Energiemanagement trifft Gebäudeautomation

Expertenaustausch an der FH Münster

Am 4. September 2014 trafen sich in Münster fast 200 Fachleute der Gebäudeautomation zum Informations- und Erfahrungsaustausch beim  10. Fachseminar „GAforum“. Unter dem Motto „Energiemanagement trifft Gebäudeautomation" hatten Prof. Dr. Martin Höttecke von der Fachhochschule Münster und Prof. Dr. Karin Kückelhaus, Westfälische Hochschule, sowie die Transferagentur der FH Münster und Train - Transfer in Steinfurt eingeladen.

„Automation ist, wie die Spitzenleistungen bei Autos und der Industrieproduktion belegen, eine Schlüsseltechnologie", erklärt Prof. Höttecke. Besonders bei der Gebäudeautomation zeige sich aber, dass noch viel unerschlossenes Potential vorhanden ist. Das liege weniger an den Technologien, sondern an den Besonderheiten der Abläufe im Bauwesen,

Prof. Höttecke ergänzte: „Die Effizienzerfolge der Gebäudeautomation liefern wichtige Beiträge zu einer wirksamen und bezahlbaren Energiewende. Energieeinsparungen rechnen sich rund um die Uhr und nicht nur wenn die Sonne scheint oder der Wind weht. Auch...

„Automation ist, wie die Spitzenleistungen bei Autos und der Industrieproduktion belegen, eine Schlüsseltechnologie", erklärt Prof. Höttecke. Besonders bei der Gebäudeautomation zeige sich aber, dass noch viel unerschlossenes Potential vorhanden ist. Das liege weniger an den Technologien, sondern an den Besonderheiten der Abläufe im Bauwesen,

Prof. Höttecke ergänzte: „Die Effizienzerfolge der Gebäudeautomation liefern wichtige Beiträge zu einer wirksamen und bezahlbaren Energiewende. Energieeinsparungen rechnen sich rund um die Uhr und nicht nur wenn die Sonne scheint oder der Wind weht. Auch liegen die Amortisationsdauern der GA-Projekte meist unter drei bis fünf Jahren. Investitionen in die Gebäudehülle rechnen sich meist erst nach zehn bis 25 Jahren. Allerdings seien Effizienzthemen bei Bauherren und in der Öffentlichkeit schwerer vermittelbar. „Politiker lassen sich lieber neben einem neuen Windrad fotografieren als im Heizungskeller", so der Wissenschaftler vom Fachbereich Energie - Gebäude - Umwelt an der FH Münster.

Experten geben neue Arbeitsschwerpunkte vor

Viele Jahre beherrschte das Thema der Kommunikationsnetze die Gebäudeautomation. Inzwischen ist es abgeschlossen. Der Kunde erwartet heute funktionierende Netze, so Wolfgang Dornhöfer, Schneider Electric. Auch Norbert Heger, HGI, sieht das so: „Wir wenden uns wieder verstärkt der Anlagenoptimierung zu." Die Lebenszyklusoptimierung und mehr Bedarfsorientierung tragen erheblich zur Verbesserung der Profitabilität von Immobilien bei, ergänzte Rainer Höttecke, WISAG Automatisierungstechnik. Michael van Well, DEOS AG, sieht Verbesserungsmöglichkeiten vor allem bei den Abläufen im Bauwesen. Niedrigere Betriebskosten entstehen erst, wenn die modernen Controller-Systeme besser an die Gebäude angepasst werden. Hier wird viel Geld verschenkt, weil Verantwortliche im Bauprozess an der falschen Stelle sparen.

In Zweckbauten werden in mehr als 30 % der Zeit Räume geheizt und gekühlt, obwohl sie gar nicht genutzt werden. Frank Stempelmann, Spega, wies auf die großen Potentiale hin, die durch die konsequente Verbindung von Raum- und Anlagenautomation erschlossen werden können. Auch im Bereich der Planungsabläufe gibt es Verbesserungen. Holger Wallmeier, siganet, verdeutlichte, dass für das Energiemanagement neue Beschreibungsformen erforderlich sind. Es reiche nicht aus, einfach ein paar Messstellen in den Hydraulikplänen zu ergänzen. Jörg Gruner, Wago, gelang es abschließend, den Zuhörern auf unterhaltsame Weise zu erklären, welche Fehler man bei der Planung vermeiden sollte. Das Erfolgsgeheimnis: eine Begrenzung der technologischen Vielfalt und eine intelligentere Nutzung der Kostengruppen.

Zukunftsweisend war der Vortrag von Wolfgang Dornhöfer. Er bereitete die Zuhörer auf das cloudbasierte Energiemanagement vor. „Eines Tages wachst du auf und alles ist anders", so der Experte von der Schneider Electric GmbH.

„Wir werden sehen, auf jeden Fall bleibt es spannend", weiß Prof. Dr. Martin Höttecke. Denn die Energiewende werde eben auch in der Gebäudetechnik entschieden. Dies wurde auch auf der Ausstellung deutlich, auf der zehn Unternehmen ihre Konzepte vorstellten.

Die Organisatoren waren mit der Resonanz auf die Veranstaltung zufrieden. „Das modernisierte Seminarkonzept wurde sehr gut angenommen, und unsere Fachreferenten haben Perspektiven aufgezeigt, in welche Richtung sich die Gebäudeautomation entwickeln wird", lautet Prof. Hötteckes Fazit. Prof. Dr. Karin Kückelhaus kündigt bereits das 11. Fachseminar GAforum an: Es findet am 3. September 2015 an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen statt.

Alle Expertenvorträge stehen unter www.gaforum.de zum Herunterladen bereit.

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