Sanitär | Unternehmen + Markt | 22.02.2019

Gebäudearmaturen 2018

Nur geringes Umsatzwachstum

  • Die zehn wichtigsten Abnehmerländer für Gebäudearmaturen im Export

Das Jahr 2018 brachte der deutschen Gebäudearmaturenindustrie insgesamt nur ein mageres Umsatzwachstum von 1 %. Damit wiederholte sich das Ergebnis des Vorjahres. Gründe für das Ergebnis lagen vor allen Dingen in der schwachen Nachfrage nach Heizungsarmaturen und den fehlenden Wachstumsimpulsen bei Sanitärarmaturen. Allein die erfreuliche Nachfrageentwicklung bei technischen Gebäudearmaturen verhinderte ein negatives Ergebnis.

„Nachdem im ersten Halbjahr 2018 vor allem positive Impulse aus dem europäischen Ausland noch Hoffnung auf ein dynamischeres Wachstum weckten, schwand diese im weiteren Jahresverlauf durch gleichermaßen rückläufige Geschäfte im In- und Ausland“, erklärt Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des Fachverbandes Armaturen. Zum Jahresende schlug der Auslandsumsatz der Gebäudearmaturenhersteller mit+2 % zu Buche, das Inlandsgeschäft schloss mit +1 %.

 

Technische Gebäudearmaturen punkten

In den einzelnen Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze unterdessen sehr unterschiedlich. Die Hersteller technischer Gebäudearmaturen konnten an die erfolgreiche Umsatzentwicklung des Vorjahres anknüpfen und steigerten ihren Gesamtumsatz um 6 % (Inland +6 %, Ausland +7 %). Eine Fortsetzung der Entwicklung galt auch für die Hersteller von Heizungsarmaturen, allerdings in umgekehrter Richtung. Sie verloren weiter Umsatz in einer Größenordnung von 8 % (Inland -9 %, Ausland -8 %). Der Euroraum erwies sich dabei mit einem Rückgang von 12 % als besondere Achillesferse. Die Sanitärarmaturenindustrie entwickelte sich zwischen diesen beiden Polen auf Stagnationskurs. Hier zeigte der Euroraum zwar noch Interesse (+4 %), indes fehlten die Impulse im Inland und auf den außereuropäischen Märkten (-3 %).

 

Frankreich, USA und China wichtigste Absatzmärkte

2018 stieg der Export deutscher Gebäudearmaturen um 5,7 % auf insgesamt 3,22 Mrd. € Die Liste der Top 10 Absatzländer wurde wie im Vorjahr von Frankreich angeführt. Die Lieferungen in das Nachbarland erreichten einen Wert von 300 Mio. €. Die Baugenehmigungen gingen dort im 2. Halbjahr 2018 leicht zurück, aber das Wohnungsbaugesetz (Loi Elan) sollte dem Sektor wieder Schwung verleihen.

Die USA belegte den zweiten Platz der wichtigsten Exportmärkte und hat sich damit gegenüber 2017 um einen Platz verbessert. Das Geschäft der deutschen Gebäudearmaturenindustrie wuchs um fast 15 % auf 259,3 Mio. €. Dabei stagnierte der amerikanische Wohnungsmarkt zwar, der Baubeginn vieler Mehrfamilienhäuser entfachte im Hochbau aber noch Nachfrageimpulse.

China folgte den USA auf dem dritten Platz. Dabei verzeichnete der Export allerdings einen Rückgang (-6 %) auf 254,3 Mio. €. Die chinesische Bauwirtschaft setzte die Boom-Phase 2018 fort, aber auch die Preise für Wohnraum in den Städten der zweiten und dritten Reihe explodierten. Als Folge dessen ging die Zahl der Wohnungsverkäufe in vielen Städten zurück.

 

Bevorstehender Brexit hinterlässt bereits Spuren

Während die Lieferungen in andere wichtige Absatzmärkte mehr oder weniger auf Vorjahresniveau lagen, erwies sich das Auslandsgeschäft mit Großbritannien – vermutlich gerade wegen des bevorstehenden Brexits – als außerordentlich lebhaft. Das Geschäftsvolumen der deutschen Gebäudearmaturenindustrie stieg 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 30 % auf 216,4 Mio. €. Nochmal eindecken, bzw. Lager füllen lautete wohl die Devise, denn mit der Entwicklung des britischen Wohnungsbaus (+0,5 %) war der Hype nicht zu erklären.

 

Branche ohne Wachstumserwartungen

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland und der Eurozone schwächt sich ab. Das außenwirtschaftliche Klima ist rauer geworden. Die hohe Kapazitätsauslastung und günstige Finanzierungsbedingungen stimulieren zwar die Investitionsbereitschaft, doch die geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheiten verstärken gleichzeitig Vorsicht. Der US-Handelsstreit, die unklaren Modalitäten für den bevorstehenden EU-Austritt Großbritanniens sowie die hohe Staatsverschuldung Italiens sind Unwägbarkeiten, die die Branche umtreiben.

