Ingenieure motivieren

Mehr Freiheiten für mehr Erfolg

Ein Drittel der TGA-Planungsbüros sucht qualifizierte Mitarbeiter. Vor allem Ingenieure fehlen. Doch es gilt nicht nur neue Fachkräfte zu gewinnen, sondern auch die bestehenden Leistungsträger zu halten. Wie Ingenieure und andere Wissensarbeiter motiviert werden können, wird derzeit in einer zweijährigen Studie untersucht.

Drei Viertel der Inhaber sind skeptisch, dass sie offene Stel­len schnell und qualifiziert be­setzen können. Das ergab eine Mit­gliederumfrage des Verbandes Bera­tender Ingenieure (VBI). Ein Fünftel befürchtet sogar, dass die Kon­kurrenz ihr das hoch qua­li­fizierte Personal abjagt. Vor die­sem Hintergrund ist es umso wich­tiger, den Ange­stellten die Ar­beit möglichst schmackhaft zu machen.

„Ingenieure sind eher an Aufgaben als am Geld interessiert“, sagt Jörg Knoblauch. Deshalb sollten Unternehmen ihnen größeren Gestaltungsfreiraum und mehr Verantwortung übertragen, so der schwäbische...

Drei Viertel der Inhaber sind skeptisch, dass sie offene Stel­len schnell und qualifiziert be­setzen können. Das ergab eine Mit­gliederumfrage des Verbandes Bera­tender Ingenieure (VBI). Ein Fünftel befürchtet sogar, dass die Kon­kurrenz ihr das hoch qua­li­fizierte Personal abjagt. Vor die­sem Hintergrund ist es umso wich­tiger, den Ange­stellten die Ar­beit möglichst schmackhaft zu machen.

„Ingenieure sind eher an Aufgaben als am Geld interessiert“, sagt Jörg Knoblauch. Deshalb sollten Unternehmen ihnen größeren Gestaltungsfreiraum und mehr Verantwortung übertragen, so der schwäbische Personalberater. Gegenwärtig arbeitet der Mannheimer Personaldienstleister Hays an einer zweijährigen Studie, in der die Rolle und produktive Arbeitsbedingungen von Wissensarbeitern beschrieben werden. „Die Vernetzung des Wissens dieser Mitarbeiter wird sich nicht durch IT-Programme und Datenbanken ergeben“, erklärt Marketingleiter Frank Schabel, „Lösungen werden vielmehr den jeweiligen Mensch in den Vordergrund stellen – an ihn ist das Wissen gebunden.“

Wissen bündeln

Die Bündelung des Wissens ist entscheidend für den Unternehmenserfolg. Wer beispielsweise eine moderne, komplett digital vernetzte Kommunikationsanlage in einem Neubau einbauen will, muss die Kundenbedürfnisse exakt ermitteln, Kenntnisse unterschiedlicher technischer Möglichkeiten haben und eine ideale Lösung planen, in der die Telefonanlage wie ein Callcenter intelligent verschaltet ist und Mitarbeiter über eine einheitliche Bedienoberfläche auf Smartphones, digitale Terminkalender, das Intranet und SAP zugreifen können.

Eine Analyse des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung belegt, dass die Bruttowertschöpfung derartig wissensintensiver Dienstleistungen und des wissensintensiven produzierenden Gewerbes gegenüber der Industrie von 1995 bis 2006 überproportional stark um mehr als 30 % anstieg. Gerade weil die TGA-Branche sich stetig verändern, ständig neue Normen hinzukommen und sich Technologien stets weiterentwickeln, sollten sich Wissensarbeiter abteilungs- und unternehmensübergreifend vernetzen können. Nur wenn Wissen fließt, setzt es Unternehmen in Bewegung, so die These der Hays-Studie.

Wissensaustausch fördern

Deshalb ist es sinnvoll, dass Unternehmen die aktive Teilnahme ihrer Ingenieure an derartigen Netzwerken fördern und ihnen den Freiraum geben, sich etwa aktiv an Fach-Blogs zu beteiligen.

Entsprechend können TGA-Büros ihre Mitarbeiter unterstützen, indem sie ihnen Raum und Zeit für ihre Arbeit freistellen. Der zwischen 20 und 24 Uhr seine beste Arbeitszeit hat und zu Hause am produktivsten ist, soll das auch tun können. Denn Wissensarbeit gelingt am besten, wenn Wissensarbeiter ihre Tätigkeit selbst planen und einteilen können, weil diese Freiheit sie in aller Regel motiviert. „Die Bewertung der Arbeit nach Anwesenheit ist eine Erfindung aus dem Industriezeitalter, die in einer Wissensgesellschaft fehl am Platz ist“, findet Manfred della Schiava. Der selbstständige Berater weiß allerdings – trotz aller neuen Kommunikationsmöglichkeiten – um die Formalismen in traditionell organisierten Unternehmen, denn dort nehmen Versicherungen und Betriebsräte Einfluss.

 

Produktiver arbeiten

Umgekehrt benötigen aber auch die Gebäudetechnikspezialisten selbst Kompetenzen, um produkti­ver arbeiten zu können. „Zwar sind viele mit dem Umgang in den neuen Medien vertraut“, sagt Frank Schabel, aber diese Fähigkeiten würden nicht immer genutzt, um die Wissensarbeit produktiver zu gestalten. Um den größeren Spielraum, den ihnen ihr Arbeitgeber einräumt, effektiv zu gestalten, müssen Wissensarbeit ihr Selbstmanagement verbessern: Ziele klar und erreichbar formulieren, Ressourcen und eigene Arbeitszeit strukturiert einteilen. Als dritten Punkt nennt Frank Schabel die Selbstvermarktung. Wissensarbeiter sollten sich in der Fachwelt als Experte positionieren. Neben der eigenen Beschäftigungsfähigkeit fördert dies auch das Image des Unternehmens und das Vertrauen der Kunden.

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