Preisanpassung nach Mengenmehrungen

Keine vorkalkulatorische Preisfortschreibung!

Die Rechtsprechung der Obergerichte zur Preisbildung des § 2 Abs. 3 Nr. 2 VOB/B, bei einer über 10 v. H. hinausgehenden Überschreitung des Mengenansatzes auf Verlangen einen neuen Einheitspreis unter Berücksichtigung der Mehr- oder Minderkosten zu bilden, wurde häufig mit der Formel „Guter Preis bleibt guter Preis, schlechter Preis bleibt schlechter Preis“ beschrieben. Vom BGH gibt es nun eine anderslautende Entscheidung, die auf die Abrechnungspraxis eine deutliche Auswirkung haben könnte.

Problemdarstellung

Bei einem Bauvertrag in der Form eines Einheitspreisvertrages, bei dem die Regelungen der VOB/B wirksam einbezogen sind, wird die Vergütung gem. § 2 Abs. 2 VOB/B (2016) nach den vertraglichen Einheitspreisen und den tatsächlich ausgeführten Leistungen berechnet, wenn keine andere Berechnungsart (z.B. durch Pauschalsumme, nach Stundenlohnsätzen, nach Selbstkosten) vereinbart ist. 

Weicht nun die ausgeführte Menge der unter einem Einheits­preis erfassten Leistung oder Teilleistung um nicht mehr als 10 v.H. von dem im Vertrag vorgesehenen Umfang ab, so gilt gem. § 2 Abs. 3...

Jetzt Artikel freischalten:

tab DIGITAL

14 Tage kostenlos testen

2,49 € / Woche*

Fachwissen jederzeit und überall.

Greifen Sie auf exklusive PLUS-Artikel und das komplette Online-Archiv zu und lesen Sie tab bequem im E-Paper-Format. Das digitale Abo für alle, die flexibel bleiben möchten.

Ihre Vorteile:

  • Exklusive tab-PLUS-Artikel
  • 6 E-Paper für mobiles Lesen
  • Online-Archivzugang

*129,48 € bei jährlicher Abrechnung inkl. MwSt.

Jetzt bestellen

tab KOMBI

4,99 € / Woche*

Das komplette tab-Erlebnis – digital & gedruckt.

Für alle, die Fachinformationen auf allen Kanälen nutzen möchten: Kombinieren Sie Print und Digital, profitieren Sie von unseren Fachforen und präsentieren Sie Ihr eigenes Projekt.

Ihre Vorteile:

  • Exklusive tab-PLUS-Artikel
  • 6 Print-Ausgaben pro Jahr
  • E-Paper für mobiles lesen
  • Teilnahme an einem Fachforum
  • Online-Archivzugang
  • Veröffentlichen eines Projekts

*259,48 € bei jährlicher Zahlung inkl. MwSt. & Versand

Jetzt bestellen

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 7-8/2014

Schlechter Preis wird guter Preis – das Ende der „Preisfortschreibung“?

RA Sven Dreesens, Gesch?ftsf?hrer Industrieverband Technische Geb?udeausr?stung Baden-W?rt?temberg e.V.

„Guter Preis bleibt gut, schlechter Preis bleibt schlecht“, dieser Satz hat jahrzehntelang als Dogma die Preisfindung für Nachträge wegen Leistungsänderungen i.S.v. § 2 Abs. 5 S. 1 VOB/B...

mehr
Ausgabe 10/2024

Mindermengenausgleich auch ohne VOB/B?

Das aktuelle Baurechtsurteil

Zur Problematik vorab: Zahlt z. B. ein Auftragnehmer bei der Bestellung größerer Materialkontingente einen niedrigeren Einheitspreis („Mengenrabatt“) an seinen Lieferanten, erhöht sich damit...

mehr
Ausgabe 01/2019

Aktuelle Rechtsprechung

Bleibt ein guter Preis vor Gericht ein guter Preis?

Problemdarstellung Die Voraussetzungen, unter denen ein Werkunternehmer eine Mehrvergütung für erbrachte Zusatzleistungen verlangen kann, finden sich in § 2 Abs. 5, Abs. 6 VOB/B und mittlerweile...

mehr
Ausgabe 01/2026

Gelten ursprüngliche Vertragsfristen bei nachträglich ­veränderten Leistungen?

Das aktuelle Baurechtsurteil

Sachverhalt Der Kläger macht gegenüber der Beklagten Mangelbeseitigungskosten für Malerarbeiten geltend. Zugrunde liegt ein VOB-Bauvertrag zwischen den Parteien, wonach die Beklagte mit besagten...

mehr
Ausgabe 11/2010

Keine Reduzierung des vereinbarten Einheitspreises

Als ein Angebot für eine bestimmte Werkleistung abgegeben wurde, wurden in verschiedenen Positionen auch die Einheitspreise genannt. Es kam dann auch zur Auftragerteilung. Jedoch wurde die Berechnung...

mehr