Euroconstruct geht bis 2020 von einer deutlichen Abschwächung der Baukonjunktur aus. In Deutschland wird die Errichtung von Wohnungen in neuen Mehrfamiliengebäuden demnächst wohl an eine „natürliche“ Grenze kommen. Fachkräftemangel, die hohe Auslastung des Handwerks sowie vielerorts kaum noch verfügbare Bauflächen bremsen das Wachstum. „Wir gehen davon aus, dass sich 2019 für unsere Gebäudearmaturenhersteller zu einem Jahr der Genügsamkeit entwickeln wird, soll heißen zu einem Jahr mit Umsatz auf Vorjahresniveau“, prognostiziert Wolfgang Burchard.

Thematisch passende Beiträge

  • Halbjahresbericht der Gebäudearmaturenindustrie für 2014

    VDMA meldet Wachstum

    Die deutschen Gebäudearmaturenhersteller blicken auf ein durchwachsenes erstes Halbjahr 2014 zurück. Von Januar bis Juni erzielten sie ein nominales Gesamtumsatzplus von lediglich 1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Euroraum fielen die Umsätze um 12 %. Trotz guter Rahmenbedingungen brachte der Heimatmarkt Deutschland ebenfalls kein Wachstum. Der Umsatz ging um 2 % zurück. Außerhalb Europas...

  • Gebäudearmaturenindustrie freut sich über Marktbelebung

    In der ersten Jahreshälfte 2010 erzielte die deutsche Gebäudearmaturenindustrie ein nominales Umsatzplus von insgesamt 5 %. Dies meldet der VDMA-Fachverband Armaturen. Die weltweite Wirtschaftskrise scheint überwunden: Nach dem Krisenjahr 2009 legten sowohl die Inlands- als auch die Auslandsnachfrage von Januar bis Juni 2010 deutlich zu. Erfreulich war insbesondere die erhoffte Wiederbelebung...

  • VDMA: Trotz Konjunkturschwäche Wachstum erhofft

    Mäßiges erstes Halbjahr

    Die weltweite Konjunkturschwäche belastet das Geschäft der Gebäudearmaturenhersteller. Die ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirkten sich negativ auf die Baukonjunktur in wichtigen Europäischen Absatzmärkten aus. Nach einem schwachen ersten Halbjahr sind die Anzeichen für ein Wachstum in der zweiten Jahreshälfte aber gut. Von Januar bis Juli 2012 erzielten die deutschen...

  • Halbjahresbericht der Gebäudearmaturenindustrie für 2017

    Im Euroraum nichts Neues

    Die Entwicklung der deutschen Gebäudearmaturenindustrie war im ersten Halbjahr 2017 zufriedenstellend. Von Januar bis Juni 2017 ergab sich ein nominales Umsatzwachstum von 2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Geschäft im Euroraum lahmte erheblich und verzeichnete einen starken Umsatzrückgang von -16 %. Das traf vor allem, die im europäischen Ausland angesiedelten Produktionsstätten der...

  • Deutsche Gebäudearmaturenhersteller trotzen der Euro-Krise

    Zweistelliges Umsatzwachstum in 2012

    Die deutschen Gebäudearmaturenhersteller konnten 2011 abermals beim Umsatz zulegen und ein nominales Umsatzplus von insgesamt 12 % im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Dies meldet der VDMA-Fachverband Armaturen. Der Binnenmarkt erwies sich als stabil; das Auslandsgeschäft trotzte der Euro-Krise. Der Auftragseingang der deutschen Gebäudearmaturen lag 2011 um nominal 10 % über dem Ergebnis des...

alle News

News der SHK- und Kältebranche

  • Alle News


  • Alle News


  • Top 5 - Meistgelesen

    Inhalte der nächsten Heftausgaben

    • Heft 04 / 2019

      Ein Transit-Management-System im Park-Tower – Aufzugs- und Türsteuerung für smarte Gebäude

      Die Anwohner des Park-Towers brauchen keine Schlüssel. Ein Transit-Management-System öffnet den Bewohnern des Hochhauses im schweizerischen Kanton Zug automatisch die Türen und stellt den Aufzug passend bereit.

      Foto: Schindler

    • Heft 05 / 2019

      Ein Ventilator für die Kirchenheizung – Optimierte Strömungsmaschine und Aluminium-Hohlprofil-Schaufeln erhöhen Effizienz

      Beim Heizen gibt es viele Faktoren zu beachten – beim Heizen von Kirchen kommen ganz spezielle dazu. Die Theod. Mahr Söhne GmbH kennt sie alle. Mit seinen Geräten sorgt das Familienunternehmen in Kirchen für das richtige Raumklima. Dabei hilft ihnen eine neue Generation an Radialventilatoren.

      Foto: ebm-Papst

    tab @ Twitter

    Branchenbuch der Kälte- und Klimatechnik

    Branchenbuch der Kälte- und Klimatechnik

    Branchenbuch der Kälte- und Klimatechnik

    Das Branchenbuch der Kälte- und Klimatechnik bietet ausführliche Informationen rund um die Anbieter von Kälte- und Klimatechnik.
    Hier geht's zur Online-Recherche

    Anbieter finden:

    Finden Sie mehr als 4.000 Anbieter im EINKAUFSFÜHRER BAU - der Suchmaschine für Bauprofis!

    tab-Newsletter
    • » Zweimal im Monat kostenlose News.
    • » Heft-Highlights – auch ohne Heft-Abo.
    • » Bei Nichtgefallen jederzeit zu kündigen.

    Riskieren Sie einen kurzen Blick und erhalten Sie weitere Informationen.