Mehr Transparenz für Dachoberlichter

Energielabel des FVLR

Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Bauphysik (FHG-IBP) Stuttgart hat der Fachverband Tageslicht und Rauchschutz e.V. (FVLR) ein Energielabel für Dachoberlichter entwickelt. Die Kennzeichnung stellt die energetischen Eigenschaften der Produkte transparent dar und liefert Planern eine übersichtliche Entscheidungshilfe.

 

Referenzgebäude nach EnEV 2016

Das Energielabel des FVLR gleicht mit einer Abstufung in sieben Energieeffizienzklassen dem bekannten Label für Haushaltsgeräte. Die Berechnung basiert auf dem Verfahren der ISO 18292 „Energetische Bewertung von Fenstersystemen –...

Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Bauphysik (FHG-IBP) Stuttgart hat der Fachverband Tageslicht und Rauchschutz e.V. (FVLR) ein Energielabel für Dachoberlichter entwickelt. Die Kennzeichnung stellt die energetischen Eigenschaften der Produkte transparent dar und liefert Planern eine übersichtliche Entscheidungshilfe.

 

Referenzgebäude nach EnEV 2016

Das Energielabel des FVLR gleicht mit einer Abstufung in sieben Energieeffizienzklassen dem bekannten Label für Haushaltsgeräte. Die Berechnung basiert auf dem Verfahren der ISO 18292 „Energetische Bewertung von Fenstersystemen – Berechnungsverfahren“. Teil dieses Verfahrens ist ein Referenzgebäude nach DIN V 18599. Dem Bezugsgebäude wurde das Nutzungsprofil 22.2 „Gewerbliche und industrielle Hallen – mittelschwere Arbeit, überwiegend stehende Tätigkeit“ zugewiesen. Da die Klimabedingungen in Deutschland bezüglich Temperaturen, Sonnenstunden und -intensität variieren können, gilt vereinfachend für die Berechnung das Referenzklima von Potsdam als Mittelwert für Deutschland.

 

Berechnungsverfahren nach ISO 18292

Für die energetische Bewertung von Dachoberlichtern nach ISO 18292 müssen Wärmeertrag (g) und Wärmedurchgang (U) berücksichtigt werden – sowohl für den Heizfall im Winter als auch für den Kühlfall im Sommer. Entsprechend der wechselnden klimatischen Verhältnisse im Jahresverlauf sieht die ISO 18292 für die Gesamt-Energieperformance (EP) der Produkte zwei Kennzahlen vor: EPH (Energy Performance Heating Period) und EPC (Energy Performance Cooling Period).

Bei der Kennzeichnung einzelner Produkte werden Wärme­ertrag und Wärmedurchgang auf Basis des Referenzgebäudes und des Referenzklimas für die Heiz- und Kühlperiode bilanziert und einer Energieeffizienz-Klasse zugeordnet. Neu hinzugekommen ist die Beurteilung eines möglichen Blendpotentials des Verglasungsmaterials: Bei einem grünen Button ist mit einer eher geringen Blendgefahr zu rechnen, bei einem roten ist eine Blendung nicht auszuschließen.

Das vom FVLR und dem FHG-IBP Stuttgart entwickelte Energielabel ermöglicht eine einfache energetische Bewertung von Dachoberlichtern. Weitere Informationen zum Label gibt es unter www.fvlr.de/tag_energie_energielabel.htm.

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