Campus in vier funktional autonome Gebäude setzt sich auch bei der Konzeption der Gefahrenmeldeanlagen fort. Durch die Wahl von vier multifunktionalen, komplexen „Sigmasys-L“-Zentralen ist der Betrieb als autonome Gefahrenmeldeanlage je Gebäude oder über das ausfallsichere bidirektionale Netzwerk „Sigmanet“ gebäudeübergreifend als vernetztes Gesamtsystem möglich. Dadurch behält das gesamte System auch bei einer Leitungsstörung seine volle Funktionalität.
Im Brandfall erfolgt die Alarmierung über das ebenfalls in die Sicherheitsleitzentrale integrierte Alarmierungs- und Evakuierungssystem. Die Branddetektion erfolgt primär durch optische Rauchmelder vom Typ „Sinteso“, die dank einer patentierten Signalauswertung die höchste Detektions- und Täuschungssicherheit gewährleisten. Hinzu kommen lineare Rauchmelder für die großen Foyer-, Veranstaltungs- und Hallenbereiche.
Für die Überwachung von Aufzugsschächten, Schaltschränken und Trafozellen werden Rauchansaugsysteme (RAS-Systeme) eingesetzt, da diese bei schwer oder nicht zugänglichen Räumen eine funktional sichere Brandüberwachung bieten. Eine wichtige Strategie ist, die Alarmierung zuerst auf den Ort der Rauchdetektion beziehungsweise die zugehörige Etage zu begrenzen, um Paniksituationen zu vermeiden und Evakuierungen auf den jeweiligen Brandabschnitt zu begrenzen.
Feuerwehr-Peripherie
Die enge Verknüpfung von Gefahrenmeldeanlagen, Sicherheitsleitzentrale und Feuerwehr ist ausschlaggebend für den Einsatzerfolg der Feuerwehr. Die zentrale Anlaufstelle für die Feuerwehr im jeweiligen Gebäude ist das Feuerwehr-Informationszentrum, bestehend aus dem Brandmeldeparalleltableau mit Übertragungseinrichtung, dem Feuerwehr-Bedienfeld und der Feuerwehr-Bedienstelle der Alarmierungsanlage. Feuerwehrpläne und die sogenannten Feuerwehr-Laufkarten sind zur Orientierung im Brandfall wichtig. Auch Hinweise auf spezifische Objekteigenschaften und mögliche Gefahren müssen in den Feuerwehrplänen dokumentiert sein, um ein schnelles Vorgehen bei der Brandbekämpfung zu ermöglichen.
Kommunikation per BOS-Feuerwehrfunkanlage
Verpflichtendes Kommunikationsmittel für die Feuerwehr ist der BOS-Funk, ein nichtöffentlicher mobiler UKW-Landfunkdienst, der nur von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) genutzt werden darf. Jedes Campus-Gebäude ist mit einer BOS-Anlage ausgestattet. Als Antenne ist auf dem Campus ein rund 5 km langes strahlendes Kabel verlegt. Außerdem wurden fünf terrestrische Antennen zur Funkausleuchtung der Tiefgarageneinfahrt und der Aufzugsschächte installiert. Die BOS-Anlagen gehen bei einem Brandalarm entweder automatisch in Betrieb oder sie werden manuell durch die Feuerwehr eingeschaltet. Parallel zur BOS-Feuerwehrfunkanlage hat Vodafone auf dem gesamten Campus ein ähnliches Antennenkabel für den Vodafone-eigenen Mobilfunk installiert. Damit kann auch in den Untergeschossen mobil telefoniert werden.
Sicherheitsleitzentrale
Zusammen mit den sicherheitstechnischen Anlagen zählt die SLZ auf dem Vodafone Campus im europäischen Vergleich zu den modernsten Anlagen ihrer Art. Die Leitstelle auf der Basis des Sicherheits-Informations-Managements „Topsis“ umfasst fünf Arbeitsplätze für Operatoren und Administratoren sowie vier Arbeitsplätze als Backup zur Umsetzung der Notfallkonzepte. Eine Besonderheit der webbasierenden Mehrplatzlösung ist das von Siemens entwickelte Kommunikationssystem VAS-B, das alle auflaufenden Kommunikationsströme wie Notrufabfrage, Telefonie (TK-Anlage), Sprachalarmierung und Sprechanlagen auf der Leitebene zu einer Gesamtlösung verbindet. Beispielsweise werden die Telefonnummern der ankommenden und abgehenden Anrufe der Leitstelle im Telefonjournal gespeichert. Damit ist ein Rückruf direkt aus dem Journal mit nur einem Mausklick möglich. Die früher notwendigen anlagenspezifischen Telefone, Schwanenhalsmikrofone und Sprechstellen sind damit überflüssig geworden – ein Touchscreen und ein Headset genügen.
Eine weitere Besonderheit der SLZ ist das so genannte Multiconsolingsystem. Es reduziert die Anzahl der Monitore in der Leitstelle und verbindet alle Arbeitsplatzrechner im Kontrollraum und in der Leitwarte miteinander. Damit hat das Sicherheitspersonal die Möglichkeit, per Mausklick die in der Leitstelle integrierten Systeme und Programme, zum Beispiel Gefahrenmeldeanlagen-Manager (GMA-Manager), Videomanagementsystem, MS-Office oder weitere Programme, auf jedem beliebigen Bildschirm zu aktivieren. Auch kann von jedem Leitstellenarbeitsplatz auf 20 bis 30 verschiedene Server-Rechner zugegriffen werden.
