Schlanke Lösung gegen dicke Luft

Raumluftqualität durch Fassadenlüftungsgeräte verbessern

Wenn eine zentrale Lüftungslösung aus baulichen Gründen unmöglich ist oder ohnehin nur einzelne Räume bzw. kleinere Gewerbeeinheiten zu belüften sind, spielen deckenmontierte Fassadengeräte ihre Vorteile aus. Sie bewirken zum Beispiel in stark frequentierten Räumen eine bessere Raumluftqualität als mit einer Fensterlüftung erzielt werden kann; und die mechanische Lüftung spart letztendlich Energie.

Ob Arztpraxis, Schulungsraum, Konferenzzimmer oder kleines Jugendheim: Wo sich viele Menschen versammeln, heizt sich der Raum auf und verschlechtert sich die Luftqualität in kurzer Zeit, wenn nicht gezielt belüftet wird. Stoßlüftung über das Fenster genügt häufig nicht, da die Fenster bei eisigen Außentemperaturen während der Veranstaltung üblicherweise geschlossen bleiben. Bei einer Außentemperatur nahe oder oberhalb der Raumlufttemperatur und Windstille ist der Luftaustausch auch bei weit geöffneten Fenstern stark eingeschränkt. Abhilfe schafft eine mechanische Lüftung mit...
Ob Arztpraxis, Schulungsraum, Konferenzzimmer oder kleines Jugendheim: Wo sich viele Menschen versammeln, heizt sich der Raum auf und verschlechtert sich die Luftqualität in kurzer Zeit, wenn nicht gezielt belüftet wird. Stoßlüftung über das Fenster genügt häufig nicht, da die Fenster bei eisigen Außentemperaturen während der Veranstaltung üblicherweise geschlossen bleiben. Bei einer Außentemperatur nahe oder oberhalb der Raumlufttemperatur und Windstille ist der Luftaustausch auch bei weit geöffneten Fenstern stark eingeschränkt. Abhilfe schafft eine mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung, die gegenüber der Fensterlüftung eine Reihe von Vorteilen bietet (siehe Infokasten). Die Vorzüge treffen gleichermaßen auf zentrale und auf dezentrale Lüftungslösungen zu. Zentrale Systeme bieten sich an, wenn größere Objekte – etwa komplette Bürogebäude – mit konditionierter Luft zu versorgen sind. Ist der Lüftungsbedarf einzelner Nutzungseinheiten jedoch sehr unterschiedlich und zeitweise mit der Fensterlüftung zu decken, bietet sich ein dezentrales System an. Auch in Bestandsobjekten sind dezentrale Lösungen oft vorzuziehen, um größere Um- und Einbauten zu vermeiden.

Fassadenlüftungsgeräte schaffen die Gelegenheit, die Vorteile einer mechanischen Lüftung mit geringem Aufwand zu nutzen. Sie werden nahe einer Fassade innerhalb des zu belüftenden Raums eingebaut und benötigen (fast) keine Lüftungskanäle. Sie eignen sich für den Neubau ebenso wie für die Nachrüstung.

 

Fassadenlüftungsgeräte für das individuelle Belüften

Das Fassadenlüftungsgerät „Univent FVS“ der LTG AG zum Beispiel benötigt für den Außen- und Fortluftanschluss nur eine Fassadenöffnung, da die interne Luftführung einen Luftkurzschluss vermeidet. Mit einer Höhe von 43 cm und einer Masse von etwa 300 kg eignet es sich für die Deckenmontage. Das Gerät kann frei aufgehängt oder in einer Teildecke (Deckenkoffer) eingebaut werden, ohne die nutzbare Raumhöhe nennenswert einzuschränken. Mit einem Nennluft-Volumenstrom von 600 m³/h können bis zu 30 Personen ausreichend mit Frischluft versorgt werden.

