Elektrotechnik für das „Memorium“ in Nürnberg

Am 21. November 2010 wurde das „Memorium Nürnberger Prozesse“ feierlich eröffnet. Das Justizgebäude an der Fürther Straße in Nürnberg besteht aus den drei Teilen West-, Haupt- und Ostbau. Im Ost-Gebäude – mit dem berühmten Schwurgerichtssaal 600 – fanden 1945 und 1946 die Verhandlungen des Internationalen Militärtribunals gegen Hauptverantwortliche des NS-Regimes statt.

Für die Planung der Elektrotechnik war das Nürnberger Ingenieur­büro Dess+Falk GmbH (www.dess-falk.de) zuständig. Die gemeinsamen elektrotechnischen Zentralen für das Justizgebäude und das Memorium befinden sich im Untergeschoss des Justiz­gebäudes. Diese bestehen aus dem Traforaum, der Mittel- und Niederspannungsanlage sowie einem Notstromaggregat mit einer Nutz-Dauerleistung von 840 kVA. Insgesamt war die Kabelführung eine komplex Aufgabe, da es sich um denkmalgeschützte Räume unter Berücksichtigung brandschutztechnischer Anforderungen handelte.

Herausforderung Beleuchtung

Sehr komplex waren auch die Auf­gaben für die Beleuchtung: Diese wird über einen EIB-Bus mit Touchpanel bei der Kasse (Counter) geschaltet. Die Zen­tral­batterieanlage für die Sicherheits­beleuchtung und die Hauptverteilung wurde in eigens erstellten Räumen im „Memorium“ untergebracht.

Für die notwendige Ausstellungs-Flexibilität wurden Unterflurkanäle mit Unterflurdosen vorgesehen, so dass zusätzliche Anschlüsse an die Elektroenergieversorgung, Datenvernetzung und Sicherheitstechnik möglich sind. Es mussten vielerlei Sicherheits- und Videokabel zusätzlich zu den klassischen Elektrokabeln für Steckdosen und Beleuchtung verlegt werden.

Es gibt eine Wächterbeleuchtung, die in den jeweiligen Räumen sowie die ausstellungsbezogene, integrierte Beleuchtung der zahlreichen Exponate, die mit unterschiedlichen Lichtszenen über das Touchpanel bedient wird. Die Sicherheits- einschließlich der Rettungswegebeleuchtung erfolgt mittels LED.

„Schaltbare“ Fenster

Da der historische Gerichtssaal 600 heute noch für die Rechtsprechung eingesetzt wird – den Besuchern jedoch nicht vorenthalten werden soll –, wurden einseitig Fenster eingesetzt. Um den Einblick bei nicht-öffentlichen Sitzungen zu verhindern, wurden für die Fenster Gläser verwendet, die beim Anlegen einer elektrischen Spannung klar und beim Abschalten milchig erscheinen.

Für ausstellungsbezogene Durchsagen sorgen Lautsprecher im gesamten Ausstellungsbereich mit Sprechstellen an der Kasse und beim Empfang; auch dafür plante Dess+Falk die komplette Anlage.

Im Blick: die Sicherheit

Überwacht wird das „Memorium“ mittels einer flächendeckenden Videoaufzeichnungs- und einer elektroakustischen Anlage mit integrierten Bewegungsmeldern. Zur Feuersicherheit im Gebäude trägt – gemäß Brandschutzkonzept – eine Brandmeldeanlage mit direkter Aufschaltung zur Feuerwehr bei.

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