Wärmeübergabetechnologie

Eine eigene Geräteserie für Center Parcs

Seit Oktober 2018 empfängt der Park Allgäu als sechster deutscher Center Parcs-Standort seine Gäste mit einem breit aufgestellten Freizeitangebot innerhalb und im Umkreis der Anlage in Leutkirch. Im Hintergrund eines anspruchsvollen Sport-, Wellness- und Entertainmentkonzepts zeigen moderne Energietechnologien den aktuellen Ent­wicklungsstand von komfort- und effizienzoptimierten Versorgungslösungen auf.

Gerade einmal zwei Jahre betrug der Planungs- und Umsetzungszeitraum für das komplexe Großprojekt, das die Groupe Pierre & Vacances Center Parcs 2016 in Auftrag gab. Heute beherbergt der Park Allgäu mit seinem weitläufigen Areal im Landkreis Ravensburg täglich bis zu 5.000 Tagestouristen und Urlaubsgäste.

Von spektakulärer Action bis zum erholsamen Naturerlebnis: Der Park ist auf nahezu jeden Besucherwunsch eingestellt und bietet mit individuell wählbaren Unterkunftskategorien ein ebenso differenziertes Wohnangebot. Insgesamt 1.000 Ferienhäuser mit unterschiedlichen Ausführungsmerkmalen stehen...

Gerade einmal zwei Jahre betrug der Planungs- und Umsetzungszeitraum für das komplexe Großprojekt, das die Groupe Pierre & Vacances Center Parcs 2016 in Auftrag gab. Heute beherbergt der Park Allgäu mit seinem weitläufigen Areal im Landkreis Ravensburg täglich bis zu 5.000 Tagestouristen und Urlaubsgäste.

Von spektakulärer Action bis zum erholsamen Naturerlebnis: Der Park ist auf nahezu jeden Besucherwunsch eingestellt und bietet mit individuell wählbaren Unterkunftskategorien ein ebenso differenziertes Wohnangebot. Insgesamt 1.000 Ferienhäuser mit unterschiedlichen Ausführungsmerkmalen stehen hierfür zur Verfügung.

Die bauseitige Neukonzeption stellte Planer und ausführende Projektpartner vor grundlegende und ortsspezifische Herausforderungen. Voraussetzung für die energetische Erschließung des Areals war ein umfassender Infrastrukturausbau mit einem rund 30 Trassenkilometer großen Nahwärmenetz. Die Energieanlagen eines zukünftigen multivalenten Versorgungsystems sollten in einem eigenen Heizhaus untergebracht werden.

Für die Installation von insgesamt drei Brennwert-Gaskesseln, einem BHKW, einem Pelletskessel und einem Pufferspeicher wurde ein Bestandsgebäude vorgesehen, das zwar die erforderlichen Raumkapazitäten bot, jedoch keine hinlängliche Statik für den Einbau der tonnenschweren Anlagen und eines 35 m hohen Abgasschornsteins aufwies. Auf Basis einer Pfahlbaukonstruktion aus Beton und einer zusätzlichen Bodenplatte musste das Objekt vor Bezug zunächst statisch stabilisiert werden.

Ein System für jeden Anspruch

Nachdem die Definition des Netzdesigns, die Erzeugerwahl und die Behausungsmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen waren, richtete sich der Fokus auf Optionen einer möglichst effizienten Betriebsführung des neuen Nahwärmenetzes. Zentraler Gegenstand der weiteren Planung war die Frage, wie und unter Einbindung welcher Komponenten eine stabile, bedarfskonforme und energiesparende Wärmeverteilung auf mehr als 100.000 m2 Nutzfläche realisiert werden kann. Die Aufgabe erwies sich als besonders komplex vor dem Hintergrund, dass der Park Allgäu mit 1.000 Ferienhäusern nicht nur über eine beachtliche Anzahl an Unterkünften verfügt, sondern gleichzeitig auch eine hohe Variationsbreite in der Ausführung (Größe, Zuschnitt und Einrichtung) anbietet. Für eine maximal komfortable und zugleich effiziente Bereitstellung von Raumwärme und Trinkwarmwasser kam eine einfache Standardlösung „von der Stange“ nicht in Betracht. Ein frühes Konzept, das die Integration von insgesamt neun verschiedenen Übergabetypen und drei Trinkwasser-Erwärmungssystemen vorsah, stellte jedoch ebenfalls keine praktikable Alternative dar: Sowohl konstruktionsseitig als auch mit Blick auf spätere Steuerungs- und Wartungsmaßnahmen hätte die hohe Anlagenvarianz zu erheblichem personellen Mehraufwand geführt, die Ersatzteilevorhaltung erschwert und den Betriebskostenhaushalt langfristig spürbar belastet. Dass eine einheitliche technische Lösung für Einsatzbereiche mit unterschiedlichen Leistungsspezifikationen dennoch möglich ist und dabei alle zentralen Anforderungen an Komfort, Hygiene, Energieeffizienz und Wartungsfreundlichkeit erfüllen kann, zeigt eine erstmals für den Park Allgäu entwickelte Wärme­übergabestation des Energieanlagenspezialisten Yados: die „GIRO C front“, eine Spezial-Modifikation der in den letzten Jahren bereits vielfach verbauten „Yado|Giro“.