Zur Geräteausstattung gehören effiziente Ventilatoren, die sich beim Nennvolumenstrom mit 2 x 65 W = 130 W elektrischer Leistung begnügen, somit der anspruchsvollsten Klasse SFP1 angehören. Die interne Wärmerückgewinnung kann bis zu 83 % der in der Abluft enthaltenen thermischen Energie für die Zuluft verfügbar machen, wodurch der Heizbedarf gegenüber der Fensterlüftung deutlich geringer ausfällt. Aufgrund des niedrigen Druckverlustes im Wärmerückgewinner (Leistungsziffer ε = 58) können mit 1 W elektrischer Ventilatorleistung 58 W Wärme übertragen werden. Die Wärmerückgewinnung kann mithilfe eines Bypasses umgangen werden, um eine vorgegebene Zulufttemperatur auszuregeln und um einen Wärmeüberschuss im Raum abzuführen. Diese Funktion wird auch bei der sommerlichen Nachtauskühlung genutzt. Dabei fördert das FVS kühle Luft in den Raum, wenn die Zulufttemperatur mehr als 2 K unter der Ablufttemperatur liegt und letztere über 19 °C beträgt. Da dies ohne Beeinträchtigung des Einbruchschutzes geschieht, steht die Nachtauskühlung immer zur Verfügung und kann eine aktive Kühlung des Raums entlasten oder sogar entbehrlich machen. Als Zubehör ist ein Kältespeicher mit PCM (Salzhydrat mit Phasenübergang Schmelzen – Erstarren und einer hohen Kapazität für eine Wärmespeicherung) erhältlich, mit dem sich über wenige Stunden am Tag Temperaturspitzen der Raumtemperatur vermeiden lassen.

 

Energieeinsparung gegenüber der Fensterlüftung

Bei der reinen Fensterlüftung werden interne Wärmegewinne durch die Wärmeabgabe von Personen und Computer ungenutzt als Lüftungswärmeverluste in die Umgebung abgegeben. Mit maschineller Lüftung ist eine effiziente Wärmerückgewinnung erst möglich. Wird die Lüftung nur eingeschaltet, wenn die Wärme freigesetzt wird, werden Lüftungswärmeverluste weitgehend vermieden.

Für einen geringen Stromverbrauch und niedrige Wärmeverluste sorgt die Regelung. Der Betrieb kann in Abhängigkeit von programmierten Nutzungszeiten oder der Anwesenheit von Personen (Präsenzmelder) erfolgen. Noch effizienter ist es, die Zuluftmenge nach Luftqualität, abhängig von den Werten eines CO2-Sensors, zu regeln: Dabei wird nicht der Volumenstrom geregelt, sondern das Gerät zum Beispiel bei einer CO2-Konzentration von 1000 ppm eingeschaltet und unterhalb von 800 ppm ausgeschaltet. Der konstante Zuluftvolumenstrom ist Voraussetzung für eine effektive Lüftung. Die integrierte Wärmerückgewinnung ermöglicht es, die Zuluft auch an kalten Wintertagen auf eine Temperatur von 17 °C zu temperieren, so dass eine Nacherwärmung im Lüftungsgerät vermieden wird und unabhängig von der Außentemperatur eine stabile Ausbreitung des Luftstroms im Raum gewährleistet werden kann. Soll das Lüftungsgerät darüber hinaus auch den Raum aktiv temperieren, lassen sich ein Wärmeübertrager für Kaltwasser bzw. ein Direktverdampfer oder ein Warmwasser-Heizregister anschließen.

Mehr Behaglichkeit und Raumlufthygiene

Für ein hohes Maß an Raumlufthygiene sorgt ein F7-Filter im Zuluftstrom. Er hält bis zu 99 % an grobem Staub oder Pollen und bis 95 % einatembaren Feinstaubs zurück. Gerade der Feinstaub der Außenluft wird – abhängig von seiner Herkunft – als gesundheitsbelastend eingestuft. Bei der Fensterlüftung wird dieser Staub nicht zurückgehalten oder verdünnt.

Nach dem Abschalten des Geräts laufen die Ventilatoren für einige Minuten im Umluftbetrieb nach, um eventuell im Betrieb feucht gewordene Komponenten wie die WRG und das Außenluftfilter zu trocknen. Das Lüftungsgerät verfügt über ein Wetterschutzgitter in der Fassade, das ein Eindringen von Schlagregen weitgehend unterdrückt. Dahinter ist eine Außenluftklappe angeordnet. Diese kombinierte Absperr- und Regelklappe schließt sich bei Stillstand und bei einem Stromausfall aufgrund ihres Federrücklaufantriebs von selbst. Außen- und Fortluftöffnung können außerdem im Brandfall angesteuert werden, damit sie sich schließen.

 

Zügiger Einbau

Der Einbau des Fassadenlüftungsgeräts bedingt nur eine einzige Öffnung der Fassade und kann inklusive der Montagearbeiten über Wochenende erfolgen, so dass der Tagesbetrieb kaum beeinträchtigt wird. Soll das Gerät nicht offen, sondern im Deckenkoffer eingebaut sein, werden die passenden Luftdurchlässe mitgeliefert. Der Einbau ohne Deckenkoffer schlägt inklusive der Gerätekosten mit etwa 10 000 € zu Buche – und dies weitgehend unabhängig von dem zu belüftenden Objekt. Dies ist unter anderem der Tatsache zu verdanken, dass der Planungsarbeit oder Anpassungsaufwand dank des umfangreichen Zubehörs wie Übergangsleitungen mit Dämm- und Schallschutz der optionalen Schlitzauslässe und der Montageschienen gering ausfällt.

