Produktvergleich Laser-Distanzmesser

Unterscheidungsmerkmale, Einsatzkriterien und welche Gerätearten für die verschiedenen Einsatzbereiche im Fokus stehen

Laser-Distanzmessgeräte mit Bluetooth-Schnittstelle beschleunigen Aufmaße. Worauf es beim digitalen Messen ankommt und was aktuelle Geräte können, zeigt dieser Artikel mit tabellarischen Produktvergleich. Der Vergleich steht am Ende des Beitrags als Downloadlink bereit.

„Wer misst, misst Mist.“ An dieser etwas deftigen Redensart ist viel Wahres, denn es ist in der Praxis unmöglich, absolut fehlerfrei zu messen. Auch Laser-Distanzmesser sind nicht davor gefeit. Aber Längen, Flächen, Abzugsflächen, Höhen- oder Diagonalmaße lassen sich damit schneller und präziser erfassen als mit Maßband und Zollstock. Ablese- oder Additionsfehler, das Durchhängen des Maßbands oder die temperaturabhängige Längenausdehnung des Bandmaterials spielen keine Rolle. Mit Bluetooth-Geräten können die Messwerte drahtlos an Aufmaß-Apps gesandt und direkt vor Ort in Aufmaßskizzen oder...

Smarter messen: In Kombination mit einer Aufmaß-App sind bluetoothfähige Laser-Distanzmesser sehr effizient, etwa beim Raumaufmaß.
Bild: Stabila Messgeräte

Smarter messen: In Kombination mit einer Aufmaß-App sind bluetoothfähige Laser-Distanzmesser sehr effizient, etwa beim Raumaufmaß.
Bild: Stabila Messgeräte
„Wer misst, misst Mist.“ An dieser etwas deftigen Redensart ist viel Wahres, denn es ist in der Praxis unmöglich, absolut fehlerfrei zu messen. Auch Laser-Distanzmesser sind nicht davor gefeit. Aber Längen, Flächen, Abzugsflächen, Höhen- oder Diagonalmaße lassen sich damit schneller und präziser erfassen als mit Maßband und Zollstock. Ablese- oder Additionsfehler, das Durchhängen des Maßbands oder die temperaturabhängige Längenausdehnung des Bandmaterials spielen keine Rolle. Mit Bluetooth-Geräten können die Messwerte drahtlos an Aufmaß-Apps gesandt und direkt vor Ort in Aufmaßskizzen oder Aufmaßprotokollen verarbeiten werden. Das vermeidet typische Fehlerquellen und beschleunigt Arbeitsabläufe.

Das digitale Messen hat Vorteile

Längen-, Flächen- oder Höhenmaße werden heute rationell per Laser-Distanzmesser erfasst: Gerätehinterkante, ‑vorderkante oder Stativgewinde-Achse am Startpunkt ausrichten, Zielpunkt mit dem Laserstrahl anvisieren, Messtaste drücken – fertig! Der Messwert wird millimgenau ermittelt und auf dem LC-Display angezeigt. Kann man das Gerät auflegen, lassen sich Entfernungen bis etwa 50 m relativ punktgenau messen. Für größere Distanzen ist ein im Gerät integriertes Stativgewinde und ein separates Stativ (ca. 100 €), bei sehr kleinen Messzielen zusätzlich eine Zieloptik empfehlenswert. Ein integrierter Timer oder „Selbstauslöser“ ermöglicht verwacklungsfreie Messungen. Mit dieser Zusatzausstattung, zu der auch eine Zieltafel für eine optimale Reflexion des Laserstrahls gehört, können Messdistanzen bis maximal 300 m erfasst werden. Die erzielbaren Genauigkeiten liegen zwischen ± 1,0 und ± 3,0 mm. Nachteilig ist, dass Mess-Situationen, bei denen keine anvisierbare Fläche vorhanden ist (etwa beim Messen von Außenecken), entweder eine zweite Messperson oder Einfallsreichtum voraussetzen (z. B. Anbringen einer geeigneten Messfläche). Dafür lassen sich per Rechenfunktion auch Flächen oder Volumina einfach ermitteln oder auch nicht direkt messbare Höhen per Pythagoras-Funktion indirekt messen und anderes mehr. Praktisch ist die Minimum- und Maximum- oder Dauermessung, die den kleinsten oder größten Messwert anzeigt und beispielsweise die Messung von Raumdiagonalen vereinfacht.

