Flexible Studienmodelle an der HBC

Verschiedene Wege führen zum Abschluss

Wer sich für ein Studium interessiert, der hat unterschiedliche Möglichkeiten die Hochschulreife zu erlangen. Neben dem klassischen Abitur können Schüler verschiedene Schultypen sowie Schulen mit Berufsausbildung kombinieren, um die Fachhochschulreife zu erlangen. Auch die Qualifikation für das Studium über einen Techniker- oder Meisterabschluss ist mittlerweile möglich.

Für Hochschulen bedeuten die verschiedenen Möglichkei­ten, die Fachhochschulreife zu erreichen, dass Studierende mit ganz unterschiedlichen Lebensläufen und letztlich Vorwissen ins Studium kommen. Die Hochschule Biberach (HBC) greift diese Diversität als Chance auf – und bietet hierzu verschiedene Möglichkeiten an; etwa im Bereich der Gebäudeklimatik.

Da wäre zunächst das klassi­sche Studium mit dem Abschluss Bachelor of Engineering. Dem siebensemestrigen Bachelor-Studium kann sich zur methodisch-fachlichen Vertiefung ein dreisemestriges Master-Studium mit dem Abschluss Master of Science anschließen. Der Stu­dien­gang Gebäudeklimatik arbeitet hierbei eng mit dem Studien­gang Energiesysteme sowie dem Institut für Gebäude- und Energiesysteme zusammen. Für Lehre und Forschung steht eine breite Ausstattung an Laboren zur Verfügung.

Das Studium der Gebäudekli­matik an der Hochschule Biberach ist auch mit individuellen Schwerpunkten möglich: Hier bietet die HBC die flexiblen Studienmodelle „Profession“ und „International“ an. Das Prinzip, das diesen beiden Modellen zugrunde liegt, ist dasselbe: Der Student investiert freiwillig ein zusätzliches Semester, um mehr praktische Erfahrung oder mehr internationale Erfahrung sammeln zu können.

Für das Studienmodell „Inter­national“ bedeutet dies: Der Studierende geht während seines Studiums an der Hochschule Biberach für ein Jahr ins Ausland und absolviert dort ein Studien- und ein Praxissemester. Dieser Aufenthalt wird an der Hochschule vorbereitet, etwa durch Sprachkurse und interkulturelle Trainingsprogramme. Mit diesen zusätzlichen Kompetenzen bereitet er sich auf den glo­balen Arbeitsmarkt vor. Das Studienmodell orientiert sich am Förderprogramm „Bachelor Plus“ des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD) und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

Das Studienmodell „Profession“ richtet sich insbesondere an Abiturienten, die mehr praktische Erfahrung sammeln wollen. Sie verbringen ein Vorsemester in einem Partnerunternehmen, bei dem sie weitere Praxisphasen in der vorlesungsfreien Zeit sowie im regulären Praxissemester – dem 5. Semester – absolvieren. Gemeinsames Ziel ist es, dass der „Profession“-Absolvent nach seinem Studium als Mitarbeiter in dem Partnerunternehmen beginnt. Dieses Modell ist auch als Maßnahme gedacht, um dem drohenden Ingenieur-Fachkräftemangel in den Unternehmen entgegenzuwirken.

Noch mehr Praxisbezug erhalten Studierende, die sich für das duale Studienmodell „Stuckateur/Gebäudeklimatik“ entscheiden. Diese Studienmöglichkeit bietet die HBC in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade, Leonberg an. Die Absolventen werden eine Ausbildung zum Stuckateur abschließen sowie mit dem Bachelor of Engineering der Fachrichtung Gebäudeklimatik. Auch die Meisterprüfung ist innerhalb dieses fünfjährigen dualen Studienmodells möglich. Erstmals bewerben konnte man sich für dieses Studienmodell im Sommer vergangenen Jahres. Der erste Jahrgang wird zum Sommersemester 2014 in das zweite Studiensemester an der HBC einsteigen.

„Mit diesem neuen Studienmodell werden insbesondere junge Menschen ausgebildet, die später als Ingenieure für die Übernahme von Handwerksbetrieben in Frage kommen und sich fachlich im breiten Umfeld der Gebäudetechnik und des energieeffizienten Bauens qualifizieren wollen“, so Prof. Dr.-Ing. Martin Becker aus dem Studiengang Gebäudeklimatik.

Mit all diesen Möglichkeiten finden junge Menschen mit Interesse am nachhaltigen Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden individuelle Möglichkeiten, das Studium zu gestalten. Diese verschiedenen Lebenswege bringen natürlich auch unterschiedliche Erfahrungen und unterschiedliches Können mit sich, auf das die Hochschule reagieren muss. Dafür steht beispielsweise das Programm „Förderkurse vom beruflichen Arbeiten zum studentischen Lernen“ zur Verfügung. Dieses Unterstützungsangebot im Bereich Mathematik und Physik wird ebenfalls gefördert durch das BMBF. Das Programm beinhaltet auch Angebote in den Bereichen „Lernen lernen“, „Wissenschaftliches Arbeiten“ sowie eine „Einführung in die Programmiersprache LaTeX“.

Prof. Becker sieht das Angebot als Herausforderung an: „Diese zunehmend individuelleren Studienmodelle sind aus unserer Erfahrung nur an vergleichsweise kleinen Hochschulen wie der Hochschule Biberach mit den damit verbundenen überschaubaren und flexiblen Strukturen sowie guten Betreuungsrelationen möglich.“

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