Raues Seewetter simulieren

Klimakammer für realistische Bedingungen

Offshore-Windanlagen sind auf See besonderen Bedingungen ausgesetzt: Salzhaltige Umgebungsluft und ständige Feuchtigkeit stellen erhöhte Anforderungen an den Korrosionsschutz. Sehr hohe Windstärken sind eine zusätzliche Herausforderung für die Hersteller.

Das dänische Technologie-Beratungsunternehmen Force Technology und das Lindoe Offshore Renewable Centre (LORC) haben daher das „LORC Component & Substructure Testing Centre“ gegründet, um Windkraftsysteme und einzelne Komponenten in einer Klimakammer unter realistischen Bedingungen einem Praxistest zu unterziehen.

Bedingungen auf See simulieren
Die Cofely Deutschland (www.cofely.de) hat den Auftrag erhalten, die Klimakammer zu konzipieren und zu bauen. Um so nah wie möglich an die Bedingungen auf See heranzukommen, wird die Klimakammer mit drei Simulationssystemen ausgestattet sein: Temperaturre...

Das dänische Technologie-Beratungsunternehmen Force Technology und das Lindoe Offshore Renewable Centre (LORC) haben daher das „LORC Component & Substructure Testing Centre“ gegründet, um Windkraftsysteme und einzelne Komponenten in einer Klimakammer unter realistischen Bedingungen einem Praxistest zu unterziehen.

Bedingungen auf See simulieren
Die Cofely Deutschland (www.cofely.de) hat den Auftrag erhalten, die Klimakammer zu konzipieren und zu bauen. Um so nah wie möglich an die Bedingungen auf See heranzukommen, wird die Klimakammer mit drei Simulationssystemen ausgestattet sein: Temperaturregelung, Feuchteregelung und Salznebelbesprühung. Diese können getrennt oder gemeinsam angesteuert werden. Tests sind im Temperaturbereich von –35 bis +60 °C möglich. Dabei können die Prüflinge einer relativen Feuchtigkeit von bis zu 95 % bei 60 °C ausgesetzt und mit einem Salznebel besprüht werden. Durch die sehr großen Prüflingskörper muss auch die Klimakammer mit sehr großen Abmessungen gebaut werden. Sie wird 14 x 8 x 8 m groß sein. Die Anlagenteile können durch ein zweiflügeliges, 7 x 7 m großes Tor in die Klimakammer eingebracht werden.

Zahlreiche Herausforderungen
In Deutschland werden üblicherweise die Kältemittel R507a oder R407F verwendet, um sehr tiefe Temperaturen zu erzeugen. Die beiden Kältemittel sind in Dänemark jedoch verboten. Daher setzt Cofely eine luftgekühlte Kältemaschine, die Propen als Kältemittel verwendet, sowie eine CO2-Tiefkältemaschine ein. Da in der Kammer u.a. auch Salznebeltests durchgeführt werden, muss das Material äußerst korrosionsbeständig sein – eine technisch anspruchsvolle Lösung, gerade im Hinblick auf die Wärmeübertragung. Damit trotzdem die erforderliche Leistung in der Kammer erbracht werden kann, wird ein spezielles Solegemisch im Wärmetauscher eingesetzt.

Cofely hat den Auftrag im Februar 2016 erhalten. Bereits im Dezember 2016 soll die Klimakammer betriebsbereit übergeben werden.

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 03/2014 Bau eines Raumklimalabors

Triple-Klimakammer für Hochschule Offenburg

Das Institut für Energiesystemtechnik (INES) der Hochschule Offenburg hat im Rahmen von „Dialog Science“ das Raumklimalabor in Betrieb genommen. „Mit thermischen Untersuchungen an Bauteilen und in...

mehr
Ausgabe 02/2019 Sanitärarmaturen-Daten

Spüleffekte simulieren

Für die Planung von Trinkwassernetzen mit der Software „liNear“ stellt der Armaturenhersteller Schell Daten für einen Großteil seiner Waschtisch-, Dusch-, Urinal- und WC-Armaturen zur Verfügung....

mehr

ebm-papst nimmt neues Erprobungszentrum in den Regelbetrieb

ebm-papst, Hersteller von Ventilatoren und Motoren, sein neues Erprobungszentrum in Betrieb genommen und zentralisiert damit alle am Stammsitz durchzuführenden Erprobungsaktivitäten. Mit einer...

mehr
Ausgabe 12/2021 Zu Gast bei Kampmann

Die 95. Tagung des AK Klimatechnik

Die diesjährige Herbsttagung des Arbeitskreises Klimatechnik fand auf Einladung der Firma Kampmann vom 22. bis 23. Oktober 2021 in Lingen statt. Unter Beachtung der Corona-Bedingungen konnte die...

mehr