Eine weitere Funktion des in die Sicherheitsleitzentrale eingebetteten GMA-Managers ist die automatisierte Sprachalarmierung im Evakuierungsfall. Für die unmittelbare Information bei einem Alarm sind Texte mit Hinweisen auf Fluchtwege hinterlegt; diese Soundfiles werden automatisiert ausgegeben. Zur Absicherung wichtiger Gebäudeinfrastruktur-Einrichtungen besteht die Option, auch Meldungen aus der Gebäudeautomation und der Stromversorgung auf die SLZ zu schalten und zu überwachen. Dazu zählen beispielsweise die Klimaanlagen, unterbrechungsfreie Stromversorgungsanlagen (USV-Anlagen), Netzersatzanlagen und Niederspannungshauptverteilungen.
Um nicht mehrere Systeme für die Meldungsbearbeitung nutzen zu müssen, ist in die Leitstellentechnik die VdS-zugelassene Leitstellensoftware DSL4000 von ATS Elektronik, Wunstorf, inklusive eine VdS-konforme Schnittstelle an das übergeordnete Leitsystem Topsis installiert. Über diese Leitstellensoftware werden mehr als 50 % der Meldungen in der Sicherheitsleitzentrale generiert. Die Besonderheit von DSL4000 ist ihre Eigenschaft, alle externen Systeme über einen VdS-konformen Übertragungsweg abzubilden. Aus Sicht der Vodafone-Abteilung Unternehmenssicherheit kann keine andere Leitstellensoftware so hochkomplexe Liegenschaften wie den Vodafone Campus nach VdS-Kriterien an eine Sicherheitsleitzentrale anbinden und zugleich eine große Anzahl (mehrere tausend Aufschaltungen sind möglich) kleiner externer Liegenschaften, wie Filialen, Vermittlungsstellen und Bürogebäude, VdS-konform aufschalten und überwachen.
Betreibermodell für
Sicherheitsleitstelle
Sicherheitsleitstellen werden in der Regel vom Kunden gekauft. Doch wie in vielen Fällen ging Vodafone auch hier neue Wege und beauftragte Siemens, diese Leistung als Betreibermodell anzubieten. Dieses Betreibermodell bietet dem Kunden den Vorteil, dass die technische Betreuung und Gewährleistung der Funktionen in der Verantwortung von Siemens liegt. Während der gesamten Laufzeit wird die Sicherheitsleitzentrale von Siemens-Mitarbeitern administriert und kontinuierlich dem Stand der Technik angepasst.
Argon-Löschanlage
Der Schutz von Rechenzentren hat bei Kommunikationsunternehmen eine zentrale Bedeutung. Fallen Rechnerräume aufgrund eines Brandes aus, ist der Betriebsablauf oft nachhaltig gestört, selbst wenn externe Rechenzentren die notwendige Redundanz bereitstellen. Vodafone entschied sich, den etwa 500 m2 großen Rechnerraum auf dem Campus mit einer Argon-Löschanlage auszurüsten. Das Edelgas Argon verdrängt den Luftsauerstoff. Dadurch wird der Brand erstickt, die Minimalversorgung mit Sauerstoff der Personen im Raum bleibt aber gewährleistet. Der Vorteil: Menschen, Rechner und elektrische Anlagen werden durch das Argon nicht geschädigt.
Um eine möglichst homogene Flutung des Rechnerraumes zu erreichen, wird das Löschgas im Falle eines Brandes gleichmäßig im Doppelboden, unterhalb des Flächenrostes und an der Decke über insgesamt 65 Düsen ausgebracht. Die Argon-Löschanlage verfügt über ca. 4 t Löschgas.
Montage in Rekordzeit
Die Arge Zechbau/Züblin und die Mitarbeiter der Vodafone-Abteilung Unternehmenssicherheit legten von Beginn an sehr viel Wert auf eine ausgefeilte Planung und hatten eine genaue Vorstellung von den Funktionalitäten der sicherheitstechnischen Anlagen. Dadurch konnte Siemens nur einen Monat nach dem Bestelleingang im Januar 2012 mit der Montage der Sicherheitsgewerke am Campus beginnen. Dafür waren bis zu 150 Sicherheitsexperten gleichzeitig auf der Großbaustelle beschäftigt. Auch die Ausstattung und die Funktionen der Sicherheitsleitzentrale, die Vodafone direkt bei Siemens in Auftrag gegebenen hatte, wurden im Vorfeld detailgenau festgelegt. Die Auftragserteilung an Siemens erfolgte im Juni 2012. Bereits im Juli wurde mit der Implementierung begonnen, und am 15. Dezember 2012 ging die Sicherheitsleitzentrale termingerecht in Betrieb.
Fazit
Die Sicherheitstechnik von heute besteht zunehmend aus integrierten Systemen, die in einem hohen Maße softwareseitig auf der Feldebene verknüpft sind. Nur so lassen sich komplexe Funktionen, wie zum Beispiel Steuerungen zwischen Zugangskontrollsystemen, Türterminal, Sprechanlage und Videoanlagen, realisieren. Schon jetzt zeichnet sich bei dem innovativen Unternehmen Vodafone ab, dass bereits in naher Zukunft Mobiltelefone mit NFC-Technologie die heute üblichen Zugangskarten und Transponder ablösen werden. Dies vereinfacht das zentrale Zugangskontrollmanagement von verteilten Gebäuden und Liegenschaften, besonders auch bei temporären Zugangsberechtigungen. Der große Vorteil von NFC liegt in der Nutzung des bestehenden Mobilfunknetzes.
Auf der Ebene der Sicherheitsleitstellen sind es die Integration, Verknüpfung und Steuerung von GMA-Manager, das bildschirmgeführte Kommunikationssystem VAS-B und das Multiconsoling, die erheblich zur Entlastung des Leitstellenpersonals beitragen.
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