Energetische Inspektion
Anlagensimulation mit AmortisationsberechnungÜber den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet bilden die Betriebsausgaben die größten Posten. Insbesondere die Energiekosten schlagen zu Buche. Um diese zu reduzieren ist die Optimierung von Klimaanlagen im Zuge einer Energetischen Inspektion nach §12 EnEV ein wichtiger Schritt. Bislang hat sich jedoch nur ein Bruchteil der Anlageneigentümer für eine Durchführung entschieden. Dabei erhalten Kunden bei Caverion nicht nur den geforderten Inspektionsbericht. Caverion simuliert auf Wunsch auch die Anlage und errechnet die Amortisationszeit getätigter Investitionen, die bei vielen Maßnahmen weniger als drei Jahre beträgt.
Geringe Inspektionsbereitschaft trotz enormer Einsparpotentiale
„In 1,8 Mio. Hotels, Schulen und Krankenhäusern, Büro- und Gewerbegebäuden sowie Industriehallen ließe sich der Energiebedarf für die Gebäudekühlung um 35 % senken“, kritisiert Günther Mertz, Geschäftsführer des Fachverbands Gebäude-Klima (FGK). Alte Anlagen seien überdimensioniert, da vor 20 Jahren aufgrund niedriger Energiekosten das Thema Energieeffizienz vernachlässigt wurde. Zudem fehle es an Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. „Da laufen nachts Anlagen in Büros, obwohl kein Mensch arbeitet“, schildert er den Status quo....
Geringe Inspektionsbereitschaft trotz enormer Einsparpotentiale
„In 1,8 Mio. Hotels, Schulen und Krankenhäusern, Büro- und Gewerbegebäuden sowie Industriehallen ließe sich der Energiebedarf für die Gebäudekühlung um 35 % senken“, kritisiert Günther Mertz, Geschäftsführer des Fachverbands Gebäude-Klima (FGK). Alte Anlagen seien überdimensioniert, da vor 20 Jahren aufgrund niedriger Energiekosten das Thema Energieeffizienz vernachlässigt wurde. Zudem fehle es an Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik. „Da laufen nachts Anlagen in Büros, obwohl kein Mensch arbeitet“, schildert er den Status quo. Bedenkt man weiter, dass Klimaanlagen in deutschen Nichtwohngebäuden im Schnitt 25 Jahre alt sind, wie der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) feststellt, ergibt sich daraus ein enormes Einsparpotential.
Allerdings wird das Angebot einer Energetischen Inspektion derzeit noch kaum genutzt. In Paragraph 12 der Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt der Gesetzgeber bereits seit 2007 die Energetische Inspektion von Klimaanlagen vor. Eine Studie des Instituts für Luft- und Kältetechnik in Dresden (ILK) aus dem Jahr 2013 hat ergeben, dass seit Einführung der gesetzlichen Pflicht gerade einmal 3 % der betroffenen Klimaanlagen inspiziert worden waren. Die Entwicklung der vergangenen zwei Jahre zeigt keine Besserung: Eine Schätzung des CCI-Branchentickers geht davon aus, dass pro Jahr gerade einmal 1.200 Anlagen inspiziert worden sind. Allerdings müsste es jährlich 50.000 Energetische Inspektionen geben, um den Anlagenbestand sowie Neuanlagen in naher Zukunft abarbeiten zu können.
Die Inspektionsmüdigkeit steht im Widerspruch zu den Einsparmöglichkeiten. „Besonders wenn man bedenkt, dass häufig bereits kleine und kostengünstige Maßnahmen an Klimaanlagen zu erheblichen Einsparungen an Betriebs- und Energiekosten führen,“ wie FGK-Geschäftsführer Günther Mertz betont.
Intransparentes Angebot wird bemängelt
Was hält Anlageneigentümer zurück? Ein Grund ist das intransparente Leistungsangebot, wie eine GfK-Studie aus dem Jahr 2014 ergeben hat. Kunden sei häufig nicht ersichtlich, mit welchem Ergebnis sie bei der Umsetzung von Maßnahmen rechnen können. Auch die zu erwartenden Kosten seien häufig unklar.
„Nur mit verlässlichen Informationen lassen sich diese Unsicherheiten beseitigen. Beim FGK ist das Thema Energetische Inspektion deshalb ein Schwerpunktthema in unserer Verbandstätigkeit“, erklärt Günther Mertz. „Dabei versuchen wir Anlagenbetreiber über die Vorteile aufzuklären. Das bringt allerdings nur dann Erfolg, wenn auch das Angebot der ausführenden FM-Unternehmen überzeugt.“
Verlässliche Rechnungen nehmen Unsicherheiten
Caverion bietet deshalb seinen Kunden die Option, die bei der Energetischen Inspektion gewonnen Daten in eine Simulations- und Amortisationsberechnung einfließen zu lassen. Die gewonnenen Daten schaffen eine solide Grundlage für Optimierungsberechnungen.
„Die gesetzliche Pflicht ist mit der Vorweisbarkeit des Inspektionsberichts erfüllt. Ein wesentlicher Mehrwert entsteht dem Kunden allerdings nur dann, wenn er daraus die für ihn richtigen Maßnahmen ableiten kann“, sagt Martin Hofman, Leiter des Central Service Office bei Caverion.
