Unter 18 °C im Logistikzentrum
Kühlkonvektoren sichern TemperaturgrenzeDie Anforderungen an ein Multi-User-fähiges Logistikzentrum umfassen nicht nur eine gute Verkehrsanbindung und Platzaufteilung. Besonders für Kunden aus dem Lebensmittelsektor sind Lagerflächen mit dauerhaft niedrigen Temperaturen erforderlich. Pfenning Logistics setzt für seinen neuen Standort in Heddesheim Kühlkonvektoren ein. Eine Prämierung durch die DGNB zeigt, dass dieses Konzept auch unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit aufgeht.
„Grüne Logistik“ ist auch für Kunden ein entscheidender Punkt
Pfenning hat das Projekt von unabhängiger Seite prüfen lassen und die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) hat dem Logistikzentrum das Vorzertifikat in Gold verliehen. Wichtige Kriterien bei der Vergabe...
„Grüne Logistik“ ist auch für Kunden ein entscheidender Punkt
Pfenning hat das Projekt von unabhängiger Seite prüfen lassen und die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) hat dem Logistikzentrum das Vorzertifikat in Gold verliehen. Wichtige Kriterien bei der Vergabe des Vorzertifikats waren die ökologische und technische Qualität des Projekts. Diese Strategie einer „grünen Logistik“ wird auch vom Markt honoriert. So konnte mit Kraft Foods im Jahr 2012 ein neuer Kunde gewonnen werden, der zu den größten Nahrungs- und Genussmittelherstellern weltweit gehört.
Für den Zuschlag durch Kraft Foods waren nicht nur die Lage des neuen Standorts, die Flexibilität und die Multi-User-Eignung von Bedeutung, eine große Rolle spielte für den Kunden auch die ökologische Nachhaltigkeit des Gesamtkonzepts.
Der Standort ist an Straße sowie Schiene angebunden und verfügt über Lagerflächen von 128 000 m². Insgesamt finden sich auf dem Komplex zwölf Hallen mit Breiten von 97 m und Tiefen von 96 m. Die Lagerhöhen erstrecken sich zwischen 10 und 16 m. Vier Hallen des Logistikzentrums sind als sogenannte Kühllager ausgestattet. Sie müssen eine durchgehende Raumtemperatur garantieren können, die nicht über 18 °C steigt.
Ressourcenschonende Kühlkonvektoren
Gemäß dem nachhaltigen Gesamtkonzept suchten Bauherr und das mit der Planung beauftragte Architekturbüro Krüger Consult GmbH aus Burgwedel nach einem passenden Kühlsystem. Dieses System sollte die geforderte Leistung mit einer ressourcenschonenden und zukunftsweisenden Technologie erzielen. Die Wahl fiel auf die „Silent Cool“-Konvektoren der Sunline Deckenstrahlungsheizungen GmbH aus Dingelstädt.
Die Kühllager nehmen einen Anteil von rund 40 000 m² Hallenfläche ein. Auf Basis der Berechnungen, die die Planer gemeinsam mit den Spezialisten von Sunline durchführten, wurden dafür 635 Kühlkonvektoren eingebaut. Sie stellen eine Gesamtleistung von 856 kW zur Verfügung, um die geforderte Temperatur dauerhaft sicherzustellen.
Konvektoren mit Baubreiten von 56 sowie 44 cm und einer Bauhöhe von 24 cm erwiesen sich für dieses Projekt als die richtige Lösung. Damit belegen die Kühlelemente nur 5 % der gesamten Deckenfläche der Kühllager. Die Installation weiterer Systeme wie Sprinkleranlagen und Beleuchtung war problemlos möglich.
