Ein Haus für alle Lebensphasen

Barrierefreie Gestaltung mit Mehrwert

Zur Fachmesse BAU 2011 hat die GGT Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik eine Musterimmobilie als ein „Haus für alle Lebensphasen“ entwickelt. Inzwischen wurde das Konzept technisch auf den aktuellen Stand gebracht. Am Standort Iserlohn zeigt sich das „smarte“ Gebäude in Komfort, Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Barrierefreiheit bereit für eine zweite Präsentationsrunde.

Generationengerechtes Bauen bildet ein wesentliches Element im Wohnungsbau, soll ein Eigenheim von der Lebensphase als junge Familie bis ins hohe Alter hinein genutzt werden können. Ein wesentliches Element bildet dabei die Vermeidung von Barrieren und Hindernissen für ganz junge und ganz alte Menschen. Genauso wichtig ist es, das Wohnen auch mit zeitlich und dauerhaften körperlichen Einschränkungen zu ermöglichen.

Die GGT Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik hat dazu ihr im Jahr 2011 konzipiertes Musterhaus aktualisiert und mit empfehlenswerten Produkt- und Systemlösungen von...

Generationengerechtes Bauen bildet ein wesentliches Element im Wohnungsbau, soll ein Eigenheim von der Lebensphase als junge Familie bis ins hohe Alter hinein genutzt werden können. Ein wesentliches Element bildet dabei die Vermeidung von Barrieren und Hindernissen für ganz junge und ganz alte Menschen. Genauso wichtig ist es, das Wohnen auch mit zeitlich und dauerhaften körperlichen Einschränkungen zu ermöglichen.

Die GGT Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik hat dazu ihr im Jahr 2011 konzipiertes Musterhaus aktualisiert und mit empfehlenswerten Produkt- und Systemlösungen von Projektpartnern aus der Industrie im Hinblick auf Komfort, Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Barrierefreiheit ausgestattet. So ergibt sich ein stimmiges Wohnumfeld, das generationenübergreifend nutzbar ist – vom Einzug als junge Familie in den Neubau bis zur lebenslangen Nutzung der Immobilie über alle unterschiedlichen Lebensphasen hinweg.

Das Musterhaus

Das Musterhaus wurde in Holzmodulbauweise mit einer Grundfläche von 140 m2 errichtet, generationengerecht ausgerichtet und vom Grundkonzept her als nachhaltige und energieeffiziente Baulösung angelegt. Dabei spielt die hohe Flexibilität des Gebäudes eine entscheidende Rolle. Flexibilität, die dadurch gekennzeichnet ist, dass Veränderungen von Raumgrößen, Raumgestaltungen oder Raumnutzungen umgesetzt werden können, ohne in den Baukörper eingreifen zu müssen. Bei den Neuerungen kamen vor allem Produktlösungen im Bereich Tür-/Fensterautomation, Gefahrendetektion, Beschattungssysteme sowie in der Gebäudetechnik mit KNX-, AAL- (Ambient Assistant Living) und „Smart Home“-Anwendungen zum Zuge.

Von der Haustür bis auf die Terrasse

Von der Haustür bis ins Bad bietet ein barrierefreies Haus zahlreiche Vorteile. So kann eine Haustür mit vollmotorischen Antrieben ausgestattet werden. Das System „multitronic 881“ von Fuhr bietet mit einer zuverlässigen Mehrfachverriegelung Sicherheit. Für die Türoffnung dienen Funkschlüssel, ein Fingerscan oder jedes andere Zutrittskontrollsystem, wie z.B. das System „Smart Connect easy“ per Smartpone dar. Von innen wiederum kann die Tür über die Haussprechanlage oder per Drückerbetätigung geöffnet werden. Die Möglichkeit zur Einbindung in ein Überwachungssystem, wie z.B. eine Einbruchmeldeanlage. Über die Vernetzung mit einem Bussystem lassen sich weitere Vorteile generieren, wie die Erkennung des Verschlusszustands der Haustür.

