Messwerterfassung als Basis

„Hausgemachte“ Maßnahmen für Energieeinsparungen

Eward Simpson, Betriebsleiter beim Hersteller für flexible Leiterplatten, Parlex, hat es geschafft, durch wenige „hausgemachte“ Maßnahmen Energieeinsparungen von über 30000 € pro Monat zu erzielen. Dazu ließ er 50 busfähige Stromzähler bei zuvor aus­gesuchten Verbrauchern einbauen. Ein Display zeigte ihm, was die monatliche Stromrechnung nicht vermochte, nämlich alle Messwerte im Detail und im Zeitverlauf. Mit diesen Daten war es einfach, Maßnahmen für eine Energieverbrauchsoptimierung zu entwickeln

Das Wissen um die Ver­brauchs­­zahlen brachte Eward Simpson und seine Mitar­bei­ter sehr schnell auf Ideen, wie man die zum Teil sehr hohen Energiekosten bei Parlex mit eigenen Mitteln senken könne. Die Maßnahmen waren eigentlich nahe liegend, wie die Verlegung von Wärme entwickelnden Klimaschränken aus einem klimatisierten Bereich in den Flur davor oder die Senkung des Drucks des Prozesswassers. Schon im ersten Jahr konnte das Unternehmen über 300 000 € Energiekosten einsparen.

Bei Parlex kamen Geräte des „S-Energy“-Systems von Saia-Burgess zum Einsatz. Dessen Baukastenstruktur ist einfach...

Das Wissen um die Ver­brauchs­­zahlen brachte Eward Simpson und seine Mitar­bei­ter sehr schnell auf Ideen, wie man die zum Teil sehr hohen Energiekosten bei Parlex mit eigenen Mitteln senken könne. Die Maßnahmen waren eigentlich nahe liegend, wie die Verlegung von Wärme entwickelnden Klimaschränken aus einem klimatisierten Bereich in den Flur davor oder die Senkung des Drucks des Prozesswassers. Schon im ersten Jahr konnte das Unternehmen über 300 000 € Energiekosten einsparen.

Bei Parlex kamen Geräte des „S-Energy“-Systems von Saia-Burgess zum Einsatz. Dessen Baukastenstruktur ist einfach und überschaubar. Die Schnittstelle zu den Verbrauchern bilden kompakte, busfähige Energiezähler, die ihre Messergebnisse an Steuergeräte melden. Neben elektrischen können auch die Verbrauchsdaten anderer Energieträger, wie Gas oder Wasser, erfasst werden. „S-Energy“ ermöglicht es, Energieverbrauchswerte exakt zu messen und aktiv etwas gegen einen hohen Energieverbrauch zu tun.

Bewegung „von unten“

Die steigenden Aufwendungen für Energie bereiten den Verant­wort­lichen in Politik und Wirtschaft schon seit Jahren Kopfzer­brechen. Dennoch wird mit Blick auf vermeintlich hohen Investitionen und großer Unsicherheit oft nichts getan. Gerd Marx von der EnergieAgentur NRW nennt die häufigsten Gründe für Energieverschwendung am Arbeitsplatz: „WMG“. Die drei Buchstaben stehen für: „Wissen fehlt – Motivation – Gewohnheit“. Energieeinsparung ist für viele ein abstrakter Begriff, überfrachtet mit Ideologien und mangelndem Handlungswissen, „was kann ich überhaupt tun?“ Als Folge fehlenden Wissens fehlt natürlich die Motivation nach dem Motto „Was kann ein Einzelner schon bewirken?“. Ein schlimmer Gegner für Veränderungen sind die Gewohnheiten und der Satz „Klimaschutz ist Sache der Politik“.

Dort, wo „S-Energy“ im Einsatz ist, liefern sich motivierte Mit­ar­beiter einen nahezu sportlichen Wettkampf bei der Suche nach Energiefressern und sie haben großen Erfolg damit. Die Produkt­verantwortlichen bei Saia-Burgess im schweizerischen Murten können es daher kaum nachvollziehen, warum sich die Europäische Gemeinschaft bei der Umsetzung ihrer Ziele zur Ener­giekosteneinsparung so schwer tut. Der Aktionsplan der EU hat zum Ziel, bis zum Jahr 2020 20 % der Energiekosten, das entspricht über 200 Mio. €, einzusparen. Das wird ohne eine „Bewegung von unten“, eine Änderung des Verhaltens jedes Einzelnen wohl nicht zu schaffen sein. Die Fachleute im „S-Energy“-Team sind sich einig: „Wenn jedes Unternehmen seinen Energieverbrauch im Detail analysiert und die Mitarbeiter daraufhin ihr Verhalten ändern, müssten die 20 % Reduktion locker zu schaffen sein!“

Von 1990 bis 2010 stiegen die Energiekosten in der EU von 995 Mrd. auf 1215 Mrd. €. Die Prognose der Europäischen Kommis­sion für die Verbrauchs- und Preisentwicklung sagt bis 2020 Kosten von 1740 Mrd. € voraus. Man muss sich die Frage stellen: „Wer soll mit welchen Produkten die dafür notwendige zusätzliche Wertschöp­fung erbringen?“ Ein weiteres Problem entsteht dadurch, dass zu­sätzlich zum Anstieg des Verbrauchs der innerhalb der EU erzeugte Energieanteil immer kleiner wird. Im Jahre 2020 werden wir bereits 60 % unserer Energie importieren. Die EU muss statt „nur“ 527 Mrd. € bis 2020 den doppelten Betrag an den Rest der Welt überweisen. Mehr Schuldenmachen ist kein zukunftsträchtiger Weg. Saia-Burgess plädiert daher für eine effiziente Nutzung von Energie vor Ort, in den Betrieben, in den Behörden.

