Der „Stern von Sendling“

Abläufe mit Brandschutzvorrichtung in ADAC-Zentrale

Die Planung von Großprojekten erfordert das Einhalten zahlreicher Normen und Vorschriften. Denn neben Design und Funktionalität ist vor allem die Sicherheit entscheidend. Eine große Rolle spielt dabei ein flächendeckender Brandschutz. Dieser erfordert die Zusammenarbeit unterschiedlicher Gewerke und große Aufmerksamkeit bei der Auswahl aller Produkte. Sie müssen alle Vorschriften für den Brandschutz erfüllen. Das gilt auch für die Abläufe, wie die in der ADAC-Zentrale in München.

Im Brandfall sicher

Im neuen Gebäude der ADAC-Zentrale in München, bekannt als „Stern von Sendling“, wurden 350 Bad- und 50 Parkdeckabläufe aus Ecoguss verbaut (Bild 1) – einem Hochleistungs-Verbundwerkstoff auf metallischer Basis, der die höchste Feuerwiderstandsklasse F120 erfüllt (Bild 2). Wie wichtig die Wahl der richtigen Abläufe in Bezug auf den Brandschutz ist, erklärt Mark Jung, Produktmanager für Abläufe bei der Kessel AG: „Im Brandfall kann das Feuer durch unzureichend gesicherte Abläufe von einem Stockwerk ins andere übergreifen. Denn während eines Brandes können im Bereich der...

Im Brandfall sicher

Im neuen Gebäude der ADAC-Zentrale in München, bekannt als „Stern von Sendling“, wurden 350 Bad- und 50 Parkdeckabläufe aus Ecoguss verbaut (Bild 1) – einem Hochleistungs-Verbundwerkstoff auf metallischer Basis, der die höchste Feuerwiderstandsklasse F120 erfüllt (Bild 2). Wie wichtig die Wahl der richtigen Abläufe in Bezug auf den Brandschutz ist, erklärt Mark Jung, Produktmanager für Abläufe bei der Kessel AG: „Im Brandfall kann das Feuer durch unzureichend gesicherte Abläufe von einem Stockwerk ins andere übergreifen. Denn während eines Brandes können im Bereich der Rohrleitungen Öffnungen entstehen, Rohrleitungen abbrennen oder sich Rohrleitungsteile durch fehlerhafte Montage vom Bodenaufbau lösen. So entsteht eine unzulässige Öffnung zwischen zwei Geschossen und im Gebäude können sich giftige sowie lebensgefährliche Dämpfe und Feuer verbreiten. Entscheidend ist deshalb, dass der Ablauf möglichst lange dichthält und Feuer sowie Rauch nicht in die nächste Etage gelangen.“ In der Münchener Hauptzentrale des ADAC wurden deshalb 400 „Ecoguss“-Abläufe installiert. Die eingebauten Abläufe sind mit dem Brandschutzelement „Fire-Kit“ ausgestattet. Sobald Feuer durch das Rohr in den Ablaufkörper dringt, quillt der Brandschutzeinsatz auf und verschließt den Rohrstutzen (Bild 3).

Das deutsche Institut für Bautechnik versichert, dass das „Fire-Kit“ den Feuerwiderstandsklassen F30, F60 und F120 nach DIN 4102-11 entspricht. Denn wichtig ist vor allem, dass die Brandschutzelemente der erforderlichen Feuerwiderstandsklasse entsprechen. Die Brandschutzelemente spielen also auch bei Gussabläufen die entscheidende Rolle und nicht, wie häufig angenommen, die Brandschutzklasse des Ablaufes selbst.

Installation leicht gemacht

Eine leichte Installation bedeutet immer Zeit- und Kostenersparnis. „Das war neben den Sicherheitsaspekten ein wichtiger Grund für die Planer, sich für die Ecoguss-Abläufe zu entscheiden“, sagt Oliver Schramm, Vertriebsleiter Süd bei der Kessel AG. Aufgrund des geringen Gewichts ließen sich die Abläufe genauso leicht montieren wie Abläufe aus Kunststoff. Obwohl der Werkstoff metallische Eigenschaften besitzt, leitet er nicht – eine Erdung war beim Einbau somit nicht nötig. Darüber hinaus mussten die Kernlöcher, die zum Einsetzen der Abläufe gebohrt wurden, nicht mit Mörtel verschlossen werden und es konnten ohne Wartezeit für die Trocknung weitergebaut werden. Der fachgerechte Einbau war so schnell und ohne großen Aufwand möglich. Die Dichtung wurde einfach in die Kernlochbohrung eingesteckt und anschließend versenkt (Bild 4). Außerdem bietet die Decken- und Wanddurchführungsdichtung „QuickFit“ zusätzliche Sicher­heit im Brandfall.

Den notwendigen Schutz dafür liefert die Brandschutzmasse. Sie wurde mit einem Metallbügel am unteren Ende der Einbauhilfe angebracht und verschließt während eines Brandes durch das Aufquellen der Masse die Lücke, die durch die schmelzende Dichtung entsteht. Somit wird dem Feuer der Weg versperrt, Dämpfe und Rauch können sich nicht verbreiten

Robustes Material

„Damit sich Angestellte und Besucher im ADAC-Gebäude wohlfühlen, ist es wichtig, dass keine unangenehmen Gerüche entstehen und die Abläufe in einwandfreiem Zustand sind. Aufgrund der glatten, rost- und korrosionsfreien Oberfläche haben Bakterien und Keime keine Chance“, sagt Schramm. Selbst nach langer Nutzung treten kaum Schäden auf. Unangenehme Gerüche können sich nur schwer bilden und auch Bauwerkschäden durch austretendes Wasser werden vermieden.

Stabil und bruchsicher

Die im Parkhaus verbauten Abläufe mussten nicht nur den Brandschutzvorschriften entsprechen, sondern auch den Belastungen durch den Fahrverkehr standhalten. „Auch hier entschied man sich für Ecoguss-Abläufe“, sagt Jung, Produktmanager für Abläufe bei Kessel. „Denn die Parkdeckabläufe aus diesem Material entsprechen gemäß DIN EN 1253-1 der Belastungsklasse M 125 und sind bis zu 12,5 t befahrbar.“ (Bild 5) Da die Abläufe von Haus aus korrosionsfrei sind, denn sie besitzen keine Beschichtung wie Guss, weisen sie auch bei länger Nutzung keine Zeichen von Verschleiß aufweist.

Zeitsparende Reinigung

Ebenso wichtig wie die Stabilität des Materials, sind die Wartung und Reinigung der verarbeiteten Abläufe. Denn bei großen Gebäuden wie der ADAC-Hauptzentrale spielt der Zeitfaktor bei der Reinigung eine wichtige Rolle. Das Verriegelungssystem Lock & Lift reduziert die Reinigungszeit um 70 %. Das Reinigungspersonal kann die Abdeckung des Ablaufs ohne Werkzeug mit nur einem Dreh öffnen, entnehmen und anschließend wieder verschließen.

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