UN-Klimakonferenz, Koalitionsverhandlungen und CO2-Emissionen

Eindrücke vom dena-Kongress 2017

Bereits einen Tag vor Beginn des 8. Kongresses der Deutschen Ener­gie-Agentur (dena) in Berlin hatte der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, Andreas Kuhlmann, dafür plädiert, in der Energiewende den Fokus auf die Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu richten. „Wichtig ist jetzt, dass wir uns nicht in Debatten über Einzelmaßnahmen verstricken und damit die Perspektive verengen. Das große Ziel ist eine nahezu emissionsfreie Volkswirtschaft im Jahr 2050. Mit welchen Technologien und Geschäftsmodellen wir dieses Ziel erreichen, kann heute niemand genau sagen; aber wir können heute die Voraussetzungen dafür schaffen, dass innovative Unternehmen diese Technologien und Geschäftsmodelle entwickeln.“

Dieses Plädoyer für Technologieoffenheit bei der Erreichung der Effizienzziele spielte an den beiden Tagen des dena-Kongresses 2017 eine wichtige Rolle. Auch wenn prompt zum Beginn des Kongresses bekannt wurde, dass die Verhandlungen zu einer „Jamaika“-Koalition scheiterten, kommt keine künftige Regierung in Deutschland um das Thema herum. Diskutiert wurden aber auch die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz, die letztlich als Arbeitssitzung zur Umsetzung der Klimaschutzziele von Paris gedeutet wurde. Dass die vorhandenen Anstrengungen nicht reichen, um die Energiewendeziele zu erreichen, dürfte allen Beteiligten jedoch klar sein.

Daher war es wichtig, erneut zu zeigen, wie die ins Stocken geratene Energiewende neue Impulse erhalten kann. Einige dieser Impulse kann die Leitstudie „Integrierte Energiewende“ liefern, deren Zwischenergebnisse vorliegen (https://www.dena.de/de/integrierte-ener­giewende/). Verschiedene Szenarien zeigen deutlich, dass letztlich nicht alles auf eine „Energiekarte“ gesetzt werden sollte.

Der dena-Kongress 2018 findet vom 26. bis 27. November 2018 statt.

Energy Efficiency Award 2017


Im Rahmen des Kongresses wurde der „Energy Efficiency Award 2017“ für herausragende Energieeffizienzprojekte verleihen. Der Award zeigt Erfolgsgeschichten aus Unternehmen, die die Energiewende aktiv mitgestalten und dabei Lösungen entwickeln, die den eigenen Betrieb fit für die Energiezukunft machen. Die internationale Auszeichnung ist mit Preisgeldern von insgesamt 30.000 € dotiert.  Der „Energy Efficiency Award 2017“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und durch die Premium-Partner Danfoss GmbH und die KfW unterstützt.

Kategorie Energiewende 2.0: Aldi Süd

Das Einzelhandelsunternehmen Aldi Süd mit Sitz in Mülheim an der Ruhr überwacht an allen Standorten seine Energieverbräuche mithilfe eines zertifizierten Energiemanagementsystems und setzt im Zuge von Filialmodernisierungen großflächig auf den Einsatz energieeffizienter Technologien, u.a. in der Kühltechnik und bei der Beleuchtung. Das integrierte Energiemanagementsystem umfasst neben Effizienzmaßnahmen 1.250 installierte Photovoltaikanlagen zur Eigenstromnutzung und Stromtankstellen für Elektroautos an 50 Standorten. Damit kombiniert die Unternehmensgruppe Effizienzsteigerungen mit erneuerbaren Energien.

Kategorie Energieeffizienz 4.0: Aixtron SE

Das Maschinenbauunternehmen Aixtron SE aus Herzogenrath nutzt die digitale Messung und Fernüberwachung von Energiedaten zur kontinuierlichen Effizienzsteigerung. Der Contractor SPIE Energy Solutions analysiert auf dieser Datenbasis die Energieverbräuche, um Energieeffizienzmaßnahmen vorzuschlagen und umzusetzen. So konnten insbesondere bei der Erzeugung von Kälte und Wärme bedeutende Energieeffizienzpotentiale gehoben werden. Große Teile des jährlichen Kühlenergiebedarfs werden heute durch eine hochmoderne Turbokältemaschine mit intelligenter Steuerung bereitgestellt. Aixtron nutzte die Chancen der Digitalisierung und zeigt, welche Wirkung sie bei der Steigerung der Energieeffizienz entfalten kann.

Kategorie Energiemanagement und -dienstleistungen: Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW)

Unter dem Motto „Rote Karte für Energiefresser“ entschied sich der FLVW für den Einsatz energieeffizienter Heizungspumpen an den Standorten SportHotel, SportSchule und SportCongressCenter des Verbandes. Die neu eingebauten Hocheffizienzpumpen zeichnen sich durch einen optimierten und bedarfsgeregelten Betrieb aus und ermöglichen so vom Zeitpunkt des Einbaus an eine signifikante Senkung der Energiekosten. Das Pumpenaustauschprojekt wurde von Wilo SE mit einem Kooperationspartner für Crowdlending – einer speziellen Form der Vermittlung von Privat- und Unternehmenskrediten – durchgeführt und zeigt damit einen innovativen Ansatz für die Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen.

Kategorie: Publikumspreis

Erstmals konnten sich Unternehmen mit Konzepten für den Publikumspreis bewerben. Das anwesende Fachpublikum votierte in einer Liveabstimmung während der Preisverleihung für die Vergabe an den Maschinenbauer Krones – Werk Steinecker für das Konzept einer energetisch autarken Brauerei, die sich dank der Verwertung ihrer Reststoffe selbst mit thermischer und elektrischer Energie versorgen kann.

Herten ist dena-Energieeffizienz-Kommune
dena-Energieeffizienz-Kommune

Die Stadt Herten im Ruhrgebiet ist von der Deutschen Energie-Agentur (dena) als erste dena-Energieeffizienz-Kommune (www.energieeffiziente-kommune.de) in Nordrhein-Westfalen zertifiziert worden. Gewürdigt wird damit die erfolgreiche Einführung eines Energie- und Klimaschutzmanagementsystems in der Stadtverwaltung. Die Geschäftsführerin der dena, Kristina Haverkamp, übergab die Auszeichnung im Rahmen des dena-Kongresses in Berlin an Dr. Babette Nieder, Vorsitzende des Klimabündnisses Gelsenkirchen-Herten e. V. und Geschäftsführerin der Hertener Beteiligungsgesellschaft. Bundesweit gibt es damit jetzt insgesamt dreizehn Kreise, Städte und Gemeinden, die von der dena als Energieeffizienz-Kommunen zertifiziert wurden.

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