Mit der passenden App sind bspw. Aufmaßskizzen in Minutenschnelle erstellt.
Bild: Bosch

Mit der passenden App sind bspw. Aufmaßskizzen in Minutenschnelle erstellt.
Bild: Bosch
Für präzise Messungen aus einer Ecke oder Fuge heraus, verfügen manche Geräte über ein ausklappbares Endstück oder einen ausfahrbaren Mess-Stift. Zwar können einige Systeme auch dreidimensionale Daten in eingeschränkter Form erfassen, indem der Höhenwert für jeden Messpunkt oder raumweise mitgeführt wird. Für ein „echtes“ 3D-Aufmaß sind spezielle Laserdistanzmesser sinnvoller, beispielsweise der „Leica Disto X6“ mit „P2P“-Paket, der in CAD-Programme importierbare 2D- und 3D-DXF-Daten erzeugt. 

Rationellere Aufmaße per Bluetooth

Bluetoothfähige Geräte ermöglichen eine digitale Messdatenübertragung ohne Medienbrüche – etwa für Aufmaßskizzen oder Messprotokolle.
Bild: Stabila Messgeräte

Bluetoothfähige Geräte ermöglichen eine digitale Messdatenübertragung ohne Medienbrüche – etwa für Aufmaßskizzen oder Messprotokolle.
Bild: Stabila Messgeräte
Zwei Gerätetrends sind aktuell zu beobachten: der Trend zum einfachen, kompakten und robusten „digitalen Zollstock“ mit Einknopf-Bedienung und wenigen Funktionen sowie zum multifunktionalen „Alleskönner“ mit kabelloser Messdateübertragung. Beide Trends haben ihre Berechtigung: Beim „digitalen Zollstock“ steht nicht die Funktionsvielfalt, sondern eine einfache, intuitive Bedienung, Robustheit und Zuverlässigkeit im Vordergrund. Lassen sich die digitalen Messwerte allerdings schon an Ort und Stelle verarbeiten, so steigert das den Rationalisierungseffekt und Zuordnungs- oder Übertragungsfehler werden vermieden. Immer mehr Hersteller offerieren deshalb auch Geräte, die Messdaten über kurze Distanzen (bis ca. 10 m und mehr) per Bluetooth-Funkstandard drahtlos an ein Smartphone oder Tablet zur digitalen Weiterbearbeitung übertragen können. Anbieter von Laser-Distanzmessern, wie Bosch, Leica Geosystems, Stabila Würth und andere offerieren dazu kostenlose Aufmaß-Apps. Sie ermöglichen eine sofortige Messdatenübernahme und ‑verarbeitung, wahlweise per Android- oder iOS-Mobilgerät. Damit können z. B. die gemessenen Maße Fotos zugeordnet oder Aufmaßskizzen automatisiert erstellt werden. Auch von Drittanbietern werden mobile Raumaufmaß-, Angebots- oder Abrechnungsprogramme offeriert, die eine Messdatenübernahme von Laser-Distanzmessern unterstützen, z. B. „Magicplan“ (Raumaufmaß), „Maxmess“ (Gebäude-/Raumaufmaß), „Metiscale“ (Fensteraufmaß) oder „MWM-Libero“ (Bauabrechnung). Bei diesen Lösungen sorgen Eingabemasken, Eingabe-Assistenten und die grafische Ergebnisanzeige dafür, dass kein Wert vergessen wird und fehlende oder falsche Maße noch vor Ort erfasst oder berichtigt werden können. Immer wenn es um das schnelle und präzise Messen lichter Maße, von Schrägen, Flächen …
Bild: Bosch
Immer wenn es um das schnelle und präzise Messen lichter Maße, von Schrägen, Flächen …
Bild: Bosch
… oder die direkte oder indirekte Messung von Höhen geht, sind Laser-Distanzmesser unschlagbar.
Bild: Bosch
… oder die direkte oder indirekte Messung von Höhen geht, sind Laser-Distanzmesser unschlagbar.
Bild: Bosch

Darauf sollte man achten

Modelle mit Zielsucher und digitaler Zoomfunktion ermöglichen ein präzises Anvisieren des Zielpunktes im Display.
Bild: Hilti

