Drei Jahrzehnte bei Uponor

Drei Fragen an Prof. Dr.-Ing. Michael Günther

Es ist schon ein besonderes Betriebsjubiläum, das Prof. Dr.-Ing. Michael Günther dieses Jahr feiert. Als er 1991 im Unternehmen einstieg, damals noch bei der Marke Velta, war noch nicht abzusehen, dass die Erfolgsgeschichte zwischen ihm und Uponor so viele Kapitel umfassen würde. Der Kontakt kam damals eher zufällig zustande: Auf einer Messe in Dresden kam Michael Günther mit dem Geschäftsführer eines Pumpenherstellers ins Gespräch. Er vermittelte ihm den Kontakt zu Velta, Michael Günther fuhr nach Hamburg in die Zentrale, und nach nicht einmal einer Stunde war man sich handelseinig.

Der studierte Maschinenbauer hatte mehrere Jahre an der TU Dresden gearbeitet und zum Dr.-Ing. promoviert. Dank seines wissenschaftlichen Profils mit engem Praxisbezug war der heute 64-Jährige die ideale Besetzung, um das Seminarwesen von Velta zunächst in den östlichen Bundesländern aufzubauen.

Wenige Jahre später hielt er bundesweit Vorträge und publizierte von da an auch in Fachzeitschriften. Die tab-Redaktion nahm das Jubiläum zum Anlass für ein kurzes Interview.

Interview

tab: Herr Prof. Dr.-Ing. Michael Günther, seit drei Jahrzehnten arbeiten Sie für Uponor. Herzlichen Glückwunsch dazu. Was reizt Sie an Ihren Aufgaben über diesen langen Zeitraum besonders?

Prof. Michael Günther: So komplex wie die TGA und deren Synchronisation mit Baukonstruktionslehre und Bauphysik ist auch mein umfangreiches Arbeitsgebiet. Seminare, nunmehr Webinare, Werksführungen, fachliche Arlberg-Kongress-Organisation einschließlich eigener Beiträge, externe technische Beratung und interne Weiterbildung der Kolleg*Innen, Publikationstätigkeit und Lehraufträge an der Staatlichen Studienakademie Riesa mit dem Studiengangsleiter Prof. Dr. Marko Stephan führen immer wieder zu neuen Herausforderungen im Berufsleben.

tab: Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen bei der Weiterbildung in den technischen Bereichen?

Prof. Michael Günther: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“ Sagt man. Längst prägen Elektrotechnik-Elektronik und Digitalisierung die TGA und müssen ihren Platz sowohl in der Aus- und Weiterbildung von TGA-Ingenieur*Innen als auch in der beruflichen Praxis finden. Und das bei einem gleichbleibenden Zeitfonds. Dadurch entsteht auch die Gefahr, die Grundlagen der TGA nicht mehr ausreichend zu lehren und zu erlernen und in die Praxis einfließen lassen zu können. „Verachtet mir die Meister nicht!“ – wussten jedoch schon Die Meistersinger. Und meinten damit im übertragenen Sinne vielleicht Hermann Rietschel, Richard Mollier, Karl Gertis und Bernd Glück. – Beides, Klassik und Moderne, in der Weiterbildung erfolgreich und effizient zu vereinen, muss ein großes Ziel bleiben. Und ist für sämtliche Beteiligten eine große Herausforderung und zugleich Chance für ein erfülltes Berufsleben.

tab: Wie kann man den Nachwuchs heute noch für unsere Themen in der Technischen Gebäudeausrüstung begeistern?

Prof. Michael Günther: Das positive und wichtige Image unserer Branche hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich ausgeprägt und wird wahrgenommen. Herausragende Fachzeitschriften wie tab haben daran einen wesentlichen Anteil.

Die das Interesse weckenden, relativ neuen Bezeichnungen wie „Technische Gebäudeausrüstung“, geprägt von Professor Kraft (TU Dresden), „ClimaDesign“ von Professor Hausladen (TU München) oder „GebäudeKraftwerk“, (etwas frei) nach Professor Fisch (TU Braunschweig), waren und sind wichtig, um Aufmerksamkeit, nicht nur bei Bauherren erzielen zu können. Dabei sind vorgenannte Begriffe weit mehr als ein Etikett, sondern verkörpern Geist und Inhalt der energetischen Gebäude-Quartier-Konzepte.

Und noch eines. Wie Mensch und Technik, Technik und Bauphysik, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit sich wechselseitig beeinflussen und ergänzen, muss doch auf einen jungen Menschen faszinierend wirken. Die engagierten Forderungen und Entwicklungen zum Klimaschutz, vorangetrieben gerade durch diese jungen Menschen, werden auch den Stellenwert von Gebäude und TGA zum Erreichen ambitioniert hoher Ziele des Klimaschutzes maßgeblich beeinflussen. „Energietechnik und TGA – das will ich auch studieren!“ – könnte ein neuer Wunsch und Slogan werden!

tab: Herr Prof. Günther, vielen Dank für die offenen Antworten. Wir hoffen, dass Sie der TGA-Branche noch lange erhalten bleiben.

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