Handwerk, Tradition und Flüssiggas
Ein BHKW für eine Metzgerei in MichelstadtÜberall verfügbar, sauber und preisgünstig – der Energieträger Flüssiggas bietet seine Vorteile gerade in ländlichen Regionen, in denen keine Erdgasversorgung besteht, an. Eine solche Region ist der Odenwald mit seinen Bergen und Wäldern. Inmitten dieser beeindruckenden Naturkulisse befindet sich der Luftkurort Michelstadt-Vielbrunn mit seiner über die Ortsgrenzen hinaus bekannten Metzgerei Hofmann.
Investition in ein BHKW
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Investition in ein BHKW
„Vor einigen Jahren haben wir uns intensiv mit den Themen Energieversorgung und Heizung beschäftigt und entschieden, das Ganze selbst in die Hand zu nehmen“, so Georg Hofmann. Dazu plante der Metzgermeister eine komplette Anlage, in deren Mittelpunkt ein BHKW vom Typ „SenerTech Dachs“ steht. Mit Investitionen von 100.000 € in den Technikraum und 20.000 € in das BHKW wurde 2008 die Grundlage für die energetische Selbstversorgung geschaffen.
Im Vergleich zur alten Ölheizung, die lediglich Wärme bereitstellte, liefert das neue Energie-Allroundsystem zusätzlich Strom und Warmwasser. Für den Betrieb des BHKW setzen die Hofmanns auf den Energieträger Flüssiggas, den sie über den Flüssiggasversorger Progas beziehen. Aus dem Gas, das in einem 6.400 l fassenden Flüssiggastank im Garten gelagert wird, stellt das Mini-Kraftwerk rund 5,5 kW elektrische und 14,5 kW thermische Leistung bereit. Bei rund 6.500 Betriebsstunden im Jahr ergibt das fast 100.000 kWh nutzbare Wärme und mehr als 35.000 kWh Strom.
Warmwasser für Produktion und Heizung
Diese Mengen sorgen nicht nur dafür, dass alle Räume wohl temperiert sind und stets genug heißes Wasser für die Produktion zur Verfügung steht, zusätzlich decken sie den Grundumsatz der zahlreichen elektrischen Verbraucher des Betriebs. Kombiniert ist das BHKW mit einer Gasbrennwerttherme „SenerTec SEplus“, die aufgrund der „MSR 2“-Steuerung bequem zu bedienen ist. Komfortabel ist auch die Versorgung per Tanklastwagen, der jährlich rund 12 t Flüssiggas anliefert. 10 t davon verbrauchen das BHKW und die Brennwerttherme, 2 t werden für die Fleisch- und Wurstproduktion benötigt.
Flüssig- und Flaschengas
Zusätzlich zum Flüssiggas aus dem Tank nutzt das Unternehmen rund 300 kg Flaschengas pro Jahr. Gespeichert in 11 kg fassenden Flaschen wird das Gas sowohl beim Abflämmen von Schweineborsten im Betrieb als auch für den eigenen Partyservice verwendet, um Speisen zu erwärmen. Das Flaschengas war auch der Grund dafür, warum Familie Hofmann und Progas schon seit Jahrzehnten zusammenarbeiten. „Seit den 1950er Jahren hatte mein anderer Großvater neben seiner Schmiede eine Progas-Agentur, über die er Flaschengas in der Region vertrieb. Diese Agentur habe ich nach seinem Tod übernommen und fortgeführt. Als feststand, dass wir ein BHKW bekommen, war für mich klar, bei dessen Energieversorgung mit dem Partner zusammenzuarbeiten, den ich über Jahrzehnte hinweg als kompetent und zuverlässig kennengelernt hatte“, erläutert der Odenwälder seine Entscheidung.
Neben der Kostenersparnis gegenüber Öl und einem Gewinn an Komfort hat er weitere Vorteile ausgemacht, die für eine eigenständige Energieversorgung sprechen. Da der eigene Verbrauch schwankt, das BHKW aber fast durchgängig produziert, können rund 3.000 kWh Strom im Jahr in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Bei einer aktuellen Vergütung von 3,5 bis 5,5 Cent/kWh ergeben sich so jährliche Einnahmen von rund 250 €. Ein weiterer Vorteil der Entscheidung „pro Flüssiggas“ ist die Befreiung von der Energiesteuer. So erhält das Unternehmen zusätzlich jährlich rund 600 € an Rückerstattung durch die Zollbehörde.
„Für uns ist das BHKW in Kombination mit Progas-Flüssiggas die richtige Entscheidung gewesen“, ist sich Georg Hofmann sicher. „Durch den günstigen Gaspreis und die perfekte Abstimmung auf die Erfordernisse des Betriebs wird sich die vom SHK-Fachbetrieb Kohl Heizungsbau aus Johannesberg gebauten Anlage aller Voraussicht nach noch im Jahr 2015 amortisiert haben.“ Zum Umweltaspekt weiß Markus Häcker, Verkaufsleiter bei Progas und seit Jahren Ansprechpartner der Familie, zu ergänzen: „Da unser Energieträger ungiftig ist, nahezu rückstandsfrei verbrennt und keine Geruchsbelästigungen verursacht, dürfen Anlagen wie diese sogar in einem Luftkurort wie Vielbrunn betrieben werden.“
Ebenso wie bei der Wärme- und Energieversorgung hat sich die Metzgerei Hofmann bei ihrer weiteren technischen Ausstattung auf den neuesten Stand gebracht. So findet sich u. a. ein Räucherofen von Fessmann in den modern eingerichteten Produktions- und Schlachträumen. Im ganz aus Edelstahl gefertigten und computergesteuerten „Turbomat 3000“ erhalten zahlreiche Wurstspezialitäten ihr besonderes Aroma. Doch nicht nur die direkte Herstellung, sämtliche Betriebsabläufe werden ständig überprüft und optimiert.
Neben den zahlreichen Veränderungen „hinter den Kulissen“ sind es aber die sichtbaren Veränderungen, die die Kunden am Unternehmen schätzen.
Georg Hofmann dazu: „Wir wollen uns ständig verbessern und den Service anbieten, den unsere Kunden wünschen. Seit 1993 bieten wir beispielsweise den eigenen Rundum-Sorglos-Partyservice mit hochwertigen Produkten aus eigener Schlachtung.“
Nur wenige Jahre später reagierten die Hofmanns auf die wachsende Nachfrage nach Bioqualität und sind heute der einzige Familienbetrieb in Südhessen, der eine EU-Zulassung für Bioschlachtung und -zerlegung vorweisen kann.
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