Hygienespülung in der Praxiserprobung

Umbaumaßnahmen in der Medizinischen Hochschule Hannover

In öffentlichen Gebäuden, wie beispielsweise der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), fallen regelmäßig Umbaumaßnahmen und Renovationen an. Hierbei kann es zur Schließung ganzer Stationen für mehrere Wochen und Monate kommen. Während dieser Zeit wird das Trinkwasser in der Installation nicht gebraucht und stagniert. Aus diesem Grund muss ein Mitarbeiter der Haustechnik durch kontinuierliches Öffnen der Wasserentnahmestellen das stagnierende Trinkwasser austauschen. Dieser Prozess kann jedoch auch automatisiert werden, wie ein Praxistest an der MHH zeigte.

Die Planung des Zentrums für Schwerbrandverletzte an der MHH (www.mh-hannover.de), das im Februar 2007 eröffnet wurde, erfolgte durch die Planungsgruppe VA GmbH, die schon zahlreiche Objekte im Krankenhausbereich geplant und während der Fertigstellung kompetent begleitet hat. Bei der Planung durch die Planungsgruppe VA GmbH wird ein Hauptaugenmerk auf die Trinkwasserhygiene gelegt, um eine einwandfreie Trinkwasserqualität zu gewährleisten. Zusammen mit dem Geschäftsbereich Gebäude/Technik der MHH werden unter Einbeziehung der Krankenhaushygiene an die Nutzung angepasste Versorgungskonzepte...

Die Planung des Zentrums für Schwerbrandverletzte an der MHH (www.mh-hannover.de), das im Februar 2007 eröffnet wurde, erfolgte durch die Planungsgruppe VA GmbH, die schon zahlreiche Objekte im Krankenhausbereich geplant und während der Fertigstellung kompetent begleitet hat. Bei der Planung durch die Planungsgruppe VA GmbH wird ein Hauptaugenmerk auf die Trinkwasserhygiene gelegt, um eine einwandfreie Trinkwasserqualität zu gewährleisten. Zusammen mit dem Geschäftsbereich Gebäude/Technik der MHH werden unter Einbeziehung der Krankenhaushygiene an die Nutzung angepasste Versorgungskonzepte entwickelt. Ziel ist es, Stagnationsbereiche in der Trinkwasserinstallation konsequent zu vermeiden und damit die Grundlage für eine hygienisch einwandfreie Trinkwasserversorgung zu schaffen.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) wurde im Jahr 1961 gegründet und zählt heute mit 1419 Betten und insgesamt rund 5300 Mitarbeitern zu einer der größten Kliniken Deutschlands. Zur MHH gehören 18 medizinische Zentren mit insgesamt 75 Abteilungen sowie zwölf Betriebseinheiten und zentralen Einrichtungen. Pro Jahr werden rund 40 000 Patienten stationär versorgt. Hinzukommen jährlich etwa 140 000 ambulante Patienten. Im Februar 2007 wurde das Zentrum für Schwerbrandverletzte, das zur modernsten Station in diesem Bereich in Deutschland zählt, mit insgesamt sechs Patientenzimmern eröffnet.

Problem Trinkwasserstagnation

In großen Kliniken stehen ständig Umbaumaßnahmen an, die auch die Trinkwasserinstallationen betreffen. Oftmals stagniert das Trinkwasser während der Umbauphasen in den Rohrleitungen, oder bei langen Warmwasser-Zirkulationssystemen kann die Temperatur des Zirkulationswassers durch einen zu geringen Verbrauch nicht auf 55 °C gehalten werden. Bisher musste ein Mitarbeiter der Haustechnik in den entsprechenden Bereichen durch händisches Öffnen von Entnahmearmaturen für einen regelmäßigen Verbrauch sorgen. Um zukünftig die kontinuierliche Entnahme zu automatisieren und lange Stagnationszeiten des Trinkwassers zu verhindern, wurde von der Planungsgruppe VA GmbH (Hr. Lübbert) und der Daume GmbH zusammen mit dem Geschäftsbereich Gebäude/Technik der MHH die Geberit Hygienespülung (www.geberit.de) im Rahmen einer Praxiserprobung getestet. Diese wurde im Rahmen einer Praxiserprobung als Interimsmaßnahme bis zur Umsetzung der bautechnischen Massnahmen in der Medizinischen Hochschule Hannover eingesetzt.