Auch der Tor- und Türhersteller Hörmann bietet eine Lösung an. Mit dem „ECturn Inside“ hat der Hersteller einen Antrieb im Portfolio, mit dem sich die Haustür automatisch öffnen und schließen lässt. So kann beispielsweise die Aluminium-Haustür „ThermoSafe“ des Herstellers mit dem Antrieb ausgestattet werden. Über das Hörmann eigene Funksystem „BiSecur“ kann die Haustür dann via Handsender, Innentaster oder App bedient werden. Zudem lassen sich auch Garagentore oder die im Wohnraum verbauten Innentüren damit ausstatten.

Schiebetüren im Haus nehmen beim Öffnen wenig Platz ein und ragen nicht in den Raum. So steht von beiden Seiten eine maximale Bewegungsfläche zur Verfügung. Glasschiebetüren mit bis zu 80 kg schweren Türflügeln können im privaten Wohnen, in Arztpraxen oder in Pflegeheimen mit dem fast geräuschlosen Schiebetürsystem „Perlan AUT-NT“ von Geze automatisiert werden.

Die Schiebetüren öffnen mit Tastendruck, über einen Bewegungsmelder oder mit der “Push & Go“-Funktion. Diese setzt den Türflügel bei leichtem Anschieben selbsttätig in Bewegung. Die Türflügel werden stets sanft beschleunigt und abgebremst. Verschiedene Betriebsarten (z.B. „daueroffen“ oder „automatisches Schließen“) mit einstellbarer Offenhaltezeit ermöglichen individuellen Nutzerkomfort. Bei Stromausfall kann die Tür einfach mit der Hand geöffnet und somit auch im Gefahrenfall sicher passiert werden.

Auf dem Weg hinaus zur Terrasse oder auf den Balkon können schon wenige Zentimeter Höhenunterschied zur Wohnung ein Hindernis darstellen. Mit den Magnet-Doppeldichtungen von Alumat kann diese Stolperschwelle vermieden werden. Gerade für Seniorenwohnungen, Altenheime, Krankenhäuser und Kindergärten sind die „absolut barrierefreien Nullschwellen“ besonders geeignet.

Wohlfühlraum Bad

Im öffentlichen Bereich bereits nicht mehr wegzudenken, halten elektronische Armaturen vermehrt Einzug ins Privatbad. Hansa ist mit seinen berührungslosen Waschtischarmaturen im Musterhaus präsent. Diese unterstützen eine hygienische, komfortable Nutzung und einen sparsamen Wasserverbrauch. Möglich macht das die Elektronik-Steuerung mit Infrarotsensor. Dieser erkennt die Handposition des Nutzers – und zwar unabhängig von Faktoren wie Wassertropfen, Lichtreflexionen oder spiegelnden Oberflächen. Ein schneller, intuitiver Wasserzugriff ist so garantiert. Armaturen wie „Hansaloft“, „Hansaligna“ oder „Hansastela“ verbrauchen lediglich 6 l/min und stoppen den Wasserfluss nach der Nutzung automatisch. Dadurch fließt Wasser nur dann, wenn es wirklich benötigt wird. Ein weiterer Vorteil der Elektronik-Armaturen ist der Hygiene-Aspekt. Für die Bedienung ist kein direkter Kontakt nötig. Somit werden einerseits keine Bakterien übertragen.

In der GGT-Musterimmobilie zeigt Hewi u.a. einen flachen Waschtisch, der auch im Sitzen genutzt werden kann. Integrierte Halte- und Stabilisationsmöglichkeiten erhöhen die Sicherheit. Werden die Haltegriffe nicht benötigt, können sie auch als praktische Handtuchhalter genutzt werden. Farbige Akzente in Form von Accessoires oder Komfortprodukten wie beispielsweise Haltegriffen tragen zusätzlich zum Wohlfühlambiente und der Orientierung bei.

Am WC lassen sich Stütz- und Haltegriffe von Hewi aufgrund ihrer reduzierten Formensprachen perfekt in die Badgestaltung integrieren. Bei eingeschränkter Kraft und Mobilität geben sie Halt und Unterstützung – nicht nur am WC, sondern in allen Bereichen des Badezimmers.

