Energiekostenreduzierung im Werk
Maßnahmenpaket im Lernenden Energieeffizienz-NetzwerkGroße Produktionshallen haben einen hohen Bedarf an Heizenergie. Je schneller die Hallentore nach der Benutzung wieder geschlossen werden, desto weniger Heizenergie geht unnötig ins Freie verloren. Durch die Teilnahme an einem Lernenden Energieeffizienz-Netzwerk nach dem LEEN-Standard spart Metz Aerials, ein Spezialist für Höhenrettung aus Karlsruhe, mit einer Reihe von Energieeffizienzmaßnahmen mehr als 15 000 € Energiekosten pro Jahr ein.
Gemeinsam kosteneffizient Energie sparen
Die Bausubstanz ist in dem Karlsruher Traditionsunternehmen relativ alt. „Wir waren für unsere Gebäude auf der Suche nach einer professionellen Energieberatung, um hier Einsparpotentiale beim Energieverbrauch zu identifizieren“, erklärt Hans-Peter...
Gemeinsam kosteneffizient Energie sparen
Die Bausubstanz ist in dem Karlsruher Traditionsunternehmen relativ alt. „Wir waren für unsere Gebäude auf der Suche nach einer professionellen Energieberatung, um hier Einsparpotentiale beim Energieverbrauch zu identifizieren“, erklärt Hans-Peter Lörch. Das Unternehmen schloss sich u.a. aus diesem Grund dem 2009 gegründeten Energieeffizienz-Netzwerk Karlsruhe an. „Miteinander und voneinander lernen“ ist einer der zentralen Punkte eines solchen Lernenden Energieeffizienz-Netzwerks (LEEN). Die zehn Betriebe des Netzwerks in Karlsruhe haben in den vergangenen Jahren gemeinsam daran gearbeitet, gewinnbringend Energie zu sparen. Nach einer energetischen Bewertung, die ein zertifizierter energietechnischer Berater zur Identifikation der Energieeffizienzpotentiale für alle Betriebe innerhalb des Netzwerks durchgeführt hat, setzten sich die Teilnehmer gemeinsam ambitionierte Ziele zur Energieeffizienzsteigerung und Reduzierung der CO2-Emissionen im Netzwerk.
Ein zentraler Punkt innerhalb der Netzwerkarbeit waren die regelmäßigen Netzwerktreffen, bei denen sich die Teilnehmer über ihre Erfahrungen austauschen konnten, um so voneinander zu lernen. Zusätzlich konnten umgesetzte Maßnahmen im gastgebenden Betrieb direkt in Augenschein genommen werden. „Die Netzwerktreffen, bei denen wir Einblicke in andere Unternehmen und deren Lösungsansätze erhalten haben, waren sehr interessant“, sagt Hans-Peter Lörch, der als Energiebeauftragter inzwischen direkt der Geschäftsführung zugeordnet ist.
Wärmegedämmte Schnelllauftore
Eine der wichtigsten Maßnahmen, die bei Metz im Rahmen der Netzwerkarbeit im eigenen Betrieb umgesetzt wurden, ist der Einbau von wärmegedämmten Rolltoren in den Produktionshallen. Schlechte Wärmeisolierung und eine langsame Verfahrgeschwindigkeit waren die wesentlichen Nachteile der 27 alten Rolltore. Diese wurden im Zeitraum von 2010 bis 2012 nach und nach durch moderne Schnelllauftore mit einer deutlich besseren Wärmedämmung ersetzt. „45000 € haben wir in den Austausch der Rolltore investiert“, berichtet Hans-Peter Lörch, Technischer Leiter des Betriebs. Eine Investition, die sich in weniger als vier Jahren amortisiert und eine interne Verzinsung von 26 % bietet. Denn die Heizkosten für die Hallen wurden durch diese Maßnahme um 11700 €/a gesenkt. Neben den finanziellen Vorteilen durch die Energiekosteneinsparung ist auch der ökologische Effekt wichtig. So vermeidet das Unternehmen durch die modernen Rolltore jährliche CO2-Emissionen in Höhe von 36 t. Zusätzlich haben die Schnelllauftore auch einen positiven Nebeneffekt auf die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter, da die Arbeitsplätze in der Nähe der Tore nun deutlich weniger durch kalte Zugluft beeinträchtigt sind.
Optimierung der Drucklufttechnik
Es sind aber nicht immer nur die größeren Investitionen, die im Rahmen eines Energieeffizienz-Netzwerks in den Betrieben umgesetzt werden. So hat Metz beispielsweise 2010 einen neuen Druckluftkompressor angeschafft, der mit einem drehzahlgeregelten Antrieb arbeitet und dadurch einen sehr hohen Wirkungsgrad erreicht. Die Investition von 2500 € hat sich noch scheller bezahlt gemacht, denn die jährlichen Kosteneinsparungen durch den geringeren Energieverbrauch des neuen Kompressors betragen 2900 €. Die CO2-Emissionen des Betriebs sinken dadurch um weitere 11 t pro Jahr. Druckluft ist eine relativ teure Energieform, weshalb sich Optimierungen hier sehr schnell bezahlt machen. Daher hat man bei Metz auch den Betrieb des Druckluftnetzes optimiert. Durch die Absenkung des Druckluftniveaus im Netz und eine Optimierung der Betriebszeiten lassen sich weitere 940 € Energiekosten und 4 t CO2-Emissionen pro Jahr einsparen. Die Investitionen für diese Maßnahme, die ebenfalls bereits 2010 umgesetzt wurde, lagen bei lediglich 500 €.
Netzwerk besteht weiter
Das „Miteinander und voneinander lernen“ im Energieeffizienz-Netzwerk Karlsruhe, das im Rahmen des Projekts 30 Pilot-Netzwerke vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert wurde, war für Metz erfolgreich. Auch nach Abschluss des Pilotprojekts wollen die beteiligten Betriebe die Netzwerkarbeit über die Förderphase hinaus fortführen. Hierbei fungiert die LEEN GmbH mit Sitz in Karlsruhe als neuer Netzwerkträger, gleichzeitig unterstützen die Stadt Karlsruhe und die IHK Karlsruhe das Netzwerk als Projektpartner. Die bisher aktiven Unternehmen sind mit der Netzwerkarbeit sehr zufrieden, so dass sich sechs Betriebe auch an der zweiten Auflage des Netzwerks beteiligen. Außerdem ist eine Öffnung des Netzwerks für „Neueinsteiger“, also interessierte Unternehmen, auch außerhalb von Karlsruhe vorgesehen. Auch Metz Aerials GmbH & Co. KG ist nach den positiven Erfahrungen bei dem neuen Netzwerk wieder mit dabei. „Durch die Teilnahme konnten wir die Mitarbeiter deutlich sensibilisieren – und das wollen wir natürlich weiter fortführen“, fasst Hans-Peter Lörch seine positiven Erfahrungen zusammen.
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