Hygienespülung in einer Zirkulationsleitung

Die Temperatur des Trinkwassers warm in der Zirkulationsleitung muss gemäß der allgemeinen Vorschriften > 55 °C betragen. Im vorhandenen Zirkulationsstrang (Lufttechnische Anlage) werden aber derzeit nur rund 50 bis 52 °C erreicht, da zum einen kein Verbrauch des Warmwassers aufgrund von Umbaumaßnahmen stattfindet, sowie der Zirkulationsvolumenstrom in diesem Leitungsbereich zu gering ist. Die Geberit Hygienespülung wurde für diesen Anwendungsfall von der Planungsgruppe VA GmbH (www.planungsgruppe-va.de) und der Daume GmbH (www.daume-online.de) als Interimsmaßnahme bis zur Umsetzung der bautechnischen Maßnahmen vorgesehen. Durch den Einsatz der Hygienespülung sollte täglich ein Verbrauch simuliert werden, der zur Folge hat, dass die Temperatur des Zirkulationswasser von > 55 °C erreicht werden kann. Ebenfalls sollte mit diesem Einsatz die Praxistauglichkeit der Hygienespülung in der MHH analysiert werden, da für zukünftige Baumaßnahmen die Hygienespülung für das Kaltwassersystem als Maßnahme zur Stag-nationsminimierung geplant ist.

Zum Einsatz kam die Geberit Hygienespülung Kalt- und Warmwasser. Im vorliegenden Fall wurde nur der Warmwasseranschluss angeschlossen. Das komplette Kaltwasserventil wurde entfernt. Der Einbauort wurde an letzter Position der betrachteten Zirkulationsleitung in der lufttechnischen Zentrale vorgesehen. Aufgrund der Betrachtung der installierten Leitungen wurde eine Spülmenge von rund 48 l, welches einer einzustellenden Spülzeit von 480 s entspricht, ermittelt. Das Spülintervall von 24 h und die eingestellte Spülzeit wurden zusammen mit der Hygieneabteilung der MHH festgelegt.

In wenigen Arbeitsschritten wurde von einem Mitarbeiter der Fa. Daume GmbH die Hygienespülung installiert. Zunächst erfolgte die Befestigung des Unterputz-Gehäuses mit bereits vormontiertem Kugelhahn. Im Anschluss daran wurden die Leitungen für Abwasser und Trinkwasser erstellt. Bevor der Einbau der Magnetventile erfolgte, wurde die Leitung gespült, um mögliche Schmutzpartikel aus zu schwemmen. Durch die Verwendung einfacher Komponenten, erfolgte die Montage problemlos.

Nach dem Stromanschluss wurden die Magnetventileinheiten installiert und mit der Steuereinheit verbunden. Durch Betätigung des „TEST“-Schalters auf der Steuerungseinheit wurde überprüft, ob alle Komponenten korrekt angeschlossen wurden und funktionsfähig sind. Hierdurch öffnet sich das Magnetventil für 5 s. Die Einstellungen der festgelegten Spülparameter, Spülintervall und Spülzeit, erfolgten über das Geberit HyTronic Service-Handy.

In den Tagen nach der Installation der Hygienespülung wurde überprüft, ob die erforderliche Temperatur > 55 °C durch die regelmäßige Wassererneuerung erreicht wurde.

Bisherige Ergebnisse der Interimsmaßnahme

Seit Beginn der Praxiserprobung im Mai 2007 läuft die installierte ­Hygienespülung problemlos. Täglich erfolgt eine Spülung mit einer Dauer von 480 s, und die gemessene Temperatur des Zirkulationswasser beträgt durch den regelmäßigen Wasserverbrauch bei > 55 °C. ­Somit erfüllt die Hygienespülung in diesem Anwendungsfall alle Anforderungen. Die Qualität des Zirkulationswassers wird im Rahmen von Routineuntersuchungen regelmäßig mikrobiologisch analysiert und ist einwandfrei. Bei Bedarf kann die Hygienespülung mittels einer der beiden vorhandenen Schnittstellen (RS485 oder digitale Schnittstellen) über eine speicherprogrammierte Steuerung (SPS) an die Gebäudeleittechnik (GLT) angeschlossen werden. Mit dieser Anbindung kann von einer Zentrale aus, die Spülsequenz über eine Zeitschaltuhr oder ein GLT-System gestartet werden, d.h. der Betreiber kann wählen, um welche Uhrzeit die Spülung erfolgen soll. Die Zeiteinstellungen inklusive Sommer- und Winterzeitumstellungen können dadurch zentral verwaltet und koordiniert werden. Erfolgt keine Anbindung an eine externe Zeitschaltuhr, wird alle 24 h eine Spülung des Trinkwassers, wie im vorliegenden Fall, automatisch ausgelöst. In diesem Anwendungsfall hat sich die Hygienespülung als Interimsmaßnahme bewährt, die gestellten Anforderungen wurden vollumfänglich erfüllt.

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