Schweizer Solarpreis 2012 für Sanierung

Wohn- und Geschäftshaus in der „Energiestadt“ St. Moritz

Dieses energetische Sanierungskonzept und seine Umsetzung konnte die Juroren überzeugen. Das von der Fanzun AG, dipl. Architekten + Ingenieure, entwickelte Energie­konzept für das Wohn- und Geschäftshaus Malloth in der „Energiestadt“ St. Moritz hat an der 22. Austragung des Schweizer Solarpreises 2012 das begehrte Diplom der Kategorie Gebäude-Sanierungen gewonnen.

Im 1968 erstellten Gebäudekomplex der Schreinerei Malloth Holzbau AG in St. Moritz wurden nach der Auslagerung der Sägerei große Gewerbeflächen frei. Die Fanzun AG mit Sitz in Chur, Arosa, Engadin und Zürich erhielt den Auftrag im Zuge der Neuausrichtung neue Geschäfte in das Gebäude einzugliedern und die Gesamtstruktur des Anwesens einer energetischen Sanierung zu unterziehen. Dabei sollte die bisherige Schreinerei weiterhin auf 900 m2 Gewerbefläche arbeiten und das Abfallholz aus der Produktion zum energetisch nachhaltigen Heizen des Gebäudes genutzt werden.

Die erfahrenen Spezialisten der...

Im 1968 erstellten Gebäudekomplex der Schreinerei Malloth Holzbau AG in St. Moritz wurden nach der Auslagerung der Sägerei große Gewerbeflächen frei. Die Fanzun AG mit Sitz in Chur, Arosa, Engadin und Zürich erhielt den Auftrag im Zuge der Neuausrichtung neue Geschäfte in das Gebäude einzugliedern und die Gesamtstruktur des Anwesens einer energetischen Sanierung zu unterziehen. Dabei sollte die bisherige Schreinerei weiterhin auf 900 m2 Gewerbefläche arbeiten und das Abfallholz aus der Produktion zum energetisch nachhaltigen Heizen des Gebäudes genutzt werden.

Die erfahrenen Spezialisten der Fanzun AG, die bereits für das Gesamterneuerungsprojekt Romanik Hotels Muottas Muragl den Solarpreis 2011 („tab 6/2012“) entgegennehmen durften, entwickelten auch hier ein passgenaues Energiekonzept und setzten dieses um. Dafür wurde das Projekt mit dem Diplom Schweizer Solarpreis 2012 in der Kategorie Gebäude-Sanierungen ausgezeichnet.

„Wir wollen mit unseren Pro­jekten architektonische und ökonomische Nachhaltigkeit in idealtypischer Art mit öko­lo­gisch wegweisenden Gesamt­konzeptionen verbinden“, erklärt Gian Fanzun, geschäftsführender Partner der Fanzun AG. „Das Solarpreis-Diplom für die ener­ge­tische Sanierung des Anwesens Malloth ist für uns eine weitere Bestätigung für unsere Arbeit und unser langjähriges Engagement im Bereich des nachhaltigen Bauens.“

Massgeschneidertes Energiekonzept für Engadiner Klima

Das Gebäude ist ein typisches Bauwerk der späten 1960er-Jahre, das mit einer minimalen Wärmedämmung – im frostigen Engadiner Klima – zu einem extrem hohen Heizwärmebedarf führt. Die Verbrennung sämtlicher Holzabfälle des eigenen Schreinerbetriebs reichten nicht aus, um den Wärmebedarf zu decken. Mittels der durchdachten wärmetechnische Sanierung der Gebäudehülle unter Federführung der Fanzun AG und die Installation einer 44 m2 großen Solarthermieanlage, konnte der Gesamtenergiebedarf um 58 % sowie die CO2-Emission um 72 % verringert werden. Gleichzeitig wurde die Eigenenergievorsorgung deutlich gesteigert. Zur Deckung des Strombedarfs wurden auf 314 m2 der Dachflächen monokristalline sowie auf 106 m2 der Südost- und Südwestfassaden polykristalline Photovoltaikmodule installiert. Die Vorzeige-Gebäudehülle wird somit für eine saisonal ausgeglichene Stromproduktion optimal genutzt. Die in die Fassade integrierte Photovoltaikanlage sorgt für eine erhebliche ästhetische Aufwertung des Gebäudes und produziert, besonders in der kalten Jahreszeit, bei niedrigem Sonnenstand sehr effizient Solarstrom.


Erfolg gibt Sanierern recht

Das Projekt wurde mit Förderbeiträgen der Gemeinde, des Kantons und des Bundes unterstützt. „Wir freuen uns sehr, mit dieser großen Investition einen Beitrag zur Energieeinsparung und einem ansprechenden Ortsbild in St. Moritz-Bad leisten zu können“, berichtet Brix Kirchgeorg-Malloth als Miteigentümerin des Gebäudes. Der Gesamtenergiebedarf sank von 736 104 kWh/a vor der Sanierung auf 311 884 kWh/a.

„Wir sind sehr glücklich über diese innovative und vorbildliche Gebäudesanierung. Die Auszeichnung ist eine weitere Bestätigung unserer engagierten Energiepolitik, die wir in St. Moritz seit Jahren verfolgen“, freut sich auch Max Weiss, Präsident der Kommission Energiestadt St. Moritz.“

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