Die Kraft des Wilden Kaisers

Wärmepumpentechnik im Stanglwirt in Tirol

Der Stanglwirt in Going bei Kitzbühel ist eine Institution. Die Wirtsfamilie Hauser hat es in der über 400 Jahre dauernden Geschichte des Stanglwirts immer wieder geschafft, durch besondere Aktivitäten und auch durch Baumaßnahmen ins Gespräch zu kommen. Jüngste Aktion ist die Erweiterung des Wellness-Bereichs –Wasser/Wasser-Wärme­pumpen, die die Kraft des Wilden Kaisers nutzen, sorgen hier für die erforderliche Heizenergie.

Luxus und Urigkeit, Tradition und Fortschrittlichkeit, Bio und Genuss: Das 5-Sterne-Bio-Hotel Stanglwirt (www.stanglwirt.com) verbindet scheinbare Gegensätze zu einem einzigartigen Urlaubserlebnis. In dem über 400 Jahre alten Gasthof und Hotel erwarten Gäste 175 stilvoll-gemütliche Zimmer und Suiten. Sanfte Almwiesen und die markanten Felszacken des Kaisergebirges bilden eine spektakuläre Kulisse. In der näheren Umgebung locken Weltklasse-Pisten und -Golfplätze. Zu den Besonderheiten des Stanglwirts zählen das hauseigene Lipizzaner-Gestüt, das Tennisdorf mit 14 Plätzen und Tennisschule sowie...
Luxus und Urigkeit, Tradition und Fortschrittlichkeit, Bio und Genuss: Das 5-Sterne-Bio-Hotel Stanglwirt (www.stanglwirt.com) verbindet scheinbare Gegensätze zu einem einzigartigen Urlaubserlebnis. In dem über 400 Jahre alten Gasthof und Hotel erwarten Gäste 175 stilvoll-gemütliche Zimmer und Suiten. Sanfte Almwiesen und die markanten Felszacken des Kaisergebirges bilden eine spektakuläre Kulisse. In der näheren Umgebung locken Weltklasse-Pisten und -Golfplätze. Zu den Besonderheiten des Stanglwirts zählen das hauseigene Lipizzaner-Gestüt, das Tennisdorf mit 14 Plätzen und Tennisschule sowie das Golf-Trainingszentrum. Veranstaltungen wie das große Sängertreffen oder die Weißwurst-Party zum Hahnenkamm-Rennen haben mittlerweile Kultstatus erreicht und locken Prominente aus Politik, Wirtschaft und Showbiz – von Arnold Schwarzenegger, über DJ Ötzi bis Franz Beckenbauer – zum Stanglwirt.

Vom Bauernhof zum 5-Sterne-Bio-Hotel

Der „Stanglwirt“ wurde vor über 400 Jahren als Gasthaus eingetragen. Seit über 100 Jahren liegt das Wohl der Gäste in den Händen der Familie Hauser: Aus der Bauernhof-Herberge wurde über die Jahre eine luxuriöse, zwölf Hektar große Hotelanlage auf international höchstem Niveau. Balthasar Hauser und seine Frau Magdalena haben gezeigt, dass man als Hotelier Visionen umsetzen kann, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Die unverfälschten Lebensmittel werden in der 100 Hektar großen Landwirtschaft produziert, während der schon legendäre Bergkäse des Stanglwirt auf der eigenen Alm reift. Eine umweltfreundliche Heizanlage, in der Rindenabfälle der umliegenden Sägewerke verheizt werden, versorgt die gesamte Anlage mit Wärme. Seit 2012 bezieht das Bio-Hotel Stanglwirt 100 % CO2-freien Ökostrom aus Tiroler Klein­wasserkraft.

Baden im Gestein des Wilden Kaisers

Der Wellness-Bereich mit u.a. Felsen-Bad und der Salz-Dampf-Grotte ist eine Attraktion für sich. Balthasar Hauser schuf aus dem Kaiser-Gestein eine Wellness-Oase mit kleinen und großen Grotten, Höhlen und Wasserfällen. Und überall rauscht und plätschert reinstes Quellwasser aus der hauseigenen Kaiserquelle. Die Sauna-Landschaft mit Salz-Dampf-Grotte und die Steinsauna, bei der ausschließlich Gestein des Wilden Kaisers verbaut wurde, sowie die Beauty-Farm mit Anwendungen und Massagen sorgen für exklusiven Wellness-Genuss. Dieser bereits beeindruckende Wellness-Bereich wurde 2012 deutlich erweitert und 2013 steht eine nochmalige Vergrößerung auf dem Plan.

