Interimsbau in Holz-Modulbauweise

Pestalozzi-Schule nutzt Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung

Statt einem Containerbau setzt die Pestalozzi-Schule in Fürstenfeldbruck bei München auf einen großzügigen Interimsbau in Holzbauweise. Auf rund 800 m2 finden hier eine Mensa, Therapie- und Freizeiträume für den Ganztagsbetrieb sowie eine Schüler-Übungsfirma Platz. Für angenehmes Raumklima, Bautenschutz und geringe Energiekosten sorgen fünf Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung. Die zentralen und dezentralen Systeme wurden stehend an der Gebäudefassade sowie platzsparend an der Decke installiert.

Die Pestalozzi-Schule Fürstenfeldbruck ist ein Sonderpädagogisches Förderzentrum. Rund 40 Lehrkräfte betreuen dort zwei Vorschulgruppen sowie die Jahrgangsstufen 1 bis 9 mit über 200 Kindern. Die Schule hatte für die Nachmittagsbetreuung lange Zeit die Räume der benachbarten Landwirtschaftsschule genutzt. Dieser Gebäudeteil musste jedoch 2022 in Folge eines Wasserschadens abgerissen werden. Die Pestalozzi-Schule verlor dadurch etwa ein Viertel ihrer Räumlichkeiten. Mit einem Interimsbau soll der aktuelle Bedarf abgedeckt und der Ganztagesbetrieb der Schule wiederhergestellt werden.

Neubau in...

Die Pestalozzi-Schule Fürstenfeldbruck ist ein Sonderpädagogisches Förderzentrum. Rund 40 Lehrkräfte betreuen dort zwei Vorschulgruppen sowie die Jahrgangsstufen 1 bis 9 mit über 200 Kindern. Die Schule hatte für die Nachmittagsbetreuung lange Zeit die Räume der benachbarten Landwirtschaftsschule genutzt. Dieser Gebäudeteil musste jedoch 2022 in Folge eines Wasserschadens abgerissen werden. Die Pestalozzi-Schule verlor dadurch etwa ein Viertel ihrer Räumlichkeiten. Mit einem Interimsbau soll der aktuelle Bedarf abgedeckt und der Ganztagesbetrieb der Schule wiederhergestellt werden.

Neubau in Holzbauweise

Der Erweiterungsbau wurde vom Architekturbüro s+p dinkel Architektur als Holzelementbau konzipiert. Der Vorteil ist die deutlich kürzere Bauzeit gegenüber einer konventionellen Bauweise. Die Baukosten lagen mit rund 5 Mio. Euro in ähnlicher Höhe. Da die Standzeit des Interimsbaus deutlich unter 25 Jahren liegt, wird die Maßnahme von der oberbayerischen Regierung mit rund 900.000 € Fördergeldern bezuschusst. Die Ausführung erfolgte durch die Holzbau GU GmbH, die vorgefertigte, ca. 3 m x 5 m große Holzelemente montierte.

Das zweigeschossige Gebäude bekam eine vorvergraute Holzfassade. Der Innenausbau erfolgte konventionell. Im Erdgeschoss befindet sich eine große Mensa. Das Obergeschoss wiederum bietet großzügige Freizeiträume für die Nachmittagsbetreuung. Der energieeffiziente Neubau besitzt eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, die Strom für den Eigenbedarf erzeugt. Die Wärme­energie wird über Fernwärme und Fußbodenheizung bereitgestellt. Ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnungträgt wesentlich dazu bei, dass die Raumwärme im Gebäude gehalten wird und Lüftungswärmeverluste reduziert werden.

Anforderungen an das Raumklima

In der Planungsphase stand schnell fest: Der neue Holz-Modulbau der Pestalozzi-Schule sollte Schülern und Lehrern Raum zum Wohlfühlen bieten. Dazu gehörte auch der Wunsch nach einem angenehmen und gesunden Raumklima. Da direkt am Grundstück eine Straße vorbeiführt, war eine Lösung gesucht, bei der die Fenster das ganze Jahr geschlossen bleiben können. Die Wahl fiel auf ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung aus der „Commercial Line“ von Vallox. Es sollte bedarfsgerechte Luftmengen fördern können und sich platzsparend in den Holz-Modulbau integrieren. Das Planungsbüro Seidel Heizung & Bad GmbH entschied sich bei diesem Projekt für insgesamt 5 zentrale und dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung inkl. Luftverteilsystem.

Zentrale und dezentrale Lüftung kombiniert

Während das gebäudezentrale Lüftungsgerät mit „ValloFlex“ Rohrsystem die Mensa und Toiletten im Erdgeschoss versorgt, werden in den Freizeiträumen punktuell dezentrale „airDIRECT“ Lüftungsgeräte eingesetzt. So musste im Obergeschoss kein Luftkanalsystem verlegt werden – für eine Montage, die sich deshalb auch für eine Nachrüstung anbietet.

Das zentrale Lüftungsgerät „VARIO 2300 CC“ wurde an der Gebäudefassade der Mensa installiert. „Später wurde eine Verkleidung angebracht, sodass das Lüftungsgerät und die Verrohrung nicht öffentlich zugänglich platziert sind“, erzählt Dipl.-Ing. Maximilian Thoß vom Planungsbüro Seidel. Im Innenbereich der Mensa wurden die flachen Luftkanäle und Luftauslässe über den abhängten Akustikpaneelen versteckt. Für die Toiletten entschied sich Thoß für ein Deckengerät. Dies fand im benachbarten Technikraum an der Holzdecke Platz. Aufgrund der hohen Wärmerückgewinnung bleibt die Temperatur stets angenehm und es werden Energiekosten gespart.

In den drei Freizeiträumen wurde pro Raum jeweils ein dezentrales Lüftungsgerät installiert. Aufgrund der ­Deckenmontage zwischen den Akustikpaneelen geht kein Platz für die Raumnutzung verloren. Des Weiteren sind für die Installation der dezentralen Geräte jeweils zwei Kernlochbohrungen in die Außenwand und ein Stromanschluss notwendig. Die Rohrführung zur Außenwand verschwindet komplett in der abgehängten Decke. Eine zusätzliche Kondensatabführung entfällt – das anfallende Kondensat wird mit Hilfe des integrierten Elektroheizregisters im Lüftungsgerät verdunstet.

Gesunde Raumluft und Energieeinsparung

Das Lüftungssystem führt die belastete Raumluft zuverlässig ab. Gleichzeitig wird frische, gefilterte Außenluft zugeführt. Die Geräte sorgen für ein gesundes Raumklima, indem sie den CO2- und Schadstoffgehalt reduzieren. Die integrierten CO2-Sensoren regeln die Frischluftzufuhr automatisch – je nachdem, wie viele Personen sich gerade im Raum aufhalten. Aufgrund der Lüftungsanlage können die dreifach-verglasten Holzfenster geschlossen bleiben. Die hohe Wärmerückgewinnung von über 90 % sorgt für Energieeinsparungen bei den Heizkosten und eine angenehme Raumtemperatur. Im Sommer kühlen die Lüftungsgeräte den Modulbau mit bedarfsgerechter Nachtlüftung ab.

Positives Feedback

„Das Raumklima ist im Schulalltag sehr angenehm und die Geräte sind nicht zu hören“, berichtet Schulleiterin Petra Schneider. Das bestätigt auch der Hausmeister: „Die Regelung über das Touch-Display ist sehr einfach. Besonders praktisch ist die automatische CO2-Steuerung“, so Cahit Dilek.

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