Transparenz sichert Effizienz

Mit dem Energieausweis für Gebäude wird die Messung zunehmend Pflicht. Da ist es gut, ein so einfaches wie wirkungsvolles System, wie „S-Energy“ zur Hand zu haben. Weil heute Tablet-PCs oder Smartphones immer zur Hand sind, lassen sich auch Maschinen und Anlagen mit Hilfe der „Saia MicroBrowser“-Technologie bequem über Mobilgeräte bedienen, beobachten und managen. Das Rezept ist einfach: Zunächst muss man für vollständige Transparenz sorgen und auf diese Weise für ein sensibleres Bewusstsein. Damit stellt sich eine Steigerung der Effizienz „automatisch“ ein. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Einsparziele der EU allein mit solchen Mitteln möglich sind. „S-Energy“ basiert auf einer bewährten Installationstechnik und ist aus der Verpackung heraus in wenigen Augen­blicken betriebsbereit. Softwareinstallationen oder knifflige Konfigurationen sind nicht nötig. Man kann mit einer kleinen, übersichtlichen Struktur anfangen und jederzeit weitere Verbraucher nachträglich aufschalten. Das Gerät ist vorbereitet für die Inte­gration in ein Unternehmensnetzwerk und die Datenübergabe an die IT, so dass die gemessenen Werte auch an zentraler Stelle verarbeitet werden können.

Der Wille zählt

„S-Energy“ ermöglicht die durch­gängige Visualisierung auf allen Ebenen des Unterneh­mens. Durch Absetzen von E-Mails über Betriebszustand, Störun­gen und Energieverbrauch an das mobile Gerät ist eine 24 h-Überwachung möglich. Der „Energy Manager“ zeichnet erfasste Werte auf, somit können Auswertung und Bedienung bequem von einem Smartphone oder Tablet-PC aus erfolgen. Die „Saia MicroBrowser“-Apps für Apple- und Android-Geräte füllen die Lücke zwischen stationären und mobilen Einsatzbereichen. Besonders in der Gebäudeauto­mation kann ein Smartphone ein stationäres Anzeige- und Be­diengerät überflüssig machen.

Manager und Hausmeister können dank Wireless LAN (WiFi) und neuer Mobilfunkstand­ards (3G) mit dem gleichen Gerät auf die Management-, Automations- und Feldebene zugreifen. Für weitere Analyse- und Verar­bei­tungs­schritte werden die ge­sammelten Energiewerte über Excel-lesbare CSV-Dateien oder über SQL-Datenbanken bereitgestellt. Selbstverständlich sieht die Visualisierung gleich aus, egal ob man ein Panel, einen PC mit Browser oder ein Smartphone über die App benützt.

Ein Datenaustausch mit Steuerungen ist über alle gängi­gen Busprotokolle möglich. Nicht von ungefähr fügt sich „S-Energy“ nahtlos in die Saia PCD-Automa­tions­welt ein. So wird aus dem reinen Messen und Beobachten ein Handeln auf Steuerungsebene. Was ursprünglich vielleicht nur mit einer einfachen Bestandsauf­nahme begann, öffnet die Tür für Automationsprojekte für eine bes­sere Energiebilanz, die schluss­endlich zu einem reduzierten Energiebedarf, zu niedrigeren Kosten und zu weniger CO2-Ausstoß führen.

Anwendungsbeispiel „PumpManager“

Der Pumpenhersteller KSB nutzte die freie Programmierbarkeit des „S-Energy Managers“ und realisierte eine Funktionserweiterung zur Überwachung von Pumpen. Der „PumpManager“ von KSB misst über an der Pumpe montierte „PumpMeter“ die wichtigen Betriebsdaten, stellt sie übersichtlich dar und zeigt an, ob die Pumpe effizient und kostensparend arbeitet. Zusätzlich zum „PumpMeter“ können „S-Energy“-Energiezähler angeschlossen werden. So lassen sich sämtliche elektrische Größen, wie Verbrauch in [kWh], Wirk- und Blindleistung, cos ϕ, Strom und Spannung messen und darstellen. Weil Pumpen oftmals schwer zugänglich in der Anlage verteilt sind, lassen sich mit dem „PumpManager“ mehrere Pumpen auf einem industriellen Touchpanel darstellen.

Montiert an bequem zugänglichem Ort in Anlagennähe erübrigt der „PumpManager“ umständliches, manuelles Ablesen der „PumpMeter“. Zusätzlich kann der „PumpManager“ über LAN und Internet mit Web-Browsern ausgelesen werden.

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