Die „MAN PrimeServ Academy“
Schulungszentrum für Ingenieure und MonteureAuf dem Werksgelände der MAN Diesel & Turbo SE in Oberhausen hat die „MAN PrimeServ Academy“ eröffnet. Das Duisburger Planerbüro aib übernahm die Generalplanung des Schulungszentrums, das sich in Architektur und TGA als ausgewogenes Gebäude präsentiert.
Der repräsentative Bau in Oberhausen steht in unmittelbarer Nähe zur Hauptverwaltung und sollte mit seiner...
Der repräsentative Bau in Oberhausen steht in unmittelbarer Nähe zur Hauptverwaltung und sollte mit seiner Formensprache einen direkten Bezug zum Bestand bilden. Das Gebäude verbindet Seminarräume für unterschiedlich große Gruppen mit einer Halle für technisches Training und einem Ausstellungsbereich. Der Wunsch des Auftraggebers, Sachliches und Dynamisches miteinander zu verbinden, ist in der Gebäudeform und vor allem im Inneren des Schulungszentrums ablesbar. Der Eingang der Academy befindet sich im Erdgeschoss und ist aufgrund der Topografie des Grundstückes über eine Brücke zu erreichen. Die Büros für die Seminarleiter und acht flexible Seminarräume, in denen der theoretische Unterricht abgehalten wird, befinden sich im Erd- und Obergeschoss.
Das Untergeschoss wird als Ausstellungsfläche für das „TurboTech Forum“ genutzt. In der neuen Werkshalle werden auf gleicher Ebene sowohl an originalen Turbinen und Maschinen als auch an realistischen Simulatoren Schulungen abgehalten. Die Werkshalle erstreckt sich über alle drei Geschosse des Gebäudes. Hier werden die Seminarteilnehmer unter realen Bedingungen in Handhabung und Wartung an original MAN Turbinen und Motoren geschult.
Architektur im Corporate Design
Mit der „MAN PrimeServ Academy“ in Oberhausen gibt es derzeit weltweit dreizehn dieser Schulungseinrichtungen. Je nach Standort hat jedes Gebäude seinen individuellen Charakter und eine eigene architektonische Umsetzung erfahren. Um dem Kunden dennoch das Gefühl von Heimat zu geben und einen Wiedererkennungswert zu erhalten, sollte das Corporate Design des Unternehmens architektonisch umgesetzt werden. Die Academy in Oberhausen ist durch helle Farben geprägt. Der Neubau erstrahlt sowohl innen als auch außen in der Farbe Weiß. Silber und Grautöne setzen Akzente in der Innenraumgestaltung. In dem eingegliederten Ausstellungsraum, dem „TurboTech Forum“, verwendete aib außerdem das neue MAN-Rot.
Lichttechnik und Lichtkonzept
Besonderes Augenmerk wurde bei der Planung auf die Belichtung der Räume gelegt. Neben punktuell eingesetzten Leuchten, die Motoren und Turbinen in der Werkshalle inszenieren, setzten die Planer gezielt Flächenbeleuchtung ein. Zusätzlich sorgen große Fensterflächen sowohl in den Schulungsräumen als auch in der Werkshalle für natürliche Belichtung. Es entsteht ein lichtes, freundliches Ambiente und eine angenehme Arbeits- und Lernatmosphäre. Alle Belichtungsflächen sind als Pfosten-Riegel-Konstruktion ausgeführt, wobei Rhythmus und Relief der Fassaden durch die einheitliche weiße Farbgebung besonders betont werden. In der Fassadengestaltung der Werkshalle wurden außerdem Alupaneele verwendet, die zusätzlich eine differenzierte Schattenwirkung erzeugen. Über die Gestaltung der Fassade werden die verschiedenen Nutzungen nach außen transportiert und eine technisch präzise Linienführung wird erreicht. Insgesamt erhält das Gebäude ein anspruchsvolles und sachliches Erscheinungsbild.
Heizung
Die Beheizung des Gebäudes mit einer ermittelten Heizlast von 97,1 kW erfolgt über eine Wärmetauscherstation mit Anschluss an das vorhandene Fernheiznetz der EVO. Der Primärenergiefaktor beträgt 0,34. Hierbei wird die Wärme über außentemperaturgeführte Flächenheizungen, Betonkerntemperierung (BKT), Heizkörper in Nebenräumen und einer Lüftungsanlage für den im Untergeschoss befindlichen Sport- und Fitnessbereich eingebracht und verteilt.
Kälte
Die Kühllast von 57,9 kW des Seminarbereichs wird gleichfalls über die BKT abgefahren. Dabei erfolgt die Kaltwassererzeugung durch Direktverdampfer- und luftgekühlten Verflüssigersatz. Hierzu wird das installierte BKT-System zentral von Heizen auf Kühlen umgeschaltet.
Um der Trägheit einer BKT gerecht zu werden, werden zur Umschaltung Wetterprognosen und Drei-Tages-Mittelwerte herangezogen. Zusätzlich sind zur Spitzenlastabdeckung in den Seminarräumen Kühlsegelflächen installiert. Für die Serverraumkühlung wurde eine separate Splitanlage installiert.
Lüftung
Die Umkleide- und Sozialräume des im UG befindlichen Sport- und Fitnessbereichs werden über eine Zu- und Abluftanlage mit 1.200 m³/h Luft versorgt. Das Lüftungsgerät ist mit einer WRG, Stoffströme getrennt, ausgestattet. Die 770 m³/h Abluft der innenliegenden WC´s wird mit einer separaten Abluftanlage über Dach abgeführt.
Sanitärtechnik
Die Wasserversorgung erfolgt über einen Hausanschluss aus dem Werknetz des Unternehmens. Die Ebenen und Bereiche sind über absperrbare UP-Ventile angeschlossen. Im Fitness- und Sportbereich wurden zudem Duschen eingebaut. Die Warmwasserversorgung hierfür erfolgt dezentral über Untertischgeräte und Durchlauferhitzer.
Wassertechnik
Die unter der Rückstauebene befindlichen Bereiche, wie Sport und Fitness, WC und Technik, werden über eine Hebeanlage entwässert.
Das auf den Dachflächen anfallende Regenwasser wird mittels HDE-System separat entwässert.
Elektrotechnik
Für die Stromversorgung ist eine bestehende Trafostation um die erforderliche Anschlussleistung von 217 kVA erweitert worden. Die NSHV, Serveranlage sowie zugehörige Anlagen zur Gebäudeautomation und BMA wurden im UG des Gebäudes zur Aufstellung gebracht. Über Unterverteiler in den Ebenen wird das Gebäude mittel- und niederspannungsmäßig erschlossen und versorgt.
Druckluftversorgung
Der Druckluftbedarf des Gebäudes wird über einen Anschluss DN100 am Bestandsnetz gedeckt.
Die Dimensionierung des Anschlusses in DN100 berücksichtigt eine angedachte, spätere Erweiterung des Schulungskomplexes.
Fazit
Durch den Bau der „MAN PrimeServ Academy“ auf dem Werksgelände in Oberhausen konnte für die Versorgung des Gebäudes zum Teil die vorhandene Infrastruktur genutzt werden, die für den Neubau entsprechend modifiziert bzw. erweitert wurde. Neu errichtete gebäudetechnische Einrichtungen wurden darauf aufgebaut. Dabei wurde auf einen geringen Energie- und Wasserverbrauch Wert gelegt. Optisch wurde der Neubau so integriert, dass er positiv ins Erscheinungsbild der umliegenden Werksgebäude und die nahe Hauptverwaltung passt.
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