Wände als Energieressourcen

Solare Hallenfassaden als Energiesparmaßnahme

Die Technologie ist patentiert und längst bewährt. Weltkonzerne wie L’Oreal, Bombardier, Glaxosmithkline nutzen sie seit Jahrzehnten standardmäßig zur Gewinnung regenerativer Wärmeenergie nicht nur zur Beheizung ihrer Hallengebäude, sondern auch um bei der Prozesswärme Energieaufwand und CO2-Ausstoß zu reduzieren. Die Rede ist von Solar-Luftkollektoren für die Wandmontage.

Im Jahr zwei der Energiewende in Deutschland sollte die Zeit für eine saubere und hocheffiziente Heiztechnologie, wie die „Lubi Wall“, eine Solar-Luftkollektor-Technologie mit 80 %-igem Wirkungsgrad reif sein. So sieht es jedenfalls Heiko Schneider, Geschäftsführer der GoGaS Goch GmbH & Co. KG in Dortmund. Sein Unternehmen besteht seit über 60 Jahren und beansprucht seit vielen Jahren selbstbewusst eine Innovations­führerschaft auf dem Gebiet energieeffizienter Systeme für Heiz- und Prozesswärme. Folgerichtig hat GoGaS für die „Lubi Wal“l deutschlandweit die alleinige Lizenz und Zulassung für...
Im Jahr zwei der Energiewende in Deutschland sollte die Zeit für eine saubere und hocheffiziente Heiztechnologie, wie die „Lubi Wall“, eine Solar-Luftkollektor-Technologie mit 80 %-igem Wirkungsgrad reif sein. So sieht es jedenfalls Heiko Schneider, Geschäftsführer der GoGaS Goch GmbH & Co. KG in Dortmund. Sein Unternehmen besteht seit über 60 Jahren und beansprucht seit vielen Jahren selbstbewusst eine Innovations­führerschaft auf dem Gebiet energieeffizienter Systeme für Heiz- und Prozesswärme. Folgerichtig hat GoGaS für die „Lubi Wal“l deutschlandweit die alleinige Lizenz und Zulassung für die Anwendung erworben: Diese erhielt 2012 den renommierten AHR Expo Award, der ihr auf der bedeutenden Branchenmesse in Chicago verliehen wurde.

Effizientes Solar-Warmluftgerät

Damit bringt GoGaS ein interna­tional renommiertes Produkt an den deutschen Markt, das nach strengen Tests durch die Canadian Standards Association offiziell weltweit als effizientestes Solar-Warmluft-System gelten darf und somit auch von höchstem energiepolitischen Interesse sein dürfte. Die Prüfung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Anlehnung an EN 12 975-12:2006 Solar Keymark – der Grund­lage für eine Förderung in Deutsch­land – liegt seit 2013 vor.

„Wir möchten die deutsche Hallen­landschaft flächendeckend damit ausstatten“, sagt GoGaS-Chef Heiko Schneider, und er meint das mit der „Flächen-Deckung“ durchaus wortwörtlich. „Die Wände der 300 000 Hal­len­ge­bäude bundesweit bieten mehrere Millionen Quadratmeter bisher ungenutzter Fläche. Auf dieser gewaltigen Fläche schlummert ein riesiges in Deutschland bisher ungenutztes Energiepotential!“.


Wärmedämmung plus regenerative Energiegewinnung

In der Tat kommt die bisher einzige aktuelle Studie zur Gesamtanalyse der Energieeffizienz von Hallengebäuden (GAEEH) in Deutschland zu dem Schluss, dass das allergrößte Energieeinsparpotential aus einer Kombination aus Heizanlagen-Modernisierung und bauseitigen Maßnahmen besteht. Folgerichtig ist diese Er­kenntnis auch frisch in die gerade eben erst neu aufgelegte Energie­einsparverordnung (EnEV 2014) eingeflossen. Darin wird erneut die Forderung gestellt, auch bei Hallengebäuden sowohl die Wärme­dämmung als auch die Modernisierung der darin eingesetzten Heizsysteme gleichermaßen voranzutreiben. Die „Lubi Wall“-Technologie erfüllt beide Kriterien:

