Mit der IFC-Schnittstelle in die Praxis

Zielsetzung: Workflow-Optimierung

Wenn heute Planungsbüros anfangen, sich mit dem Thema Building Information Modeling (BIM) zu befassen, geschieht dies oft in der An­nah­me, der Einsatz eines neuen Werkzeugs zur Erstellung eines Gebäudemodells reiche aus, um am BIM-Prozess teilzunehmen und darüber hinaus alle anfallenden Planungsaufgaben erledigen zu können. Projektbeispiele, die durchgängig alle Gewerke enthalten, also auch die TGA, sind noch eine Seltenheit. Viel zu spezifisch sind die Analyse- und Auslegungsprozesse, die erst zu konstruierbaren Anlagen­modellen führen können, als dass man sie mit einem reinen 3D-Modellierwerkzeug abbilden könnte. Im Rahmen der ISH veranstaltete liNear eine Veranstaltung, um Planern dieses Thema nahezubringen. Rund 100 Interessierte folgten der Einladung.

Für den Datenaus­tausch wurde das IFC-Format konzipiert. Über die Definition umfangreicher „Industry Foundation Classes“ ist es möglich, alle denkbaren Bauteile geometrisch und mit ihren Materialeigenschaften und/oder technischen Daten zu beschreiben. So können Bauteile aus der einen Anwendung exportiert werden, um sie z. B. zum Zwecke der Zusammenführung im zentralen BIM-Modell wieder zu importieren. So bietett liNear den IFC-Exporter, der in enger Abstimmung mit Kunden, die schon in BIM-Projekte involviert sind, wie auch mit der RWTH Aachen und Industriepartnern entwickelt wurde.

BIM in der Praxis

Im Planungsprozess der TGA-Gewerke Heizung, Kälte, Raumlufttechnik, Sanitär und Elektro setzt die Brendel Ingenieure GmbH auf liNear-Softwarelösun­gen. Eines der aktuellen Großprojekte der Brendel Ingenieure GmbH ist ein Vollversorgerkrankenhaus mit ca. 70 000 m² Brutto-Grundfläche und mehr als 3000 Räumen. Herr Tocü von Brendel Ingenieure GmbH setzt zur Workflow-Optimierung auf die BIM-Methode: „Ein solches Pro­jekt ist in Bezug auf Größe und Komplexität eine besondere Herausforderung. Jedoch bietet es mindestens genauso viele Chancen zur Weiterentwicklung des Planungsprozesses und des Workflows im Büro. Um das Projekt kosten- und zeiteffizient abwickeln zu können, haben sich die Planungsbeteiligten auf eine Umsetzung mit BIM verständigt.

Im Rahmen des Großprojektes wurde auf eine zentrale Datenhaltung in einer objektorientierten Datenbank und einen Datenaustausch mittels IFC gesetzt, sodass ein Austausch von z. B. inneren Wärmelasten und resultierenden Kühllasten über IFC-Dateien gelöst wurde. Diese war nötig, da eine detaillierte dynamische Heiz- und Kühllastberechnung aller Räume (> 3000 Zonen), sowie eine Komponenten-Auslegung und Konstruktion der Anlagen mit unterschiedlicher Software (Autodesk und liNear; Equa, IDA ICE; Nemetschek) umgesetzt wurde. Die Übernahme der berechneten Heiz- und Kühllasten sowie der Gebäudestruktur in den liNear-„Desktop AddOn Building Manager“ (Gebäudemanager) erfolgt direkt über den IFC-Datenaustausch. Durch die Nutzung dieser Schnittstelle war es möglich, die Raumkonturen, die Gebäudestruktur sowie die zusätzlich vergebenen Attribute (u.a. dynamisch berechnete Heiz- und Kühllast) in kürzester Zeit in den Gebäudemanager zu übernehmen. Es wurden mehr als 3000 Räume aufgenommen, wie auch mehr als 1400 Heizkörper und das dazugehörige Rohrnetz ausgelegt, isometrisch gezeichnet und berechnet. Diese Leistung wurde in ca. 60 % der üblichen Zeit von nur einem Mitarbeiter erbracht.“

Software unterstützt

Manfred Waluga, Geschäftsführer der liNear GmbH, erläutert dazu: „Allein unsere Produktpalette enthält über 20 Softwaremodule, die für spezifische Aufgaben Lösun­gen bieten: Von der Heizlastberechnung über die Zeichenmodule und Rohrnetzberechnungen in allen Gewerken bis hin zu Angebots- und Ausschreibungsprogrammen ist es unser Anspruch, die Produktivität aller Phasen in der TGA-Planung mit Software deutlich zu erhöhen. Diese hohe Produktivität beizubehalten, gleichzeitig aber die zentralen BIM-Anforderungen zu erfüllen, ist die Aufgabenstellung für Softwarehäuser wie liNear.“

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