Exklusiver Online-Beitrag: Ästhetische Wärme im Fritz-Schumacher-Bau

Heizkörper am Kunst- und Mediencampus Hamburg

Im Jahr 2000 wurde die Frauenklinik Finkenau in Hamburg-Uhlenhorst geschlossen. In den darauffolgenden fünf Jahren ließ die Sprinkenhof AG die Backsteinbauten in einen Kunst- und Mediencampus für die Hamburg Media School (HMS) umwandeln. Heute absolvieren hier zahlreiche junge Leute ihre fachliche Ausbildung im Rahmen des Studiengangs Design, Medien und Information (DMI) der Hochschule für Angewandte Wissenschaft Hamburg (HAW Hamburg).

Design in den Köpfen, Design im Raum: Zu den wichtigen ästhetischen Bestandteilen im Gesamtkonzept des denkmalgeschützten, dreiflügeligen Fritz-Schumacher-Baus gehören eben auch die Heizkörper. Wie also dem Vorurteil begegnen, dass Heizungssysteme unschön sind und daher aus dem Blickfeld genommen werden müssen? Die Antwort darauf liefern die „Delta Laserline“-Radiatoren von Purmo: Dank ihrem klassischen Stil stehen sie zwar für sich, wirken dabei aber unaufdringlich.

In einer nahezu grenzenlosen Anzahl von Möglichkeiten geben moderne Heizkörper einem Raum auch die optische Behaglichkeit, die er verdient. Design geht dabei Hand in Hand mit der Technik. Auch Purmo hat sich das Ziel gesetzt, ideale Heizungslösungen auf den Markt zu bringen, die mehr können als nur Wärme zu erzeugen. Die im Rettig-Werk in Meiningen hergestellten „Laserline“-Radiatoren gehen da mit gutem Beispiel voran – und bringen sich als angenehme Raumobjekte ein.

 

Eine Herausforderung für Architekten

„Wir haben schon mehrmals mit der Firma Purmo zusammengearbeitet“, sagt Architekt Hans-Ulrich Feierabend, der sich beim Objekt Finkenau über eine verlässliche Größe im Bereich Heizen freut. Er hatte über einen Zeitraum von fünf Jahren zusammen mit seinem Kollegen, dem Architekten Thies Thiessen, eine Mammutaufgabe zu bewältigen: Planung vom Umbau und den Ausbauarbeiten sowie Wiederherstellung der äußeren Gestalt. Diese Herausforderung erwies sich als durchaus spezifisch, vor allem angesichts eines denkmalgeschützten Gebäudes, dem die Architekten möglichst nicht zu offensichtlich ihre Handschrift aufdrücken sollten. Es galt, die Wandfarben, Fliesen und Fußböden nach dem Originalplan zu rekonstruieren, ebenso die gekachelten Wände und das Treppenhausgeländer. Einziger Kompromiss: Statt heller Türen kamen schwarze hinein und Akustikdecken waren ebenso notwendig wie gläserne Brandschutztüren in den Fluren.

Die Backsteinbauten – genannt Kurt-Schumacher-Bau – auf dem Gelände in Hamburg-Uhlenhorst entstanden in den Jahren 1911 bis 1914. Damals hatte Hamburgs bauender und prägender Baudirektor Friedrich Wilhelm „Fritz“ Schumacher seine Hand im Spiel. Und obgleich so mancher meint, der Bau sei vom Jugendstil geprägt, ist der Fritz-Schumacher-Bau laut Architekturbüro vielmehr ein Musterbeispiel für den hoch entwickelten norddeutschen Heimatschutzstil kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Bei seiner Einweihung galt das darin untergebrachte Institut für Geburtshilfe als unerhört fortschrittlich.

Fortschrittlich sollte auch der Umbau zum zentralen Campus für die Kunst- und Medienausbildung erfolgen: Denn die Hauptaufgabe bestand darin, die Sanierung und den Umbau des Gebäudekomplexes nicht allzu offensichtlich vorzunehmen. Vielmehr ging es darum, in Hinblick auf den ursprünglichen Stil eine sensible Strategie zu verfolgen und dabei gleichzeitig die zeitgenössischen Aspekte einzubinden. Zum Beispiel mit der Technik des Heizens.

 

Gussheizkörper im Einklang mit Röhrenradiatoren

Die Anlage war zwar zwischen 1960 und 1970 umgebaut worden, doch beim Anblick der alten Plattenheizkörper verzogen die Planer das Gesicht. „Das passte nicht mehr zusammen“, erinnert sich Architekt Hans-Ulrich Feierabend, der sich plötzlich einer 1920 erbauten alten Schwerkraftanlage gegenüber sah. Zudem war die Technik der Heizkörper völlig veraltet. Einige der sehr alten Gussheizkörper galt es dennoch als optischen Akzent zu erhalten – auch um in einigen Nischen die ebenfalls schützenswerten Kacheln nicht zu zerstören.

Bei aller Nostalgie war schnell klar: „Die Anlage musste insgesamt erneuert werden. Auch damit sie wertiger wirkt“, wie es der Architekt formuliert. Und da passte das Purmo-Konstrukt exakt hinein, da sich die Gliederheizkörper optimal an die Optik alter Heizkörper anlehnen und gleichzeitig „en vogue“ und stilecht sind. Die „Delta Laserline“-Röhrenradiatoren erwiesen sich auch in diesem Fall sowohl als ästhetische als auch als anpassungsfähige Lösung. Gerade in dem denkmalgeschützten Gebäude, in dem jeder Raum, jede Ecke andere Maße aufweisen, bieten sie einen entscheidenden Vorteil: Sie sitzen wie eine zweite Haut. Die Heizkörper werden maßgeschneidert an den Raumkörper angepasst und verbinden sich mit der Raumstruktur zu einer Einheit.

In die Finkenau wurden 498 Heizkörper in verschiedenen Baulängen und Bauhöhen von 200 mm bis 2000 mm und mit einer Zwei-Säulen- bis Sechs-Säulen-Gestalt geliefert. Die Heizkörper wurden mit Systemtemperaturen von 80/40 °C für eine fernwärmegerechte und wirtschaftliche Betriebsweise ausgelegt, damit eine hohe Auskühlung der Fernwärmeversorgung erfolgt. Aufgrund der gewählten Temperaturspreizung von 40 K konnten kleinere Rohrdurchmesser installiert werden, die weniger Platz benötigen und damit geringere Investitionskosten bedeuten.

 

Wie sich Heizkörper dem Raum unterordnen

Seinen wohl „schönsten“ Auftritt hat das Heizkörpermodell im großen Hörsaal – obgleich das wärmende Detail erst auf den zweiten Blick ins Auge fällt. Denn bei der besagten sensiblen Sanierung wurde Wert darauf gelegt, dass sich die Heizkörper den Räumen unterordnen, weshalb sie laut Hans-Ulrich Feierabend in lichtgrau eingebaut wurden. „Wir haben lange überlegt, was zum Gesamtkonzept passt.“ Eine harmonische Einfügung und nicht ein brüllender „Eyecatcher“ war das Resultat der Besprechungen. „Bei einem denkmalgeschützten Gebäude geht es tatsächlich nur ohne Hervorhebung.“ Und Johann Jäger von der Ingenieurgesellschaft Ridder und Meyn Hamburg findet: „Röhrenradiatoren passen zum Charakter des Gebäudes.“

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