Etwa bei den baulichen Maßnahmen: Die Gebäudehüllen von industriellen oder institutionellen Hallen verfügen in der Regel über unzureichende oder gar keine Wärmedämmung. Hier ist bereits mit der großflächigen unkomplizierten Auf­bringung von Solar-Luftkollektoren die erforderliche Wärmedämmung gegeben.
Gleichzeitig – und das vor allem – ist das System eine Heiz­anlage: Sie heizt die kühlere Außenfrischluft um bis zu 40 °C über Außentemperatur auf, indem sie sie durch ihre luft­durch­lässigen, dicht perforierten Polycarbonat-Paneelen auf­nimmt und von der Sonnenstrahlung erwärmen lässt. Im oberen Bereich der „Lubi Wall“ wird die so natürlich aufgewärmte Frischluft mit Ventilatoren direkt dem in der Halle befindlichen Brennwert-Gerät zugeführt, dessen Energieverbrauch und damit CO2-Ausstoß sich so entsprechend reduzieren.

Der Solar-Luftkollektor nutzt also eine Art Turbo-Gewächshaus­effekt im großen Stil, der intelligent und messbar dabei hilft, Kosten und Energieaufwand dadurch zu reduzieren, dass re­ge­nerativ erzeugte Wärme als gesunde Frischluft ins Innere der Halle gebracht wird.

Die von außen natürlich vorgewärmte Luft kann dann nicht nur gezielt zur Beheizung der Halle verwendet werden, sondern auch zur direkten Reduktion des Energieaufwands und CO2-Ausstoßes bei der Erzeugung von Prozesswärme dienen, etwa für Trocknungsprozesse in industriellen Anwendungen (siehe Bild 1).

Das System ist wartungsfrei, hat keine beweglichen Teile, kann nicht einfrieren oder überhitzen und ist auch in ästhetischer Hin­sicht ein Gewinn, da sie optisch wie eine transparente Fassade aus Fens­tern wirkt und sich so architektonisch leicht in ein neues oder bestehendes Gebäude integriert.


Einsatz bei der Weber Betonwerk GmbH

Seit 2013 profitiert auch die Weber Betonwerk GmbH vom Solar-Luft­kollektor. Montiert wurden dort 75 m² „Lubi Wall“ mit einem hocheffizienten Zuluft System aus sechs EC-Ventilatoren der neuesten Generation. Das Solar-Luftsystem wird zur Beheizung der neuen Fertigungshalle und zur Unterstützung der Betontrocknung genutzt. Wenn die Sonne nicht genug Wärme liefert, wird das System automatisch durch zwei Brennwertwarmlufterzeuger à 35 kW mit einem Gesamtluftdurchsatz von 7000 m³/h ergänzt.


Energiekosteneinsparung und Förderung

Die Energieeinsparung von 1950 €/a spricht für sich. GoGaS-Chef Heiko Schneider meint: „Unsere Produkte unterstützen Unternehmen dabei, Betriebskosten zu senken und die Umwelt zu schonen.“ Die nächsten Solarprojekte bei Weber Betonwerke sind bereits in der Planung, weitere Produktionshallen werden mit der „Lubi Wall“ ausgerüstet.

Darüber hinaus stehen Fördermittel bereit. Sie erghälz die bisher höchste staatliche Förderung, wenn sie überwiegend zur Bereitstellung von Prozesswärme verwendet wird.

In diesem Fall ist z.B. in Nord­rhein-Westfalen sogar eine maximale Förderung von 270 € möglich. Die Investitionsent­scheidung wird den Unternehmen noch erleichtert durch güns­tige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ab 1 % und Tilgungszuschüssen von bis zu 50 %. Die Amortisa­tions­zeit ist mit zwei bis drei Jahren außerordentlich kurz. Die aktuelle Niedrigzinspolitik schafft zusätzliche Anreize, in nachhaltige Sonnenenergie zu investieren, eine Investition mit garantierter Rendite.

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