Initiative Ressourcenschonende Bauwirtschaft

Kreislaufwirtschaft im Bauwesen, schadstofffreie Bauprodukte und effizienter Einsatz knapper Ressourcen

Die „Initiative Ressourcenschonende Bauwirtschaft“ (kurz: IRBau) hat sich mit einer Konferenz in Berlin einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Inhaltlich ging es um den Ausbau der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen, schadstofffreie Bauprodukte und den effizienten Einsatz knapper Ressourcen.

Die Bauwirtschaft bietet ein enormes Potential für Recycling, das bisher bei Weitem nicht ausgeschöpft wird. Dies zu ändern, ist das Ziel der IRBau, einer unabhängigen Allianz, die sich aus Mitgliedern aus Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammensetzt. Prof. Dr. Sabine Flamme vom Fachbereich Bauingenieurwesen der FH Münster und Gründungsmitglied der IRBau, sieht folgende Aufgaben im Bauwesen: „Um den Gebäudebestand stärker als Rohstoffquelle zu nutzen, ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig. Sie meinte auch: „Eine besondere Herausforderung sind Verbundwerkstoffe...

Die Bauwirtschaft bietet ein enormes Potential für Recycling, das bisher bei Weitem nicht ausgeschöpft wird. Dies zu ändern, ist das Ziel der IRBau, einer unabhängigen Allianz, die sich aus Mitgliedern aus Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammensetzt. Prof. Dr. Sabine Flamme vom Fachbereich Bauingenieurwesen der FH Münster und Gründungsmitglied der IRBau, sieht folgende Aufgaben im Bauwesen: „Um den Gebäudebestand stärker als Rohstoffquelle zu nutzen, ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig. Sie meinte auch: „Eine besondere Herausforderung sind Verbundwerkstoffe sowie fehlende Informationen über Inhaltsstoffe in Baumaterialien.“

Gemeinsam sollen Ziele zur Ressourcenschonung entwickelt und umgesetzt werden. Im Rahmen der Auftaktkonferenz auf dem Euref Campus in Berlin, sprach u.a. auch Dr. Markus Beukenberg, Technologievorstand der Wilo SE, über die Möglichkeiten und Erreichung dieser Ziele. In seinem Vortrag ging er auf den Produktlebenszyklus von Komponenten der TGA ein, wenn diese unter Aspekten des Building Information Modeling (BIM) mit dem Schwerpunkt Recycling berücksichtigt werden.

Wird der Produktlebenszyklus aus der nicht rein finanziellen Sicht betrachtet, so fehlt auf Produktebene ein wichtiger Aspekt: Nach der sogenannten „Degeneration“ des Produktes, also dem Ende des Lebenszyklus, bleibt der Abfall. Oft wird nicht berücksichtigt, dass dabei seltene Ressourcen entsorgt und somit vergeudet werden. In Mobiltelefonen sind beispielsweise über 40 verschiedene chemische Elemente enthalten – gerade mal neun davon werden recycelt. In diesem Zusammenhang verwies Markus Beukenberg u.a. auf die Produktmodularisierung. Hierbei wird das Produkt bereits während der Entwicklung mit einer geeigneten Gliederung versehen und so die Abhängigkeiten zwischen den Elementen reduziert.

Daher rührt auch der Zusammenhang mit BIM: In modernen Gebäuden finden sich zehnmal mehr TGA-Komponenten als Architekturbauteile – diese haben einen wesentlich größeren Einfluss auf die Kosten, da sie regelmäßig ausgetauscht und modernisiert werden müssen. Ohne die TGA wäre zudem keine Einbindung in die Methoden der Energiewende möglich.

Eine Strategie ist als „Design for Disassembly“ (D4D) bekannt: Hier wird während der Entwicklung bereits die zukünftige Demontage zu Reparaturzwecken, zur Prüfung oder für das Recycling berücksichtigt. Recyclingaktivitäten sorgen für Einsparungen und schonen Ressourcen, ganz im Sinne der Leitlinie „Vermeidung und Verwendung vor Verwertung und Entsorgung“. So können beispielsweise die in den Rotoren von Pumpenmotoren enthaltenen Magnete problemlos entnommen und wiederverwendet werden, was zu einer Schonung von „Seltenen Erden“ führt. Neben einem modularen Aufbau sollten Produkte zukünftig über den ganzen Produktlebenszyklus dokumentiert werden, eine erhöhte Kommunikationsfähigkeit und offene Schnittstellen für eine noch bessere Kompatibilität besitzen.

Eine Weiterführung dieses Konzeptes bietet der Ansatz „Cradle-to-Cradle“ (C2C), also „Von der Wiege zur Wiege“, mit der Vision einer langfristig gesehen abfallfreien Wirtschaft, bei der alle Stoffe dauerhaft in geschlossene Kreisläufe überführt werden.

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