Heizzeiten an Anwesenheit anpassen

Einzelraumregelung in mischgenutzten Gebäuden

Für die zeitprogrammierte Einzelraumregelung gibt es ein breites, weit über die „normale“ Wohnung hinausgehendes Anwendungsfeld. Ganz pauschal gesagt, ist die Anwendung einer elektronischen Einzelraumregelung immer dann eminent wichtig, wenn es Zeiten geringer Nutzung, Leerstand und/oder von den Gebäudeheizzeiten abweichende Nutzungszeiten für eine Wohneinheit gibt.

Nicht selten werden Wohneinheiten in Mehrfamilien­häusern durch Freiberufler gewerblich genutzt. Da gibt es, um nur einige Beispiele zu nennen, Architekten, Fachingenieure, Anwälte, Notare, Ärzte oder Thera­peuten, die ihre Räumlichkeiten in einem Wohngebäude haben. Die Büro- bzw. Sprechstundenzeiten sind jedoch ­– und das liegt in der Natur der Sache – völlig abweichend zu einer Wohnnutzung. Wird eine Wohnung von zum Beispiel 6 Uhr bis 22 Uhr beheizt, trifft diese Nutzungszeit mitnichten auf ein Architekturbüro oder eine Arztpraxis zu, die eventuell montags bis freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr...
Nicht selten werden Wohneinheiten in Mehrfamilien­häusern durch Freiberufler gewerblich genutzt. Da gibt es, um nur einige Beispiele zu nennen, Architekten, Fachingenieure, Anwälte, Notare, Ärzte oder Thera­peuten, die ihre Räumlichkeiten in einem Wohngebäude haben. Die Büro- bzw. Sprechstundenzeiten sind jedoch ­– und das liegt in der Natur der Sache – völlig abweichend zu einer Wohnnutzung. Wird eine Wohnung von zum Beispiel 6 Uhr bis 22 Uhr beheizt, trifft diese Nutzungszeit mitnichten auf ein Architekturbüro oder eine Arztpraxis zu, die eventuell montags bis freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet haben, Schließtage oder -nachmittage noch nicht eingerechnet. Bei zwei Schließnachmittagen in der Woche und dem Wochenende kommen Freiberufler somit auf drei Tage, an denen sie ihre Räumlichkeiten unnötig heizen. Die Lösung des Problems abweichender Nutzungszeiten heißt Einzelraumregelung, denn damit können die Heizzeiten für das Büro oder die Praxis an die tatsächlichen Nutzungszeiten angepasst, entsprechend programmiert und so in der Folge Energie- und Heizkosten eingespart werden.

Nicht das Licht, die Heizung frisst den Strom

Die Anstrengungen zum Ener­gie­sparen entsprechen eher dem subjektiven Empfinden als den tatsächlichen Werten des Energieverbrauchs. So brennt in der Praxis kaum noch eine Leuchte zu viel, werden im Büro Solarleuchten installiert, Leucht­mittel gegen solche mit niedrigeren Leistungsdaten oder energiesparenden Techniken ausgetauscht – oder als „Stromfresser“ geoutete sogar per Gesetz gänzlich verboten. Aber selbst wenn sich so, oftmals mit nicht ganz billigen Investitionen, im Extremfall bis zu 80 % der Beleuchtungsenergie sparen lassen, sind das immer noch nur rund 2,5 % des gesamten häuslichen Energiebedarfes. Dabei lässt sich mit relativ geringem Aufwand bis zum Zehnfachen sparen. Nur dadurch, dass man – genauso wie beim Licht – die Heizung in den Räumen und zu den Zeiten abschaltet, in denen man sie nicht braucht. So sind je nach Nutzung der Räumlichkeiten bis zu 30 % weniger Heizenergie nötig.

Grundsätzlich wären die benötigten Einrichtungen dazu überwiegend schon vorhanden. Zumindest, wenn § 14 der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) eingehalten wird. Jener fordert nämlich eine zeit- und witterungsgeführte Regelung von Zentralheizungen sowie eine selbsttätig wirkende Einrichtung zur raumweisen Regelung der Raumtemperatur. In der Regel sind letzteres überwiegend Thermostatventile. Allerdings verfügen derzeit laut Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V. (BVF) noch über 2 Mio. Fußbodenheizungen weder über ein Zeitprogramm noch über eine Einzelraumregelung.

Aber selbst wenn alle geforderten Regeleinrichtungen vorhanden sind, geht kaum einer bei einer außerplanmäßigen Abwesenheit in den Keller und programmiert die Heizungsanlage um, schon gar nicht als gewerblicher Mieter in einem Wohnhaus. Auch beim Verlassen eines Raumes oder beim Lüften stellen die wenigsten Menschen am Verteilerkasten die betreffenden Kreise einer Fußbodenheizung ab oder dreht die Thermostatventile herunter; und das alles mehrmals am Tag unter Beachtung der individuellen Tot-, Speicher- und Aufheizzeiten des Systems sowie der jeweilig sinnvollen Temperaturabsenkung im betreffenden Raum. Bei Fußbodenheizungen dürfte das selbst für den engagiertesten Nutzer nicht mehr zu realisieren sein.

