Elektro/Licht/Sicherheit | Fachartikel | 28.01.2019

Exklusiver Online-Beitrag: Lichtkonzept für das Futurium

Eine Plattform für Zukunftsthemen

Interesse an Zukunftsfragen zu wecken und Lust auf die Gestaltung von Zukunft zu machen, das ist Anliegen des neugebauten Futuriums in Berlin. Im Gebäudeinneren fungiert eine Lichtdecke gleichzeitig als Flächenbeleuchtung für das Foyer sowie als riesiger Mediascreen, ein LED-Lichtband sorgt für eine effiziente und blendfreie Grundbeleuchtung in den Ausstellungsbereichen und die gebäudenahe Außenbeleuchtung liefert nicht nur Funktions- und Architekturlicht, sondern erlaubt auch, die Vorplätze bei Veranstaltungen sicher und stimmungsvoll zu erhellen.

  • Interesse an Zukunftsfragen zu wecken, das ist Anliegen des neugebauten Futuriums mitten in Berlin. Foto: Trilux

  • Große Panoramafenster, ein Skywalk auf dem Dach und zwei Vorplätze: Das Futurium ist ein architektonisches Highlight. Foto: Trilux

  • Den Anspruch des Futuriums an Innovationen erfüllt auch die Innen- und Außenbeleuchtung von Trilux. Foto: Trilux

  • Im Gebäudeinneren fungiert eine Lichtdecke gleichzeitig als Flächenbeleuchtung für das Foyer sowie als riesiger Mediascreen. Foto: Trilux

  • Die „E-Line“-LED beweist als Bestandteil der medial bespielbaren Lichtdecke im Futurium ihr Potential als intelligente Hardware in der digitalisierten Lichtwelt. Foto: Trilux

  • Die Beleuchtung der Vorplätze und der fassadennahen Zonen an den Längsseiten des Gebäudes übernehmen die Lichtstelen „ConStela“-LED. Foto: Trilux

Mitten in Berlin, in direkter Nachbarschaft zum Regierungsviertel wird im Frühjahr 2019 das Futurium eröffnen. Das Haus möchte sämtlichen Kreisen der Gesellschaft – Bürgerschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur – eine Plattform für den Austausch über wichtige Zukunftsthemen bieten. „Das Haus wird für alle Interessierten offen sein. Es soll zugleich Zukunftsbühne, Zukunftsmuseum, Zukunftslabor und Zukunftsforum sein und bietet Raum für spannende Debatten, kreative Workshops und visionäre Ideen. Erkunden, diskutieren, testen – mit vielen verschiedenen Methoden können die Besucherinnen und Besucher sich hier mit der Welt von morgen auseinandersetzen“, erklärt Nicole Schneider, kaufmännische Geschäftsführerin des Futuriums.

 

Vielseitiges Raumprogramm

Beste Bedingungen, um dieses Anliegen anhand unterschiedlicher Formate zu verfolgen, bietet die spektakuläre Architektur des Hauses. Hinter einer schillernden Außenhaut hat das Architekturbüro Richter Musikowski ein vielseitiges Raumprogramm untergebracht und elegant verknüpft. Im Futurium finden sich im Obergeschoss Ausstellungssäle mit verschiedenen Dimensionen. Im Erdgeschoss erstreckt sich ein weitläufiges Forum als zentrale Kommunikationsplattform. Es bindet sowohl öffentliche Nutzungen wie Foyer, Rezeption und Gastronomie, aber auch eventbezogene, anpassbare Einheiten für Präsentationen und Veranstaltungen ein. Stützenfrei vom Dachtragwerk abgehängte Galerien können als ThinkTanks oder Kommunikationszonen dienen, während das Untergeschoss Labor- und Werkstattcharakter vermittelt.

 

Symbiotische Verbindung von Licht und Architektur

In eine bemerkenswerte Wechselwirkung treten Architektur und Licht am Futurium. Dafür hat Trilux sein „Ganzheitlicht“-Konzept umgesetzt.

Das beginnt bereits bei der Annäherung an den Bau. Über 8.000 Kassetten-Elemente – entweder aus unterschiedlich gefalteten Edelstahlreflektoren oder aus bedrucktem Gussglas – formieren sich zu Fassadenflächen, die permanent changieren. Wechselt der Lichteinfall oder ziehen Wolken vorbei, dann verändert sich auch die Gebäudehülle – eine von der Natur bespielte Medienfassade bildet sozusagen den äußeren Layer des skulpturalen Baukörpers.

Eine mit dem Medium Licht bespielte Fläche findet sich – dann allerdings in horizontaler Anordnung – auch im Gebäudeinneren. Als durchgängiges Gestaltungselement überspannt ein hinterleuchtetes Metallraster alle Bereiche im Erdgeschoss – also sowohl das Foyer als auch die Konferenzräume. Ein Gitter aus gefalteten, fein perforierten Lamellen liegt vor versetzt angeordneten LED-Linienleuchten. Formal erinnert diese Konfiguration an ein Entblendungsraster vor freistrahlenden Leuchtstofflampen. Doch dies hier ist keine Reminiszenz an Architekturideen aus den 1960er Jahren, sondern die gesamte Decke fungiert als riesiger Screen, der mit dynamischen Lichtmustern bespielt werden kann.

 

Subtile Dynamik, präzise Interaktion

Erstaunlich ist dabei die Vielfalt an Lichtsteueroptionen, die – passend zu den ganz unterschiedlichen Nutzungen des Erdgeschosses – zur Auswahl steht. Nicht nur lassen sich die Leuchten pauschal oder gruppenweise schalten, dimmen und in der Farbtemperatur verändern, es wurden auch verschiedene animierte Sequenzen programmiert und stehen zum Abruf bereit. Beispielsweise können wolkenhaft amorphe Schattenfiguren mit geringem Kontrast subtil über die Lichtdecke treiben, ohne dass die Beleuchtungsstärke am Boden merklich variiert.