In der Dusche erleichtertein Duschhocker mit integrierten Griffmulden das Hinsetzen und Aufstehen. Eine leicht strukturierte Sitzfläche verhindert Rutschen bei Nässe. Zudem ist er flexibel im ganzen Bad nutzbar und kann beispielsweise auch am Waschtisch eingesetzt werden. Die elektronisch stufenlos höhenverstellbaren Waschtisch- und WC-Module „S 50“ bieten zudem barrierefreien Komfort auf Knopfdruck. Angetrieben durch einen Motor können die Module per Funkfernbedienung stufenlos auf die gewünschte Höhe eingestellt werden.

 

Brandschutz und Gebäudeautomation

In Deutschland gilt eine bundesweite Installationspflicht für Einzel-Rauchwarnmelder in Privatwohnungen. Menschen mit Mobilitäts- oder Wahrnehmungseinschränkungen benötigen jedoch ein höheres Sicherheitsniveau, um zuverlässig vor den Gefahren eines Wohnungsbrandes geschützt zu sein. Im GGT-Musterhaus wurden funkvernetzte Rauchwarnmelder installiert sowie im Wohnzimmer zusätzlich ein CO-Warnmelder. Im Ernstfall sendet der auslösende Melder sein Signal an alle anderen Geräte im Funksystem weiter. Bei Gefahr werden die Bewohner sofort gewarnt, und nicht erst, wenn Rauch einen Melder in der Nähe erreicht. Dieser Zeitvorsprung kann entscheidend sein, um sich und andere in Sicherheit zu bringen. Über ein Koppelelement des Typs „Ei414“ sind die Warnmelder von EI Electronics in die bestehende Gebäudetechnik integriert, so dass Rollläden, Fenster und Türen automatisch geöffnet bzw. geschlossen werden können.

Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen werden durch das Alarmierungsmodul „Ei170RF“ mit intensitätsstarker Blitzleuchte und Vibrationskissen gewarnt. Es ist über eine Steckdose an das Stromnetz angeschlossen und verfügt über eine Notstromversorgung durch einen wiederaufladbaren Akku. Zentral im Flur des Musterhauses wurde der Alarm-Controller „Ei450“ positioniert. Mit dieser Funkfernbedienung lassen sich die Warnmelder bequem per Knopfdruck testen, lokalisieren und stummschalten. Die Bedienung der Geräte ist auch vom Rollstuhl aus bequem möglich.

Raffstoren, wie sie im Objektbau üblich sind, sorgen mit der KNX-Anbindung auch im Wohnungsbau für ein gutes Lichtambiente und bieten Komfort durch eine jahreszeitlich angepasste, automatisierte Steuerung. Die Rademacher Geräte-Elektronik hat zusammen mit der Geiger Antriebstechnik einen neuartigen KNX-Raffstore-Antrieb entwickelt, der einfach und kostensparend zu installieren ist. Mit der Entwicklung des „X-line“-Raffstores bieten sie gemeinsam eine Raffstore-Antriebstechnik für das KNX-System an.

Im GGT-Musterhaus ist eine besonders leistungsfähige Variante des KNX-System installiert. Im Hintergrund arbeitet dabei der Gira-„HomeServer“. Er bildet das „Gehirn“ des elektronischen Nervensystems und ist zugleich die Schnittstelle zwischen Elektroinstallation, Computernetzwerk und Internet. Dafür übernimmt der Gira-„HomeServer“ die zentrale Steuerung aller miteinander vernetzten Komponenten der Gebäudetechnik. Auch ein Zugriff von außen über Smartphone und Tablet ist möglich.

 

Barrierefrei ist Komfort

Ein begehbarer Kleiderschrank mit Schiebetüren ist extrem praktisch. Eine Raumspartür öffnet sich platzsparend bei engen Fluren. Über schwellenfreie Übergänge und automatisierte Türen freut man sich auch, wenn man mit Einkaufstüten bepackt oder dem Kinderwagen vor der Haustür steht. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erleichtern barrierefreie Türen und Fenster dem Pflegepersonal die Arbeit wesentlich. Die zunehmende Vernetzung von Wohnhäusern oder größeren Nutzbauten zum „Smart Home“ bzw. „Smart Building“ schafft Barrierefreiheit, da Türen und Fenster von zentraler Stelle bedient und überwacht werden können. Eine barrierefreie Gestaltung bedeutet also nicht nur Vorteile für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, sondern ist Komfort – für alle.

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