 

Wenig Wartungsbedarf, geringe Betriebskosten

Im Sinne niedriger Betriebskosten haben die Konstrukteure auch den Wartungsaufwand auf das Nötigste begrenzt. Da die Filter die WRG-Einheit vor starker Verschmutzung schützen, ist ihre gründliche Reinigung erst nach einigen Jahren erforderlich. Die Lager der Ventilatoren sind für 40 000 Betriebsstunden konzipiert, was bei einem Einsatz von 8 h pro Arbeitstag etwa 20 Kalenderjahren entspräche. Sollten dennoch Arbeiten an den Ventilatoren erforderlich sein, sind diese leicht zu demontieren. Robust sind auch die Klappen und ihre Stellantriebe ausgelegt. Für sämtliche Wartungs- und Reinigungsarbeiten kann das Gerät an der Unterseite geöffnet werden. Dank der Konstruktions- und Ausstattungsmerkmale ist bei einer normalen Staubbelastung der Außenluft nur eine jährliche Wartung inklusive Filterwechsel vorzusehen, die nur etwa eine Viertelstunde Zeit in Anspruch nimmt. Aufwändigere Arbeiten wie das Säubern der luftführenden Elemente, der WRG oder eines Heizregisters sind je nach Einsatz im Abstand von mehreren Jahren einzuplanen.

Dank seiner Eigenschaften sind Fassadenlüftungsgeräte wie das „Univent FVS“ für das Lüften von Seminar-, Besprechungs- und Konferenzräumen, für Wartebereiche in Praxen oder öffentlichen Gebäuden, für kleinere Ausstellungsräume oder Versammlungsstätten geeignet. Die Investitions- und Wartungskosten machen es nicht nur für den Gebäudeeigentümer interessant, der seine Immobilie aufwerten möchte, sondern auch für Mieter von Gewerberaum, die sich mehr Luftkomfort und -hygiene wünschen. Aufgrund der Wärmerückgewinnung stellt sich trotz der Lüftungsfunktion kein zusätzlicher Heizbedarf ein; ganz im Gegenteil werden gegenüber der Fensterlüftung Heizkosten gespart und der Lüftungswärmebedarf deutlich verringert. Somit kann eine bestehende Heizungsanlage unangetastet bleiben.

 

Mit einem Gerät mehrere Räume versorgen

In Räumen, in denen mit der Anwesenheit von mehr als 30 Personen zu rechnen ist, lassen sich auch mehrere Geräte einbauen. Im Falle des „Univent FVS“ stellt die kombinierte Misch-Quelllüftung sicher, dass auch bei Betrieb mehrerer Geräte in einer Raumeinheit eine gute Durchdringung mit konditionierter Luft erfolgt. Es ist umgekehrt auch möglich, mit einem Fassadenlüftungsgerät die Belüftung mehrerer Räume vorzunehmen, was beispielsweise in Arztpraxen sinnvoll sein kann. Dazu bieten Hersteller wie die LTG Zubehörteile  in Form von Zuluft- und Überström-Luftdurchlässen an, mit dem sich das Gerät geeignet platzieren und Nachbarräume erschließen lassen. Die Montage des Lüftungsgeräts sollte dann vorzugsweise in dem Raum mit der höchsten Personendichte erfolgen. Von dort aus werden die anderen Räume versorgt. So würden beispielsweise bei einer Arztpraxis vom Wartezimmer aus die Sprechzimmer oder Büro- und Laborräume belüftet. In diesem Fall dimensioniert man das Kanalsystem und die Luftmengen für die angeschlossenen Nachbarräume je nach Raumbelegung. Aufeinander abgestimmte Komponenten vom Fassadenmodul über das Lüftungsgerät selbst bis hin zu den Auslässen für Deckenkoffer oder Nachbarräume erleichtern die Planung und die Installation und erlauben auch den Einbau von Anlagen für mehrere Räume in kurzer Zeit.

Mit Fassadenlüftungsgeräten wie dem „FVS“ stehen Lösungen zur Verfügung, die dort für eine hohe Raumluftqualität sorgen können, wo einzelne Räume oder kleine Gewerbeeinheiten zu belüften sind oder eine Zentrallösung aus baulichen Gründen ausscheidet.

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