Herzstück der einzelnen Elemente ist ein mehrlagiger Wärmetauscher aus wasserführendem Kupferrohr mit aufgepressten Aluminiumlamellen. Das mithilfe einer Absorptionskältemaschine gekühlte Wasser dient als Transportmedium für die Kälteenergie: Der Kühlkonvektor zieht die warme Raumluft an der Oberseite der Kühlelemente an und führt Sie durch die Wärmetauscher im Inneren. Die warme Luft wird durch die kälteren Rippen des Wärmetauschers gekühlt und sinkt, nun schwerer geworden, von der Unterseite der Elemente langsam zu Boden. Durch diese Arbeitsweise lässt sich die Anlage über die Wassertemperatur in den Rohren gut steuern und schnell auf veränderte Temperaturbedingungen anpassen.
Da ausschließlich Wasser als Medium für die Kälteenergie dient, arbeitet das „Silent Cool“-System ohne eine maschinelle Zuluftunterstützung. Auf diese Weise kühlt das System ohne Geräuschentwicklung und ohne einen wahrnehmbaren Luftzug. Dies ist für ein Kühllager besonders unter hygienischen Gesichtspunkten ein deutlicher Vorteil, denn Staubentwicklung und -verwirbelung werden erheblich reduziert. Aber auch die Mitarbeiter des Unternehmens ziehen Nutzen aus dieser Form der Kühlung. Wenn sie bei hohen Außentemperaturen im Sommer die Hallen betreten, sind sie trotz hoher Temperaturunterschiede keinen Kühlluftströmen ausgesetzt.
Gesteigerte Effizienz durch Kondensatwannen
Für den „multicube rhein-neckar“ wurden die Elemente mit den optional erhältlichen Kondensatwannen ausgestattet. Dadurch werden der Energieverbrauch und damit auch die Kosten für die Kühlung weiter gesenkt. Durch die Kondensatwannen ist es möglich, die Kühlkonvektoren weit unter die Raumtemperatur zu kühlen, ohne dass das am Wärmetauscher der Elemente anfallende Kondensatwasser in die Luft oder bis auf den Boden gelangen kann. Damit tragen die Kondensatwannen auch dazu bei, die Luftfeuchte zu senken. Zudem wurden die Kühlkonvektoren vor Ort mit einer Komplettisolierung versehen.
So sind sehr niedrige Systemtemperaturen möglich (Vorlauftemperatur: TVL = 5 °C, Rücklauftemperatur: TRL = 9 °C). Trotz der geringen Übertragungsfläche, die nur einen kleinen Teil der Deckenfläche für sich beansprucht, werden hohe Kühlleistungen erreicht.
Durch den Einsatz von Kühlkonvektoren mit Kondensatwanne werden insgesamt weniger Elemente benötigt. Demzufolge fallen auch bei hohen Kühllasten für die erforderlichen Kühlelemente nur vergleichsweise geringe Investitionskosten an. Gegenüber einer Luftkühlung sind Einsparungen von bis zu 50 % möglich. Auch auf die Betriebs- und Wartungskosten wirkt sich die Funktionsweise positiv aus: Es gibt keine beweglichen Teile innerhalb der Kühlkonvektoren, die zu erhöhtem Verschleiß oder Fehleranfälligkeit beitragen könnten.
Ein Sunline-Montageteam installierte die einzelnen Elemente in einer Höhe von ca. 10 m mittels C-Montageschienen und Auslegerkonsolen. Die Anordnung der Konvektoren an den Decken wurde dabei so geplant, dass in den kompletten Hallen jeweils ein konstantes Raumklima herrscht.
Fazit
Pfenning Logistics, Bauherr und Betreiber des Logistikzentrums, ist mit dem erzielten Ergebnis sehr zufrieden. Die Vorbereitung der Hallen für den ersten Großkunden am neuen Standort hat gezeigt, dass die erforderliche Temperatur innerhalb von zwei Tagen erreicht und dann dauerhaft aufrechterhalten werden kann. Die passive Kühlung mit den „Silent Cool“-Konvektoren hält nicht nur die geforderten Temperaturgrenzen sicher ein. Im Vergleich mit anderen Systemen bringt die reine Wasserkühlung einige weitere positive Faktoren mit sich: Neben der stillen Arbeitsweise und dem Fehlen von Luftverwirbelungen handelt es sich auch um ein sehr wartungsfreundliches und langlebiges System.
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