TÜV-Verband fordert Modernisierung der Notstromversorgung in Deutschland
14.09.2026Der TÜV-Verband hat angesichts der anhaltenden hybriden Angriffe auf Stromnetze, Flughäfen und andere Einrichtungen eine Modernisierungsoffensive für die sicherheitstechnische Infrastruktur in Deutschland gefordert. „Hybride Angriffe auf die Energieversorgung, das Verkehrssystem oder unsere Kommunikationsnetze sind inzwischen an der Tagesordnung“, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. „Deutschland muss seine Hausaufgaben machen und massiv in die sicherheitstechnische Infrastruktur investieren. Das Ziel muss sein, Risiken frühzeitig zu erkennen, den Betrieb im Krisenfall aufrechtzuerhalten und Systeme nach Ausfällen geordnet wiederherzustellen.“ Dringender Handlungsbedarf bestehe im Gebäudesektor.
Laut dem TÜV-Verband sind viele sicherheitskritische Gebäude unzureichend auf Systemangriffe vorbereitet.
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Laut dem „TÜV-Baurechtsreport 2026“ weist mehr als jede dritte Notstromanlage (35 %) in Sonderbauten wie Krankenhäusern, Schulen, Hochhäusern oder Einkaufszentren wesentliche Mängel auf. Im Vergleich zum Jahr 2022 hat sich der Anteil der Anlagen mit erheblichen Mängeln um 9 Prozentpunkte erhöht. Typische Probleme sind nicht startende Notstromaggregate, veralteter Kraftstoff oder defekte Speicherbatterien. „Im Fall eines Stromausfalls ist die Notversorgung ein kritischer Faktor, um relevante Systeme aufrecht zu erhalten oder Menschen rechtzeitig evakuieren zu können“, sagt Bühler. Der Negativtrend bei den Mängelzahlen müsse gestoppt werden. „Das Sondervermögen des Bundes sollte auch dafür genutzt werden, die sicherheitstechnische Infrastruktur zu ertüchtigen“, ergänzt Bühler. Gleichzeitig seien private Akteure gefordert, in die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit ihrer Gebäude und Anlagen zu investieren.
Ein weiterer kritischer Bereich ist die die digitale Sicherheit. In der „TÜV Cybersecurity Studie“ melden 15 % der Unternehmen, im Jahr vor der Befragung von einem Cyberangriff betroffen gewesen zu sein. Dabei treten zunehmend staatliche Hacker als Angreifer auf. „Eine besondere Herausforderung ist die immer stärkere Vernetzung physischer und digitaler Systeme“, sagt Bühler. Das betreffe bspw. die Energieversorgung, Gebäudetechnik oder Verkehrsinfrastruktur. Daher müsse der Schutz vor Cyberangriffen über die digitale Welt hinaus verstärkt werden.
Weitere Informationen zum Thema Resilienz von Wirtschaft und Zivilgesellschaft sind in einem Positionspapier des TÜV-Verbands zu finden. Über die aktuellen Mängelzahlen zum Brandschutz von Sonderbauten im „TÜV Baurechtsreport 2026“ hatte die tab bereits berichtet.