Ganz so einfach wie das Licht an- und ausknipsen ist die Sache mit der Heizung also doch nicht. Könnte sie aber sein. Dazu bedarf es lediglich eines der am Markt erhältlichen Systeme zur programmierbaren Einzelraumregelung. Dabei handelt es sich um „intelligente“ Regelsysteme, die quasi zwischen der zentralen Regelung des Wärmeerzeugers sowie der bisher recht starren Raumregelung angesiedelt sind und diese besonders effektiv individuell nach dem Nutzerverhalten beeinflussen.

Einsparen mit System

Mit einem Einzelraumregelungssystem wird nur dann geheizt, wenn tatsächlich Bedarf besteht. Bis zu acht Räume können so nutzungsabhängig und individuell mit Zeit- und Temperaturprogrammen geregelt werden. Da der Wärmebedarf jedes Raumes unterschiedlich ist, sorgt ein Einzelraumregelungssystem für die richtige Temperatur zur richtigen Zeit am richtigen Ort und spart dennoch bis zu 30 % der Energiekosten ein. Dazu werden die bestehenden Thermostatregler abgeschraubt und durch Funkregler ersetzt. Diese kommunizieren drahtlos mit einer Bedieneinheit, über welche die Programmierung und Bedienung des Systems erfolgt. So ist es beim Arzt im Behandlungszimmer, in dem man meist ausgezogen ist, etwas wärmer als im Wartezimmer, oder beim Anwalt im Büro etwas wärmer als im Archiv oder der Gemeinschaftsküche.

Der Einbau durch einen Installateur erfolgt schnell und sauber, da sich solche Systeme für eine Nachrüstung in Bestandsgebäuden bestens eignen. Alle Systemprodukte sind installationsfreundlich über ein 868-MHZ-Funksystem gekoppelt. 10 mW Sendeleistung reichen bei der Funktechnologie für bis zu 30 m Reichweite innerhalb des Gebäudes. So kann die Installation durchgeführt werden, ohne dass Kabelschlitze gezogen werden müssen. Über die Bedieneinheit mit Touchscreen-Display erfolgt dann die Programmierung der Räume. Die Menüführung ist logisch und einfach aufgebaut, so dass Anpassungen oder Veränderungen an der bestehenden Programmierung jederzeit selbst durchgeführt werden können.

Die Ersteinrichtung des Systems nimmt im Idealfall der Installateur nach Wünschen des Nutzers vor. Welche Räume nach welchem Zeitprogramm gesteuert werden sollen, sollte gemeinsam im Gespräch abgestimmt werden. Die Programmierung einzelner Räume kann der Nutzer dann auch selbst vornehmen, sozusagen als Teil der Einweisung ins System. Wenn alles erst einmal eingestellt ist, arbeitet das System quasi von allein.

Die Heizkörperregler sind an den Heizkörpern mit einer Sicherung versehen, so dass die Temperatur – zum Beispiel im Wartezimmer – manuell nur bedingt verstellt werden kann. So wird die Temperatur an den Schließnachmittagen automatisch früher heruntergeregelt als an regulären Arbeitstagen.

Eine „Fensteroffen“-Funktion, die bei schnellem Temperaturabfall die elektronischen Heizkörperregler im jeweiligen Raum für maximal 30 min schließt, hat sich ebenfalls im Betrieb bewährt.

An der Bedieneinheit kann per Fingerdruck die aktuelle Zimmertemperatur jederzeit geändert werden. Die dahinter liegende Programmierung bleibt davon unberührt. Auch Urlaubszeiten, Dienstreisen oder ganztätige Termine wie Gerichtstage, Baustellenbesichtigungen oder Kundenbesuche sind schnell und unkompliziert programmierbar: Dazu wird einfach Datum und Uhrzeit der Rückkehr eingegeben. Das System regelt danach während der Abwesenheit die Heizung, wie eingestellt, herunter und sorgt für geheizte Räume zur angegebenen Rückkehrzeit.

Passend für alle Heizsysteme

Ein Einzelraumregelungssystem kann aber mehr als nur Heizkörper regeln. Auch Fußbodenheizungen oder Mischsysteme mit Heizkörpern und Fußbodenheizungen kann man damit ansteuern.

Spezielle Heizungsregler bilden mit dem Bediengerät und Raumtemperaturfühlern ein in der Anwendung flexibles System für Fußbodenheizungen mit bis zu fünf, mit einem Erweiterungsmodul sogar bis zu acht Regelkreisen.

Lohnende Investition

Die Anschaffungskosten haben sich in rund drei Jahren amortisiert, und der Nutzer profitiert von einer zentralen Bedienung aller Räume durch ein modernes Touchscreen-Bediengerät. Ein weiterer Vorteil ist, dass man im Falle eines Umzugs das System einfach deinstallieren und mitnehmen kann.

Durch sein zeitloses Design fügt sich ein Einzelraumregelungssystem wie „evohome“ unauffällig in das bestehende Interieur ein, egal ob puristisch, elegant, modern, spartanisch oder gemütlich, ob alt oder neu, ob Praxis, Kanzlei oder Büro.

Das System sorgt stets für die richtige Temperatur zur richtigen Zeit am richtigen Ort und hilft dem Freiberufler, Energie und Heizkosten und damit bares Geld zu sparen. Denn im Gegensatz zur Heizungsanlage im Keller seines mischgenutzten Gebäudes läuft seine Heizung nicht durch, sondern regelt sich zeitabhängig je nach Nutzung selbst.

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