Nachhaltige Abdeckung des Energiebedarfs

Bei der Erweiterung der Wellness-Landschaft wurde nicht nur darauf geachtet, ein Erlebnis für den Gast zu schaffen, sondern auch auf eine nachhaltige Abdeckung des Energiebedarfs durch die Nutzung von lokalen Ressourcen – Ressourcen, die im Einklang mit der Natur stehen und sich förmlich bereits in der Bauphase von selbst anboten. Die Rede ist hier von Bergwasser, welches nach einem langen Weg durch das Kaisergebirge in der Baugrube unverhofft wieder an die Oberfläche trat. Das austretende Wasser in der Baugrube war zunächst eine unliebsame Überraschung, weil die Bauarbeiten verzögert wurden. Stanglwirt Balthasar Hauser machte jedoch aus der Not eine Tugend und ließ von der Firma MECO (www.meco.at) aus Kirchbichl in Tirol ein Wärmepumpen-Konzept ausarbeiten, welches diesem Bergwasser die Energie entzieht – ursprünglich war wie im bestehenden Wellness-Bereich ein BHKW geplant. MECO ist Kompetenzpartner des Wärmepumpen-Herstellers Heliotherm aus Langkampfen bei Kufstein (www.heliotherm.com) und entwickelte für die  Bauherrenfamilie Hauser eine Heizzentrale mit vier Wasser/Wasser-Wärmepumpen des Tiroler Herstellers. Durch die Bauverzögerung musste es dann schnell gehen, da der Wellness-Bereich zum Start der Wintersaison 2012/2013 eröffnet werden sollte. Die Entscheidung für die Wärmepumpenlösung fiel im September 2012, abgeschlossen wurden die Bauarbeiten kurz vor Weihnachten 2012.

Elisabeth Hauser, eine von drei Kindern des Stanglwirts Balthasar Hauser, die alle im Betrieb Funktionen übernommen haben, freute sich im Gespräch mit der tab-Redaktion besonders über den Umstand, dass die Wärmepumpe die Philosophie des Stanglwirts unterstreicht, die Natur des Wilden Kaisers ins Haus zu holen und erlebbar zu machen. Die klare Bergluft sei ein wesentliches Argument für den Tourismus in Tirol, führte Elisabeth Hauser weiter aus, daher sei es nicht nur aus allgemeinen Umweltschutzgedanken heraus positiv zu sehen, dass man im Stanglwirt auf eine Wärmepumpe statt auf fossile Brennstoffe gesetzt habe. Auch die direkten Auswirkungen durch reduzierte CO2- und Feinstaubemissionen seien spürbar und letztendlich auch förderlich für das Unternehmen. Und die Emissionsreduzierung kann sich sehen lassen: Die Wärmepumpenanlage verhindert im Vergleich zu einer Ölheizung ca. 300 000 kg CO2- und ca. 97 000 mg Feinstaub-Emissionen pro Jahr.

Wärmepumpenanlage zur Beheizung des Wellness-Bereichs

Im neuen Technikzentrum des Stanglwirts wurden insgesamt 0,5 MW Heizleistung installiert. Zum Einsatz kommen vier Wasser/Wasser-Wärmepumpen, die mit der Energie des Wilden Kaisers betrieben werden. In diesem Wasser steckt viel Energie. Stündlich treten hier ca. 57 000 Liter Wasser an die Oberfläche (1,3 Mio. Liter/Tag), welches Erdwärme und gespeicherte Sonnenenergie in sich trägt. Die Quellentemperatur (Eintrittstemperatur für die Wärmepumpe) beträgt nahezu konstant +10 °C. Die Ausgangstemperatur beträgt +7 °C. Im Winter beträgt die tiefste Wassereintrittstemperatur ca. 7 °C, für diese Temperatur ist die ganze Anlage ausgelegt. Selbst bei diesen tieferen Quellentemperaturen ist noch eine ausreichende Verdampfungstemperatur von +1 bis +1,5 °C zu erzielen, so dass keine Gefahr besteht, dass der Verdampfer der Wärmepumpe einfriert. Stündlich können nun bis zu 500 kWh erzeugt werden.

