Feuerschutz und Design im „Trias“

Technischer Brandschutz für Leipziger Büroneubau

Am Leipziger Martin-Luther-Ring wurde mit dem ersten Neubau eines Bürogebäudes seit zehn Jahren in Leipzig nicht nur eine Baulücke auf der Rückseite des Rathauses geschlossen. Um die Büro- und Geschäftsflächen in dem hart umkämpften Leipziger Büroflächenmarkt erfolgreich zu platzieren, waren Alleinstellungsmerkmale wichtig. Design, Flexibilität, Sicherheit und Ambiente gelten dabei als Schlüsseleigenschaften, die das neue „Trias“ aufweist.

Mit Blick auf den Brandschutz stellen Flexibilität und Design besondere Ansprüche an den Büroneubau „Trias“ in Leipzig. Als Rückgrat für Sicherheit bei Feuergefahren hat sich der Auftraggeber, die formart GmbH & Co. KG, für einen Sprinklerschutz entschieden.

Alle zehn Obergeschosse wurden flächendeckend mit Sprinklerschutz ausgestattet, ohne die besonderen architektonischen Gestaltungelemente zu beeinträchtigen. Bedingt durch die flexible Raumaufteilung wurde ein grundrissunabhängiges System gewählt.

Bei der Installation des Sprink­lerschutzes galt es, den drei­ecki­gen Grundriss des Hauses...

Mit Blick auf den Brandschutz stellen Flexibilität und Design besondere Ansprüche an den Büroneubau „Trias“ in Leipzig. Als Rückgrat für Sicherheit bei Feuergefahren hat sich der Auftraggeber, die formart GmbH & Co. KG, für einen Sprinklerschutz entschieden.

Alle zehn Obergeschosse wurden flächendeckend mit Sprinklerschutz ausgestattet, ohne die besonderen architektonischen Gestaltungelemente zu beeinträchtigen. Bedingt durch die flexible Raumaufteilung wurde ein grundrissunabhängiges System gewählt.

Bei der Installation des Sprink­lerschutzes galt es, den drei­ecki­gen Grundriss des Hauses zu berücksichtigen. Diese Bauform ist unabdingbar, um das Gebäude perfekt auf dem Grundstück in der Innenstadt zu errichten und eine ansprechende Verbindung zu den benachbarten Häusern herzustellen. Unter mehreren Entwürfen hat die Jury – zu der auch Repräsentanten der Stadt Leipzig zählten – ein Konzept ausgewählt, dessen Fassade den Bauhausstil zitiert.

Im Inneren des Hauses ist der Brandschutz so konzipiert worden, dass große Flächen – in der Spitze mit rund 700 m2 – genauso geschützt werden, wie kleinere Einheiten von 250 m2. Damit kommen sowohl Call-Center mit entsprechenden Großraumbüros wie auch kleinere Mieter in Betracht, mit vergleichsweise geringem Flächenbedarf. Die flexible Raumaufteilung in jedem einzelnen Geschoss war eine der unabdingbaren Voraussetzungen des Neubaus.

Wasserversorgung der zweiten Art

Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, hat das Unternehmen HT Protect aus Hartmannsdorf bei Chemnitz die Sprinkleranlage nach der VdS-Richtlinie CEA 4001 ausgelegt. Für die zu schützenden Bereiche wurde eine Wasserversorgung der zweiten Art, bestehend aus einem 215 m3 fassenden Wasservorratsbehälter zusammen mit einer Pumpenanlage projektiert und installiert.

Innerhalb des Gebäudes wurde der Sprinklerschutz so konzipiert, dass nicht nur Flucht- und Rettungswege gesichert sind, sondern auf jeder Etage unabhängig von der Flächenaufteilung Brandschutz gewährleistet ist. Durch die variable Gestaltung von Wänden ist es zudem nicht möglich, auf normalerweise zur Verfügung stehende Zwischendecken-Hohlräume zurückzugreifen, um ein Sprinklerrohrnetz zu verlegen.

Eine sogenannte „Rasterplanung“, die üblicherweise bei solchen Gebäude eingesetzt wird, ließ sich durch Außenmauern in Dreiecksform sowie den in den Etagen befindlichen Stützen nicht einsetzen. Es galt also, individuelle Konzepte auszuarbeiten, um die Anforderungen innerhalb dieser Vorgaben so zu erfüllen, damit die vorgegebene Architektur mit Designkomponenten der Mieter und den Sicherheitsanforderungen in Einklang gebracht werden. Die Lösung für ein solches Projekt besteht in der Installation von „Zugangspunkten“ für die Sprinkleranlage.