Mit Hilfe der Software „AC-OPT“ wird zunächst der Ist-Zustand einer RLT-Anlage simuliert. Für die Medien Strom, Wärme/Kälte und Wasser wird der aktuelle Verbrauch der Anlage berechnet. Mittels der individuellen Energiekosten können somit die Gesamtkosten des Betriebs der Anlage im Jahr ermittelt werden. Anschließend wird betrachtet, welchen Effekt Optimierungsmaßnahmen auf den Energieverbrauch hätten. Dazu werden die Soll-Betriebsparameter, also Temperaturen, Betriebszeiten, Zonendaten, usw., eingepflegt. Daraus ergibt sich ein Vergleich des aktuellen mit dem erwünschten Zustandes einer RLT-Anlage. Dieser Vergleich dient als Grundlage für die Kostenberechnung verschiedener Optimierungsmaßnahmen.
Auf Grundlage dieser Berechnungen kann sofort erkannt werden, ob und welche Investitionen sich lohnen. Besondere Planungssicherheit und Kostenkontrolle erhält der Kunde durch eine verlässliche Amortisationsrechnung. Besonders komfortabel ist die Bereitstellung eines Variantenvergleichs, bei dem der Gebäudebetreiber sein persönliches Optimum an Investitionskosten und Amortisationszeit wählen kann. Ein Beispiel soll dies veranschaulichen.
Beispielrechnung mit Variantenvergleich
Ausgang ist die Inspektion einer Ausstellungshalle. In die Berechnung fließen folgende Randparameter der RLT-Anlage ein:
Im Gespräch mit Nutzern und dem Betreiber der Ausstellungshalle zeigte sich, dass die Betriebszeiten der RLT-Anlage nicht optimal auf das Nutzungsverhalten abgestimmt waren. In einer Simulation mit angepassten Betriebszeiten von 07:00 bis 19:00 Uhr konnten allein durch diese Maßnahme in Variante 1 Einsparpotentiale von ca. 25 % (Jahresenergiekosten simuliert 30.100 € / Einsparung 9.700 €) berechnet werden.
Der Tausch der Ventilatormotoren durch energieoptimierte Motoren mit Frequenzumrichtern und die Optimierung der Zuluft durch einen variablen Volumenstrom wurde in Variante 2 simuliert. Durch diese Maßnahme ließen sich bei einer Investitionssumme von ca. 15.500 € jährlich ca. 7.600 € an Energiekosten einsparen. Die Amortisationszeit würde rund zwei Jahre betragen.
In Variante 3 wird die bestehende RLT-Anlage um eine Wärmerückgewinnung erweitert. Mit einer Rückwärmezahl von 0,75 können somit ca. 2.500 € pro Jahr an Energiekosten eingespart werden. Die Amortisationszeit dieser Maßnahme bei einer Investition von knapp 19.500 € beträgt ca. 7,8 Jahre.
Die energetisch inspizierte RLT-Anlage wies eine hohe Undichtigkeit (Verlust-Luftvolumenstrom >15 %) und vermehrte Korrosionsstellen auf. Einhergehend mit den sich nicht auf dem aktuellen Stand der Technik befindenden Anlagenkomponenten wird als Variante 4 die Kompletterneuerung der Anlage simuliert. Die Jahresenergiekosten reduzieren sich im Vergleich zu allen anderen Varianten am deutlichsten, wobei die Investitionssumme von ca. 79.500 € für diese Maßnahme sehr hoch ist. Eine Umsetzung dieser Anlagenoptimierung würde sich gemäß der Simulationsergebnisse in ca. 4,3 Jahren amortisieren.
Die Simulationsvariante 5 vereinigt die Anlagenoptimierungen aus den Varianten 1, 2 und 3. Mit einer Investition von ca. 32.500 € würden im optimierten Zustand Jahresenergiekosten für den Betrieb der Anlage in Höhe von ca. 24.300 € anfallen. Der Return on Invest (ROI) beträgt gut 2,1 Jahre.
Von den jeweiligen Randbedingungen hängt ab, welche der fünf Varianten sich als optimal erweist. Ist einzig die Amortisationszeit einer Maßnahme entscheidend, so sollte Variante 1 – die Betriebszeitenoptimierung – durchgeführt werden. Mit einem geringen Aufwand durch Veränderung der Parameter an der Gebäudeleittechnik (GLT) werden große Einsparungen erzielt. Die Amortisationszeit liegt bei unter vier Monaten.
Sind die Jahresenergiekosten der Anlage das entscheidende Kriterium für die Umsetzung der Maßnahme, können diese mit Variante 4 am besten optimiert werden. Mit einer hohen Investition in die Kompletterneuerung der Anlage lassen sich auch die geringsten Jahreskosten erzielen.
Betrachtet man den Gewinn einer Maßnahme über einen Zeitraum von zehn Jahren, so empfiehlt sich Variante 5. Mit dieser Optimierung im Bestand lassen sich über eine Dekade ca. 122.500 € an Energiekosten einsparen, da sich die Maßnahme bereits nach zwei Jahren amortisiert.
Zusammenfassung
Das von Kundenseite bemängelte intransparente Angebot von FM-Anbietern hält viele von der Durchführung einer Energetischen Inspektion zurück. Und das, obwohl das Einsparpotential an Energie und Kosten enorm ist. Um Unsicherheiten zu beseitigen bietet Caverion seinen Kunden die Option, die bei der Energetischen Inspektion gewonnenen Daten in eine Anlagensimulation mit Amortisationsrechnung einfließen zu lassen. Der Kunde kann anschließend aus verschiedenen Maßnahmenpaketen das für ihn passende wählen – ohne versteckte Kosten und mit garantierter Amortisationszeit.
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