Vom 11. bis 15. Januar 2027 trifft sich die internationale Baubranche wieder in München. Auf der BAU, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, stehen zukunftsfähige Lösungen und Produkte für das Planen, Bauen und Sanieren im Mittelpunkt. Während Wohnungsbau, Infrastruktur und Sanierung unter hohem Kosten- und Zeitdruck stehen, steigen zugleich die Anforderungen an Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Produktivität. Die Messe greift diese Entwicklungen mit vier Leitthemen auf: „Lebensraum im Wandel“, „Material und Ressource“, „Digitalisierung und Produktivität“ sowie „Klimaschutz und Klimaanpassung“.
Klimaschutz und Klimaanpassung zusammendenken
Gebäude müssen künftig zweierlei leisten: Sie müssen deutlich weniger Treibhausgasemissionen verursachen und zugleich unter veränderten klimatischen Bedingungen funktionieren. Hitzeperioden und Starkregen stellen neue Anforderungen an Gebäude und Quartiere. Wie Klimaschutz und Klimaanpassung beim Weiterbauen im Bestand und bei der Planung neuer Gebäude zusammengeführt werden können, ist deshalb eines der zentralen Themen der BAU 2027.
Die Leitthemen der BAU 2027: Lebensraum im Wandel, Material und Ressource, Digitalisierung und Produktivität, Klimaschutz und Klimaanpassung.
Bild: Messe Muenchen
Gerade der Gebäudebestand wird dabei zum wichtigen Handlungsfeld. Energetische Sanierung und die Umstellung auf erneuerbare Wärme treffen auf Gebäude, die gleichzeitig an veränderte klimatische Bedingungen angepasst werden müssen. Laut der Prognos-Studie „Klimaangepasstes Bauen“ belaufen sich die notwendigen Investitionen im deutschen Gebäudesektor bis 2035 je nach Klimaszenario auf 137 bis 237 Mrd. €.
Für die TGA-Planung gewinnt insbesondere der sommerliche Wärmeschutz an Bedeutung. Verschattung, Speichermasse, natürliche Belüftung und Nachtkühlung beeinflussen, wie stark sich Innenräume aufheizen und welcher technische Kühlbedarf entsteht. Je mehr sich thermischer Komfort mit baulichen und passiven Mitteln erreichen lässt, desto geringer kann der zusätzliche Energiebedarf für aktive Kühlung ausfallen.
Auch der Umgang mit Starkregen erfordert eine frühzeitige Abstimmung zwischen den Gewerken. Retentionsdächer, Photovoltaik, Gebäudetechnik und Begrünung treffen auf begrenztem Raum. Werden Tragwerk, Dachaufbau, Abdichtung und Entwässerung früh aufeinander abgestimmt, können sich diese Funktionen ergänzen. Auf der BAU präsentieren Hersteller und Planende dazu konstruktive und technische Lösungen – von Gebäudehüllen, Sonnenschutz und Gebäudetechnik über Dach- und Fassadensysteme bis hin zu Regenwassermanagement und digitalen Planungswerkzeugen.
Digitalisierung und Produktivität
Ein weiteres Leitthema beschäftigt sich mit dem Wandel zu effizienteren, vernetzten und datenbasierten Planungs-, Bau- und Betriebsprozessen. Digitale Werkzeuge wie generatives Design, digitale Zwillinge und smarte Gebäudeinfrastruktur bieten Potenzial, dem Kosten- und Effizienzdruck zu begegnen.
Entscheidend sind dabei mehr digitale Kompetenz, eine bessere Integration der unterschiedlichen Systeme und moderne Genehmigungsprozesse. In Halle C5 werden unter dem Schwerpunkt „Digitale Lösungen powered by digitalBAU“ entsprechende Anwendungen vorgestellt.
Auch der Einsatz modularer und serieller Bauweisen wird auf der Messe weiter thematisiert. Der Ausstellungsbereich „Serielles und Modulares Bauen“ belegt einen Teil der Halle A2. Im Mittelpunkt stehen Ansätze, mit denen sich Bauprozesse vereinfachen, beschleunigen und wirtschaftlicher gestalten lassen.
Bestand und Ressourcen im Blick
Das Leitthema „Lebensraum im Wandel“ widmet sich Wohn- und Quartierskonzepten, die flexibel, barrierefrei, bezahlbar und für unterschiedliche Lebensphasen geeignet sind. Im Fokus stehen die bessere Nutzung bestehender Gebäude, die Umwandlung von Leerstand in Wohnraum sowie einfachere Bauprozesse.
Mit „Material und Ressource“ rückt zudem der verantwortungsvolle Umgang mit Baustoffen, Gebäudebestand und gebundener Energie in den Mittelpunkt. Wichtige Aspekte sind der Erhalt und die Umnutzung bestehender Gebäude, klimagerechte Materialentscheidungen und ressourcenschonende Bauweisen. Digitale Produktpässe, Materialkataster und Plattformen sollen dabei helfen, Baustoffe künftig gezielter wiederzuverwenden.
Lebensraum im Wandel
Das vierte Leitthema steht für Wohn- und Quartierskonzepte, die flexibel, barrierefrei, bezahlbar und für unterschiedliche Lebensphasen geeignet sind. Der Fokus liegt auf der besseren Nutzung bestehender Gebäude, auf der Umwandlung von Leerstand in Wohnraum sowie auf einfacheren Bauprozessen. Ziel ist es, schnelleren und wirtschaftlicheren Wohnraum zu schaffen, ohne Qualität und Lebensqualität aus dem Blick zu verlieren.
Neues Messeformat „BLACK BOX“
Erstmals findet auf der BAU 2027 das neue Format „BLACK BOX“ in Halle B0 statt. Anders als klassische Ausstellungsbereiche stellt es Bauprozesse in den Vordergrund und verbindet Aspekte wie Planung, Ausführung und Entscheidung. Ziel ist es, Lösungen entlang realer Prozesse, Schnittstellen und Anwendungen sichtbar zu machen und damit über die isolierte Produktpräsentation hinauszugehen.
Auch der Ausstellungsbereich Innenausbau feiert auf der BAU 2027 Premiere und wird einen Teil der Halle A4 belegen. Fachforen und weitere Veranstaltungen des Rahmenprogramms ergänzen die Ausstellung. Weitere Informationen sind auf der Webseite der Messe zu finden.