Zukunftssichere Investition

Damit nicht genug, hat der Auftraggeber eine „Zukunftsfestigkeit“ gefordert. Die Vorgaben sehen vor, dass das Haus für die Anforderungen der kommenden 20 Jahre sicher gerüstet sein muss. Mit horizontal angebrachten Weitwurf-Seitenwandsprinklern kann ohne bauliche Maßnahmen eine Fläche von maximal 120 m2 geschützt werden. Durch eine entsprechende Verbindung von Decken- und Seitenwandsprinklern mit den Zugangspunkten wird die geforderte Vielseitigkeit sichergestellt. Damit ist Vorsorge getroffen, in jedem Stockwerk Planungen zu realisieren, die heute mit Blick auf Raumaufteilung und Brandrisiken gar nicht bekannt sind.

In den einzelnen Geschossen befinden sich darüber hinaus Strömungsmelder zur Alarmunterteilung, damit im Brandfall gezielt Evakuierungs- und Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden können und die Erkundungszeit der Feuerwehreinsatzkräfte erheblich reduziert wird. Außerdem erzielt man die geforderte Flexibilität und Angleichung an bislang noch nicht bekannte Anforderungen im wahrsten Sinne des Wortes „feuerfest“. Überdies sorgen die Strömungsmelder durch die Aufschaltung auf die Brandmeldezentrale (BMZ) nicht nur für eine Alarmunterteilung, sondern binden die Sprinkleranlage in das Gesamtkonzept für den Brandschutz und die Sicherheit ein.

Die Löschwasserversorgung für die Geschosse ist für eine Betriebszeit von 40 min ausgelegt. Die Versorgung erfolgt über Verteiler- und Strangleitungen. An den Abzweigen – Auswinkelungen bzw. Schläuchen – sind dann die Sprinkler installiert. Die Auslösung erfolgt punktuell nur dort, wo eine tatsächliche thermische Belastung entstanden ist. Ein wichtiger Aspekt, da insbesondere durch diverse Actionfilme sich der Eindruck verfestigt hat, dass aus allen Sprinklern Wasser austritt. Dieses System begrenzt die Löschwasserbeaufschlagung auf den eigentlichen Brandherd und geht damit äußerst effektiv mit dem Löschmittel um.

Rund um die Uhr

Technischer Brandschutz arbeitet rund um die Uhr, also auch zu solchen Zeiten, in denen sich keine Personen im Haus befinden und Brände sich ohne Löschanlage unbemerkt ausbreiten könnten. Für optimale Verfügbarkeit der Sprinkleranlage sorgt ein ausgeklügelter Service- und Wartungsplan für die Lösch- und Brandmeldeanlage. Von Servicetechnikern wird deshalb regelmäßig die Einsatzbereitschaft des Gesamtsystems, Verfügbarkeit des Löschmittels und elektronische Aufschaltung des Alarmgebers zur Feuerwehr überprüft.

Die gesamte Anlage wird von der Sprinklerzentrale im 2. UG aus gesteuert. Hier befinden sich neben dem Wassertank leis­tungsfähige Sprinklerpumpen, Schalttechnik und beide Alarmventilstationen. Im Betriebszustand ist das gesamte Rohrnetz mit Löschwasser gefüllt. Bei einem Druckabfall infolge der Öffnung eines Sprinklers wird die Löschwasserversorgung automatisch gestartet. Zeitgleich werden ein elektrisches Signal auf die BMZ gestartet sowie ein optischer und akustischer Alarm zur Warnung respektive Evakuierung der im Haus befindlichen Personen ausgelöst und selbstverständlich die Feuerwehr alarmiert.

Ebenfalls geschützt ist die technisch aufwendige Tiefgarage, die den Mietern in der Innenstadt die Parkplatzsuche erspart. Der Einfahrtsbereich ist zur Sicherung gegen Einfrieren mit Frostschutzmittel gefüllt. In der Tiefgarage selbst sind die „Regale“, in denen die Autos platzsparend gestapelt werden, mit Sprinklern ausgerüstet, um auch hier allen Eventualitäten vorzubeugen. Das gesamte Brandschutzkonzept erfüllt damit alle Anforderungen, um die rund 250 Personen (Mitarbeiter und Gäste), das Equipment sowie das „Trias“ zu schützen.

Das gesamte Projekt wurde innerhalb einer Bauzeit von rund 18 Monaten realisiert. Seit Juni 2014 ist das Haus im Betrieb und für Eigentümer sowie Mieter haben sich die hochgesteckten Erwartungen erfüllt und die realisierten Alleinstellungsmerkmale erwiesen sich als gute Argumente für die Vermietung. Als erstes Objekt dieser Art in Leipzig hat der Projektentwickler formart GmbH & Co. KG dafür gesorgt, dass das Gebäude zusätzlich mit dem Zertifikat in Silber für nachhaltiges Bauen von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet wurde.

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