Modelle mit Zielsucher und digitaler Zoomfunktion ermöglichen ein präzises Anvisieren des Zielpunktes im Display.
Bild: Hilti
Der zu diesem Beitrag gehörende tabellarische Produktvergleich stellt eine Auswahl aktueller Laser-Distanzmessgeräte mit Bluetooth-Schnittstelle beispielhaft vor. Zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen zählen zunächst der Messbereich und die Genauigkeit: Der erste Wert gibt an, von welcher minimalen bis zu welcher maximalen Distanz in Metern das Gerät messen kann (z. B. 0,05 bis 80 m). Der zweite Wert gibt die Messgenauigkeit an (meist ± 1,0 bis ± 2,0 mm). Mehrere Faktoren haben einen entscheidenden Einfluss auf diese Gerätedaten: die Lichtverhältnisse, die Oberflächenstruktur, die Farbe des Messobjektes sowie die Temperatur, bei der gemessen wird. Da Herstellerangaben zur Geräteleistung meist unter optimalen Laborbedingungen stattfinden, die mit der Realität auf Baustellen wenig zu tun haben, wurde mit der DIN ISO 16331-1 [1] eine Norm geschaffen, die technische Angaben zu Laser-Distanzmessgeräten verschiedener Hersteller vergleichbar machen soll. Wer sicher gehen will, dass die Herstellerangaben mit der Praxis übereinstimmen, sollte auf diese ISO-Norm achten. 

Bei größeren Entfernungen ist ein optional erhältliches Stativ meist zwingend erforderlich.
Bild: Bosch

Bei größeren Entfernungen ist ein optional erhältliches Stativ meist zwingend erforderlich.
Bild: Bosch
Systeme mit Punkt-zu-Punkt-Messfunktion ermöglichen auch einen 2D-/3D CAD-Datenexport.
Bild: Leica Geosystems, Hexagon
Systeme mit Punkt-zu-Punkt-Messfunktion ermöglichen auch einen 2D-/3D CAD-Datenexport.
Bild: Leica Geosystems, Hexagon
Zu den Standardfunktionen, die fast alle Geräte in unterschiedlichem Umfang beherrschen, zählen Rechenfunktionen (z. B. Fläche, Volumen, Addition, Subtraktion, Pythagoras, Absteckmaß, Dreieck, Trapez etc.). Zusatzfunktionen sind bspw. eine integrierte digitale Wasserwaage zur Neigungsmessung, ein Timer oder eine Gestensteuerung für eine verwacklungsfreie Auslösung der Messung. Eine Bluetooth-Datenschnittstelle ermöglicht die drahtlose Übergabe von Messwerten und Berechnungsergebnissen an die Aufmaß-App des Herstellers oder an Aufmaßprogramme von Drittanbietern (siehe zuvor). Neuere Bluetooth-Versionen (ab 5.0) bieten Verbesserungen gegenüber älteren Versionen in Bezug auf Geschwindigkeit, Reichweite, Energieeffizienz und Stabilität der Funkverbindung. Für eine gute Ablesbarkeit der Messwerte, insbesondere im Außenbereich, ist neben der Displaygröße und ‑auflösung auch eine helle Hintergrundbeleuchtung wichtig. Wird das Gerät vorwiegend im Außenbereich eingesetzt, sollte man auf eine Displaykamera mit digitaler Zoomfunktion achten. Damit lassen sich in Kombination mit einem Stativ auch weit entfernte Ziele bei ungünstigen Lichtverhältnissen präzise anvisieren. Die Stromversorgung erfolgt meist über mitgelieferte AA- oder AAA-Batterien oder Lithium-Ionen-Akkus. Mit 3.000 bis 10.000 Messungen pro Batterie/Akkusatz ist der Stromverbrauch sehr unterschiedlich, wobei im Bluetooth-Betrieb diese Angaben etwas niedriger liegen. Beim Gehäuse ist Baustellentauglichkeit und die Schutzart wichtig (ab IP 54 oder besser IP 65, siehe auch: www.t1p.de/CS-1-26-schutzart). Weitere Kriterien sind Geräte-Abmessungen und das Gewicht, die Einfachheit der Bedienung, eine intuitive Menüführung, die Schnelligkeit der Messung sowie nützliche Automatismen, wie etwa das automatische Erkennen von ausgefahrenen Mess-Stiften oder das zeitgesteuerte Abschalten nach Bedienpausen. Zum Lieferumfang gehören meist eine Tasche, Batterien/Akku, eine Trageschlaufe, eine Bedienungsanleitung und ein USB-Kabel. Noch mehr Möglichkeiten beim 3D-Aufmaß bieten tachymetrische Systeme.
Bild: Leica Geosystems, Hexagon
Noch mehr Möglichkeiten beim 3D-Aufmaß bieten tachymetrische Systeme.
Bild: Leica Geosystems, Hexagon

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