Von „Smart Living“ bis „Smart Cities“

Frankfurt im Zeichen von Light + (Smart) Building(s)

Vom 18. bis 23. März 2018 steht Frankfurt am Main im Zeichen der internationalen Fachmesse Light+Building. Beherrschendes Thema werden die „Smart Solutions“ sein. Das Internet und mehr noch das „Internet of Things“ mit seinen Lösungen, kurz IoT-Lösungen, durchdringt immer mehr Branchen. Ein Teilbereich des IoT ist das Vernetzen von Geräten und Systemen von Gebäuden. Dadurch ist eine effizientere Gestaltung von Maßnahmen und Kontrollen für Eigentümer, Betreiber und Bewohner möglich. „Smart Home“ (Digitalisierung und Vernetzung im privaten Wohnraum) und „Smart Building“ (Automation und zentrale Bedienung der technischen Ausstattung von Zweckgebäuden) sind zwei zentrale Bestandteile des IoT.

Um sicherzustellen, dass die Technik eines „Smart Buildings“ auch zukünftig funktioniert, ist eine vorausschauende Planung notwendig. Nur so ist die Integration moderner, sich schnell und stetig verändernder Gebäudetechnik zu jeder Zeit gewährleistet. Mit traditionellen Planungs- und Errichtungsprozessen ist dies nicht umsetzbar. Eine zukunftsorientierte Planung wird mit der Building Information Modeling (BIM)-Methode erreicht. Hierbei kommt es zur Zusammenführung von Architektur- und Ingenieurwesen, Haus- und Gebäudetechnik und Facility Management in einem parallel zum Gebäude erstellten und stets gepflegten Computermodell. Das gesamte Gebäude mit allen Gewerken wird parallel geplant und im virtuellen Digitalmodell, dem „digitalen Zwilling“ simuliert, getestet und bei Bedarf in der Software korrigiert. Dazu müssen alle an der Planung und am Bau beteilig­ten Akteure notwendigerweise eng miteinander kooperieren. Des Weiteren ist es erforderlich, dass alle am Bauprozess Beteiligten mit BIM-konformen Datenmodellen arbeiten. Diese Informationen werden dann zentral in einer Datenbank hinterlegt. Dadurch können teure Fehler in der Ausführung bereits frühzeitig minimiert werden. Zudem müssen die Daten im Gebäudebetrieb stets nachgepflegt werden, spielen aber auch dort ihre großen Vorteile aus – allerdings nur, wenn Modell und Realität durch eine zuverlässige Datenpflege übereinstimmen.

Die Lösungen für eine „intelligente“ Gebäudetechnik werden zunehmend von Software bestimmt. Daher ähneln sich auch immer mehr die Mensch-Maschine-Schnittstellen für kommerzielle Lösungen und für Privatanwendungen.

„Smart Living“ (Digitalisierung und Vernetzung der verschiedenen Lebensbereiche) ist ein weiteres Element hin auf dem Weg zur „Smart City“ Auf der Light+Building 2018 wird der Besucher solche „Smart Living“-Lösungen auf den Ständen finden. Neben den Präsentationen der Aussteller steht auch das E-Haus, ein 100 m² großes, begehbares Haus des ZVEH, das unter dem Motto „Smart Living“ steht.

In „smarten“ Gebäuden spielen Sicherheitsaspekte eine zunehmend wichtigere Rolle. Diesen Themenkomplex behandelt das parallel zur Light+Building veranstaltete „Intersec Forum“ mit der Sonderschau „Secure! Connected Security in Buildings“. In drei Nutzungsfeldern (Hotel – Büro – Industrie) werden Lösungen zur elektrotechnischen Sicherheit in realem Umfeld bei aktiven Szenarien (Brand – Unwetter – Einbruch) gezeigt. Die unterschiedlichen Gewerke der Sicherheitstechnik sind produkt- und system­übergreifend vernetzt. Über 40 Firmen – Ingenieurdienstleister, Produkthersteller, Systemhäuser, Softwarelieferanten und Ausführende – zeigen gemeinsam die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten und Branchenlösungen. Neben der Erfüllung der sicherheitsrelevanten Aufgaben ergeben sich vielfältige, zusätzliche Nutzen für die Erfüllung der täglichen Aufgaben im Umfeld.