Es wurde ein zentraler Brunnen errichtet, in dem das Wasser mehrerer Quellen zusammengeführt wird. Über Grundwasser-Förderpumpen wird das Bergwasser zu den Wärmepumpen geleitet. Das warme Wasser aus den Wärmepumpen wird in drei Pufferspeichern mit je 2000 l Fassungsvermögen zwischengespeichert und von dort je nach Bedarf zu den Verbrauchern geleitet. Die Wärmepumpen dienen zur Beheizung des außen liegenden Sportbeckens mit 27 °C Wassertemperatur und des Solebeckens mit 36 °C Wassertemperatur, die auch bei Minusgraden im Winter bei diesen Temperaturen zu nutzen sind. Hinzu kommt die Beheizung der kompletten Räumlichkeiten des Wellness-Bereichs über Fuß­bodenheizungen und die Warm­wasserbereitung für Duschen etc.

Die gesamte Technik der Er­weiterung wurde auf dieses Konzept abgestimmt. Alle ins­tal­lierten Komponenten sind als Niedertemperatursystem ausgeführt worden, um einen möglichst großen Anteil des Energiebedarfs durch diese umweltschonende Heiztechnik abdecken zu können. Im Herbst/ Winter 2013 wird der Wellness-Bereich wie bereits erwähnt noch einmal erweitert. Auch der neue Teil wird dann von der neu errichteten Wärme­pumpenanlage mit Wärme beliefert.

Heliotherm-Wärmepumpen

Direkt hinter der deutsch/österreichischen Grenze in Langkampfen bei Kufstein befindet sich der Hauptsitz der Heliotherm GmbH. Das Unternehmen – ein Spezia­list für Wärmepumpentechnik – wurde 1987 von Andreas Bangheri gegründet, der auch heute noch die Geschicke lenkt. Aus den bescheidenen Anfängen heraus ist ein europaweit tätiges Unternehmen entstanden. In ganz Europa arbeiten bereits mehr als 30 000 Wärmepumpen des Unternehmens. Auch in Deutschland ist Heliotherm mit Kompetenzpartnern aktiv und konnte bereits zahlreiche Projekte realisieren. Seit April 2013 werden die Kompetenzpart­ner und auch andere Planer und Installa­teure, die sich für Heliotherm-Produkte interessieren, durch den deutschen Vertriebsleiter Marco Schmidt unterstützt ().

„Wir sehen den Strom als Edelenergie.“ Mit dieser Aussage unterstreicht Andreas Bangheri den hohen technischen Anspruch, den er an die Wärmepumpen des eigenen Hauses legt. Eine hohe Effizienz der Geräte sei aber auch schon fast historisch bedingt gewesen, denn im österreichischen Heimatmarkt habe man sich gegen hohe Strompreise und eine besonders starke Pelletsindustrie behaupten müssen. Die gesamte Produktpalette ist frequenzgeregelt – dabei handelt es sich um Sole-Wasser-Wärmepumpen, Wasser-Wasser-Wärmepumpen, Luft-Wasser- Wärmepumpen in Kompakt- und Splitausführung, Wärmepumpen mit Direktverdampfung und Geräte mit CO2-Sonde. Zudem gibt es reversible Lösungen mit Kühlfunktion (aktiv und passiv). Die Produkte befinden sich durch die hochwertige Ausführung und die eingesetzten Komponenten namhafter Hersteller zwar im oberen Preissegment aber auch in Bezug auf die Qualität und Effizienz gehören die Heliotherm-Wärmepumpen zu den Top-Produkten. Dies wurde jüngst in Langzeittests im Rahmen des EU-Sepemo-Projekts durch das Austrian Institute of Technology sowie beim Fraunhofer Institut belegt, bei dem eine Heliotherm-Wärmepumpe mit Abstand die besten Werte geliefert hatte.

Der gewonnene Langzeittest bietet also beste Aussichten dafür, dass die Wärmepumpen dem Stanglwirt Balthasar Hauser noch lange Freude machen werden – auch wenn es schwer sein wird, dem Schild an der Eingangstür des Stanglwirts Genüge leisten zu können: „Seit 250 Jahren kein Ruhetag“.

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