Auf Wunsch wird das Licht der Decke auch interaktiv. Über ein dichtes Netz von Bewegungsmeldern ist es möglich, Personen im Grundriss zu detektieren und sie zu Choreografen der Lichtspiele zu machen. Auch dabei gibt es ganz verschiedene Programmtypen. Im einfachsten Fall erscheint das Licht punktförmig über den Personen bzw. Personengruppen, in einem anderen Modus folgt den Menschen ein Lichtschweif. Dann wieder entstehen Verbindungslinien zwischen einzelnen Gruppen, quer durch den ganzen Raum. Oder das Gegenteil passiert: Der Algorithmus bildet Grenzlinien zwischen den Anwesenden und unterteilt die Geschossfläche in Sektoren.

 

Potenter Pragmatiker hinter den Kulissen

Während die Software für die Bespielung der Lichtdecke projektbezogen programmiert wurde, handelt es sich bei der lichttechnischen Hardware um bewährte Standardkomponenten. Herkömmliche Bewegungsmelder erfassen die Anwesenheit von Personen und je ein DMX-Mehrkanaltreiber steuert zwei bis drei der LED-Leuchten hinter dem Metallraster an. Gerade die Tatsache, dass der Lichtdecken-Mediascreen ganz ohne aufwändig neu entwickelte oder projektspezifisch modifizierte Sonderleuchten funktioniert, macht die Lösung so raffiniert. Zum Einsatz kommen die Leuchten „E-Line“-LED aus dem Trilux-Portfolio. Diese üblicherweise als Lichtband verbauten Leuchten bewähren sich bereits in zahlreichen Anwendungen in Industrie, Logistik, Supermärkten, Büros und Schulen. Hinsichtlich der Lichttechnik und der Montageoptionen vielseitig und sehr energieeffizient ist die „E-Line“-LED immer dann gefragt, wenn es um effizientes, funktionales Licht geht, das gute Sehbedingungen schafft.

 

Offen für Erweiterungen

Die LED-Leuchten übernehmen auch die Grundbeleuchtung der Ausstellungsbereiche im Obergeschoss. Dazu wurden in gleichmäßigem Abstand Tragschienen über die Deckenfläche verteilt und ungefähr alle 3 m ein „E-Line“-Lichtmodul platziert. Mit dieser Lösung steht in den teilweise sehr hohen Räumen für die unterschiedlichen Ausstellungslayouts und Exponate eine effiziente und blendfreie Allgemeinbeleuchtung bereit. Gleichzeitig haben die Ausstellungsmacher damit aber auch Zugriff auf ein ausgesprochen flexibles Lichtsystem, denn die „E-Line“-Tragschiene integriert eine Stromschiene, in die ganz nach Bedarf weitere Lichtmodule und Strahler integriert werden können. Das sind die Optionen, die für eine Ausstellung mit lebendigen Szenarien und ein interdisziplinäres Veranstaltungsforum gefragt sind.

 

Freiraum als Verweil- und Erlebniszone

Ausgesprochen durchlässig gestaltet wurden die Schnittstellen des Futuriums zum Außenraum. Ein Skywalk auf dem Dach, große Panoramafenster und zwei Vorplätze verlinken die Denkräume im Gebäude mit der Gegenwart der Stadt. Die Vorplätze werden von weit auskragenden Gebäudeunterschnitten an der Nord- und Südseite des Baukörpers überspannt und ein markantes Punktraster zieht sich rund um das Futurium über den Boden. So entsteht ein Raum im öffentlichen Raum – geschützt und dennoch offen.

Die Beleuchtung der Vorplätze, aber auch der fassadennahen Zonen an den Längsseiten des Gebäudes übernehmen Trilux-Lichtstelen vom Typ „ConStela LED CS 23“. Dank MLTIQ (Multi-Lens-Technology) steht eine große Auswahl an Optiken zur Auswahl. Hier, rund um das Futurium, werden „ConStela“-LED in 7,1 m und 6,6 m Höhe eingesetzt und zwar mit einem asymmetrisch und breit abstrahlenden Leuchtenkopf für die Grundbeleuchtung. Unmittelbar darunter sitzen im selben Standrohr jeweils zwei Strahlermodule. Die hier integrierten rechteckigen, flachen LED-Module – ebenfalls mit MLTIQ – liefern kräftige Lichtströme bis 5100 Lumen und übernehmen damit die Betonung ausgesuchter Details an der Fassade, setzen Akzente und schaffen Lichtinseln auf den Plätzen. Da sich die Strahler einfach ausrichten lassen, sind präzise Anstrahlungen und exakte Zonierungen problemlos möglich. An einigen Stellen liefern „Faciella“-LED-Strahler von Trilux zusätzliches Architekturlicht. Dafür wurden sie an vorhandenen Masten befestigt.

 

Fazit

Auf drei Etagen und rund 3.200 m2 Ausstellungsfläche wird das Futurium spannende Fragen an die Welt von morgen stellen. Selbstverständlich braucht so ein Zentrum für Zukunftsgestaltung auch ein visionäres Zuhause. Das Gebäude selbst beeindruckt deshalb mit zukunftsweisender Technik, wie z.B. Photovoltaik, Solarthermie, Regenwassernutzung und einem neuartigen Hybrid-Energiespeicher. In der Summe erfüllt das Futurium den Standard eines Niedrigst-Energiehauses. Die Lichttechnik von Trilux in den Innen- und Außenbereichen korrespondiert bestens mit diesem Anspruch an Innovation.

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