Ob nun „Smart Living“ „Smart Home“, „Smart Building“ oder „Smart City“, es handelt sich um Prozesse, die alle Bereiche des Lebens beeinflussen. Dabei darf der Mensch nicht aus den Augen gelassen werden. Letztendlich sollten immer noch Nutzer und Betreiber entscheiden dürfen, welche und in welchem Umfang sie Dienstleistungen und Services an eine „smarte“ Technologie übergeben wollen. Denn auch die Persönlichkeitsrechte des Menschen müssen gewahrt bleiben.

In diesem Sinne bietet sich die Light+Building 2018 mit ihrem Motto „Vernetzt – Sicher – Komfortabel“ als Dis­kus­sions­platt­form rund um „Smart Solutions“ an.

Info

Intersec Forum 2018

Vom 19. bis 23. März 2018 diskutieren rund 80 Experten aus Industrie, Wissenschaft und Politik auf dem Intersec Forum (www.intersec-forum.com) über die Entwicklung und Anwendung vernetzter Sicherheitstechnik im „intelligenten“ Gebäude von morgen. Nach den Eröffnungsreden am Montagvormittag, 19. März, bestimmen IT- und Cybersicherheit sowie der Themenkreis Videoüberwachung und Zutrittskontrolle das Nachmittagsprogramm.
Am Dienstagvormittag, 20. März, stehen die in der Brandmeldetechnik relevanten Fragen der Notfallbeleuchtung und Sprachalarmierung im Fokus. Weiterhin werden die Standards bei Bus-Systemen im „Digital Building“ erörtert. Der Tag klingt mit dem Branchendialog Planer & Errichter aus: Günther Mertz, Hauptgeschäftsführer BTGA, und Tobias Dittmar, Justiziar beim BTGA, diskutieren mit Experten die Herausforderungen an der Schnittstelle von Sicherheitstechnik und TGA.
Mittwoch, der 21. März, wird mit dem Schwerpunkt auf Sicherheitstechnik-Anwendungen in der Gebäudeautomation auf Basis des KNX-Standards für Feldbustechnik eröffnet. Nach der Mittagspause werden die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Einbindung von Building Information Modeling (BIM) in die zusehends komplexere Automatisierung und Vernetzung der Gebäudetechnik in Planung und Bau vorgestellt. Dazu kommen neue Lösungen für die Vernetzung im „Smart Home“ und den sicheren Fernzugriff.
Am Donnerstag, den 22. März stehen Einbruchschutz und Gebäudebetrieb mit dem Blick auf die Gebäudebetreiber und -entwickler auf dem Programm. Geplant sind Expertenvorträge von Anbietern für Gebäudetechnik und Facility Management sowie von Planungsbüros zu aktuellen Projekten. Die künftige Rolle und Datensicherheit des Internets der Dinge (Internet of Things, IoT) leuchten unter der Moderation von Dr. Peter Hug, Geschäftsführer des Fachverbands AMG im VDMA weitere Experten aus. Zur Notfallplanung in Gebäuden und Infrastrukturen angesichts sich wandelnder Sicherheitsanforderungen und -landschaften äußern sich darüber, von welchen technologischen Megatrends die Sicherheit im öffentlichen Raum bestimmt werden wird.
Der Freitag steht schließlich im Zeichen des Zukunftsdialogs „Smart Access“: Moderiert von Professor Dr.-Ing. Kai-Dietrich Wolf, Leiter des Instituts für Sicherungssysteme der Bergischen Universität Wuppertal, diskutieren Experten die Innovationen digitaler und IoT-Anwendungen für elektronische Zutrittskontrolle und moderne Schließsysteme unter der Maßgabe von Datensicherheit (Cybersecurity) und Datenschutz (Privacy).  
Mit der Sonderschau „Secure – Connected Security in Buildings“, dem Intersec Forum und rund 150 Anbietern aus den Segmenten Gebäudeautomation und Sicherheitstechnik bildet die Halle 9.1 das Zentrum der integrierten Gebäudetechnik. Die Teilnahme an der Konferenz ist im Preis des Besuchertickets der Light+Building inbegriffen. Die Teilnehmerregistrierung findet vor Ort in Halle 9.1 statt

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