Dynamische Simulation: Welche Heizleistung braucht ein Gebäude wirklich?

Wie Gebäudeträgheit und reale Lastverläufe die Auslegung beeinflussen

Die berechnete Spitzenlast allein sagt nicht immer aus, welche Leistung ein Heiz- oder Kühlsystem tatsächlich benötigt. Gebäudeträgheit, Nutzungsprofile und zeitliche Lastverläufe können die erforderliche Anlagenauslegung wesentlich beeinflussen. Im Interview erläutert die promovierte Physikerin Iris Reichenbach von Hottgenroth Software, welche zusätzlichen Erkenntnisse dynamische Simulationen für TGA-Fachplanende liefern können.

tab: Frau Reichenbach, für die Auslegung von Heizsystemen ist die Heizlast eine zentrale Planungsgröße. Wo liegen dabei die Grenzen einer rein statischen Betrachtung und warum kann sie zu Überdimensionierung oder falschen Regelstrategien führen?

Iris Reichenbach: Gebäude sind sehr träge, besonders solche aus massiven Bauteilen. Daher dauert es bei Gebäuden teilweise sehr lange, bis Änderungen der Außentemperaturen oder der Einstrahlung im Inneren des Gebäudes ankommen. Eine rein statische Berechnung zieht das nur unzureichend in Betracht. Außerdem verringert sich die Amplitude der Änderung, so...

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