1 Mio. kWh Solarstrom im Eigenverbrauch

Messkonzept ist Basis

Über Oberschwaben scheint die Sonne recht häufig. Deshalb boomt die Stromerzeugung aus Photovoltaik in der Region seit Jahren. Die Unternehmensgruppe Dünkel nutzte besonders gut geeignete Flächen in Schemmerhofen im Kreis Biberach für inzwischen vier große Freiflächenanlagen. Der Strom aus der zuletzt in Betrieb genommenen sollte im eigenen Kieswerk verbraucht werden. Als Basis dafür hat die Energiemanagement-Tochter Activ-Energy zusammen mit der EnBW-Tochter Watt Synergia das passende Netz- und Messkonzept entwickelt, mit dem die Energieflüsse präzise und zeitnah ermittelt werden.

Ausgangslage und Konzept

Ausgangspunkt für die Stromnutzung im eigenen Kieswerk waren in der Unternehmensgruppe Dünkel zwei Überlegungen: Warum sollte die komplette Erzeugung einer 2700 kW starken Anlage, die rechnerisch 800 Haushalte versorgen kann, in das öffentliche Netz eingespeist werden, wenn es in unmittelbarer Nähe drei größere Verbraucher gibt? Zudem könnte für den zeitgleich zur Erzeugung in der PV-Anlage auf dem ganzen Areal genutzten Strom die EEG-Umlage deutlich verringert werden bzw. sogar entfallen. Beide Fliegen mit einer Klappe zu schlagen hieße, auch dem Willen des Gesetzgebers nachzukommen, die gesamtwirtschaftlichen, aus Einspeisevergütung und Netzausbau bestehenden Kosten zu begrenzen.

Dünkel ließ zunächst ein ge­schlossenes Arealnetz mit drei Zäh­lern errichten – für das Kieswerk, für die Verwaltung und den dritten für ein benachbartes Brecherwerk. In Kooperation mit der Netze BW wurde der Anschluss zur PV-Anlage so gestaltet, dass für jeden der drei Verbraucher und die Solaranlage exakte Zeitreihen verfügbar sind.

Blieb die Frage, wie hoch der jeweilige Anteil von Grün- und Graustrom an den drei Zählern liegt. Das bis Ende Juli 2014 geltende „Grünstromprivileg“ im EEG sah für den Eigenverbrauch des Eigentümers der PV-Anlage, also das Kieswerk selbst, die komplette Befreiung vor. Die beiden anderen durften immerhin noch mit einem Nachlass von 2 Cent auf die Umlage rechnen.

Um diese Mengen exakt zu ermitteln und vor allem sauber zu dokumentieren, tüftelte die Synergia ein Mess- und Abrechnungskonzept auf Grundlage der Viertelstundenwerte der Zähler aus, die per Fernübertragung in den eigenen IT-Systemen ausgewertet werden.

Die Messdaten sind über ein elektronisches Internetportal für Dünkel jederzeit zugänglich. Für jeden Zählpunkt erstellt die Watt monatlich eine individuelle Abrechnung.

Fazit

Aufgrund der EEG-Änderungen ab dem 1. August 2014 wurde es bis zum 18. Juli, an dem das neue Netzkonzept „scharf geschaltet“ wurde, für alle Beteiligten noch etwas hektisch.

Der Aufwand wäre aber auch nach Wegfall des Grünstromprivilegs noch sinnvoll gewesen. Denn durch den hohen Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms bleiben wichtige Preisbestandteile für fast 20 Jahre konstant und planbar. Zudem dienen die Daten jetzt als Basis für Überlegungen zur Energieeffizienz.

Roger Kanzenbach, Energiemanager der Activ Group, und Andreas Fuchs, Produktmanager Watt Synergia

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