 

Kompaktlösung mit Langzeitperspektive

Am Firmensitz in Hoyerswerda entwickelte man ein passgenaues Übergabesystem mit dem Ziel, sowohl die Konstruktions- als auch die Leistungsmerkmale der Anlage maximal präzise an den Einsatzbedingungen vor Ort auszurichten. Da die Station immer in das jeweilige Wohnraumkonzept eingebunden werden musste, wurde eine platzsparende Bauweise ebenso berücksichtigt wie die Voraussetzungen für eine möglichst einfache Montage. Gleichzeitig sorgt die komplexitätsreduzierte Ausführung mit stets identischen Bauteilen und wenigen Verschraubungen für eine deutliche Vereinfachung des späteren Wartungs- und Instandhaltungsmanagements, da der Techniker vor Ort in jedem Ferienhaus eine exakt übereinstimmende Konstruktionsweise vorfindet. Bei einer avisierten Laufzeit von 10 bis 15 Jahren lassen sich Informations- und Bearbeitungsprozesse auf diese Weise so optimieren, das Personalaufwand und Wartungskosten auf Dauer minimiert werden können.

Heute verfügen die Parkgebäude über lediglich fünf, statt der ursprünglich vorgesehenen neun Übergabetypen, die jeweils unabhängig von ihrer Leistungsklasse identische Hauptkomponenten aufweisen – von den Primärventilen, Umwälzpumpen und Wärmeübertragern bis hin zur Kommunikationsregelung. Insgesamt wurden neben der Kompaktlösung auch 200 „Giro“-Systeme mit einer höheren Leistungskapazität für größere Bedarfsabfragen (beispielsweise zur Wärmebereitstellung im Exclusive-Ferienhaus mit Wellnessbad, Whirlpool und Regendusche) eingesetzt. Damit resultierte aus der Individuallösung für den für den Park Allgäu erstmals eine neue Serienfertigung, die grundsätzlich in allen Einsatzbereichen mit ähnlichen Rahmen- und Bedarfsbedingungen integriert werden kann.

 

Übergabe, TWE und Steuerung:
Technologieverbund schafft Effizienz

Die Gesamtplanung, aber auch die zukünftige Betriebsführung der neuen Center Parcs-Anlage werden insbesondere durch das Erlebniskonzept in und mit der Natur bestimmt. Vor diesem Hintergrund spielt nicht nur eine wirtschaftlich solide Aufstellung eine wichtige Rolle. Vielmehr erfolgen Investitionsentscheidungen und Strategieentwicklungen immer auch mit Blick auf deren langfristige Nachhaltigkeit. Mit einem energetisch vorteilhaften Infrastrukturausbau (einschließlich multivalentem Erzeugerverbund) konnten bereits günstige Voraussetzungen für eine ökologisch wirksame Energieversorgung geschaffen werden.

Yados lieferte dafür neben der speziell modifizierten Übergabe­technologie zwei weitere Bausteine zur Unterstützung einer maximal effizienten Wärmebereitstellung: rücklaufoptimierte Trinkwassererwärmungssysteme, die für alle Abnehmer am Standort einheitlich konzipiert wurden und mittels Durchflussprinzip die rechtverbindlichen Hygienevorgaben (etwa gem. Trinkwasserverordnung) verlässlich gewährleisten. Sowohl TWE-Anlagen als auch Übergabestationen unterliegen der Überwachung und Steuerung durch das übergeordnete Leit- und Kommunikationssystem „Yado|Link“. Die schnittstellenoffene Regeltechnologie koordiniert, reguliert und visualisiert die gesamten Anlagenprozesse und optimiert deren Betrieb präzise nach situativen Verhältnissen (Außentemperatur) und verbraucherseiti­gen Abnahmebedingungen. Zusätzlich sind für jedes der 1.000 Häuser eigene Voreinstellungen programmierbar, die nach individuellen Zeit- und Komfortvorgaben bereits vor Ankunft am Ferienort festgelegt werden können.

Über eine integrierte DDC-Regelung ermöglicht „Yado|
Link“ dabei eine exakte Berechnung der erforderlichen Vorlauftemperatur zwischen 70 und 80 °C. Mit sehr niedrigen Rücklauftemperaturen von 40 bis 50 °C erzielt das Verbundsystem aus Wärmeübergabe und TWE-Einheiten optimale Betriebsbedingungen für eine besonders effiziente Wärme­erzeugung und -nutzung.

 

Fazit

Innerhalb eines extrem kurzen Planungs- und Umsetzungszeitraums ist es den involvierten Projektepartnern gelungen, das ehrgeizige Bauprojekt Park All-↓

gäu erfolgreich abzuschließen. Sein Betrieb zeigt heute einen intelligenten Weg für eine effiziente und bedarfsorientierte Energieversorgung auf. Eine Lösung mit weitreichenden Chancen – auch jenseits der Allgäuer Parkgrenzen.

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