Pilotprojekt im Wassermanagement
Internetgestützte Schwarm-Intelligenz schützt SchuleJährlich kommt es in Deutschland zu rund 1,4 Mio. Leitungswasserschäden, die Kosten in Milliardenhöhe verursachen. Speziell für Großimmobilien bietet sich ein System, das auf die internetgestützte Schwarm-Intelligenz setzt, an, um Wasserschäden zu vermeiden. Ein Pilotprojekt an einer Schule in Nordrhein-Westfalen konnte dies unter Beweis stellen.
Intelligenz im Wassermanagement
Installiert im zentralen Kellerraum der Schule bildet „ISI“ – bestehend aus mehreren Leckageschutzmodulen – hier die Basis des Schutzsystems. Denn der Kellerraum war der Ausgangspunkt vieler Probleme, traten doch immer wieder Schäden in der unterirdischen Führung des Rohrsystems auf. Mit dem „ISI“-System sind solche Schwierigkeiten gebannt. Mit einer Master-/Slave-Hierarchie überwachen die einzelnen Geräte jeden Sektor des Gebäudes. Das Mastermodul sitzt dabei üblicherweise direkt an der Hauseingangsinstallation, während die Slavemodule einzelne Stränge oder Sektoren überwachen. In der Schule sichern sogar zwei Mastermodule die Hauseingangsinstallation ab, welche jedoch wie eine Einheit fungieren. Grund für die „Dopplung“ ist die Möglichkeit der Absicherung einer größer dimensionierten Leitung. In diesem Fall sichern die Mastereinheiten eine Nennweite von DN 50 über einen Y-Flansch ab.
Chemieräume, Küche, Toiletten sowie die Duschen der Sporthalle werden so vor einer unfreiwilligen Überschwemmung bewahrt, das schuleigene Schwimmbad muss kein zusätzlich unerwünscht eindringendes Wasser fürchten. Die Zuteilung der einzelnen Sektoren funktioniert über fünf Einzelstränge mit Slavemodulen. Je Sektor sind individuelle Werte einstellbar, so dass die Durchflussmengen je nach Verbrauch herauf- oder heruntergeregelt werden können. Das Mastermodul passt diese Werte im Austausch mit den Slaveeinheiten immer auf die benötigten Werte an. Gleichzeitig ist der Hauptkeller durch einen Bodensensor gegen Wasserschäden abgesichert.
Kommunikation via Internet
Die eingesetzten „ISI“-Module kommunizieren permanent via Internet über eine webbasierte Software miteinander und tauschen stetig ihren Status über einen zentralen Server aus. Die Master werden dabei ständig im Austauschprozess über die aktuelle Situation der Slaves unterrichtet und gegebenenfalls die Leckagestufe intelligent angepasst. So ist gewährleistet, dass alle Arten von Leckagen erkannt werden. Um das System nutzen zu können, sind nur ein Strom- und ein Internetanschluss notwendig. Sobald ein Modul Zugriff auf das WWW erhält, stellt es eine Verbindung zum zentralen ISI-Server her und sendet an diesen sein Signal. Genaue Konfiguration und Steuerung der einzelnen Einheiten erfolgen über die ISI-Software, welche im Lieferumfang erhältlich ist, respektive über das Internet heruntergeladen werden kann. Dabei kann der Zugriff sowohl via Laptop oder SYR-App für Smartphone sowie Tablet von unterwegs vorgenommen werden. Das Benutzerinterface wird für jeden Nutzer individuell angelegt. So hat beispielsweise der Hausmeister der Schule den Leckageschutz im Blick, kann ihn bequem steuern und ist sofort informiert, wenn in einem Teil der Schule ein unverhältnismäßig hoher Wasserverbrauch vorliegt. Im Fall einer Unregelmäßigkeit meldet eine Benachrichtigungsfunktion den Vorfall an eine hinterlegte Handynummer oder E-Mail-Adresse und schließt den betroffenen Strang.
Sicherheit für jeden Winkel
Die Entwicklung von „ISI“ basiert auf der Weiterentwicklung der „Connect“-Technologie. Die internetgestützte Schwarm-Intelligenz löst die technischen Herausforderungen wie die gleichzeitige Überwachung verschiedener Bereiche, die beim Schutz von Großobjekten bestehen. Die Absicherung in der Schule über Mastermodule, die fünf Slavestränge steuern, bedeutet eine deutliche Risikominimierung. Sollte ein Schadensfall in einem der fünf Ausläufer des Rohrnetzes auftreten, können maximal die vorangestellten Werte je Strang auslaufen – eine im Vergleich zu einem Wasserschaden verschwindend geringe Menge. Zusätzliche Sicherheit im Raum unter der Schwimmhalle bietet ein Bodensensor, der die Feuchtigkeitsbildung permanent überprüft und eine Meldung gibt, wenn Feuchtigkeit erkannt wird. Für den Fall eines Stromausfalls ist das „ISI“-System ebenfalls gerüstet: Solange kein Strom für eine internetbasierte Kommunikation vorhanden ist, agieren die einzelnen Einheiten völlig autark als Solo-Leckageschutz mit Batteriepuffer. Ist der Strom wieder verfügbar, verbinden die „ISI“-Module direkt zum Server und fungieren wieder als Schwarm. Somit ist gewährleistet, dass jeder Abschnitt des Schulkomplexes zu jeder Zeit überwacht und jeder mit Wasser versorgte Raum abgesichert ist. Denn der Wasserfluss eines jeden Sektors wird nach dem gleichen Prinzip erfasst und dauerhaft auf Leckagen überprüft wie bei einem Einzeleinsatz der Armatur. Besteht beispielsweise in einem Chemieraum eine Leckage, können Schüler und Lehrer dennoch die Toiletten nutzen oder in der Küche Kaffee kochen. Denn vier der fünf Stränge sind nach wie vor offen und werden mit Wasser versorgt, während das Labor durch eine Absperrung des Wassers vor Schaden bewahrt wird.
Drei Schritte zur verlässlichen Sicherheit
Bevor das „ISI“-System zum Einsatz kam, führten die Haustechnikexperten eine Ortsbesichtigung samt Risikoanalyse durch. Dabei prüften sie, welche Gebäudeteile bzw. Wasserstränge abgesichert werden mussten, so dass die Schule nach der Installation gegen Überschwemmungen gefeit ist. Gleichzeitig wurden so die Schwächen des alten Rohrsystems erkannt – direkt nach der Installation aller Bestandteile konnten kleinere Leckagen wie durchlaufende Spülkästen entdeckt und behoben werden. Innerhalb von zwei Tagen wurden Rohre erneuert, Leckageschutzmodule installiert sowie die technischen Komponenten aufeinander abgestimmt und die Schule so gegen Wasserschäden abgeschottet. Die gesamte Planungsphase von Anfrage über Angebotsstellung bis hin zur finalen Umsetzung, an der Großhandel, Installationsbetrieb sowie SYR beteiligt waren, nahm zwei Monate in Anspruch. Ein eigenes Team, das sich rein um den Einsatz des „ISI“ kümmert und die internetbasierte Betreuung übernimmt, gibt den Nutzern eine abschließende Schulung sowie Einweisung in die Software.
Innerhalb eines „ISI“-Systems kann jedes Modul erweitert werden. Erweitert um ein Hygienemodul, überwacht dieses die Temperaturen im Kalt- und Warmwasser und ist in der Lage, eventuelle Stagnationen im Trinkwassernetz zu erkennen und durch eine entsprechende Hygienespülung abzuwenden. Dies stellt eine weitere interessante Option für kommunale Einrichtungen wie die im Beispiel gezeigte Schule dar.
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