Ausblick auf Technologie- und Digitalisierungstrends 2027:

KI in der Bauwirtschaft weiterhin im Pilotmodus

Die Studie von Bluebeam gibt einen Ausblick auf Technologie- und Digitalisierungstrends 2027.
Bild: Bluebeam

Die Studie von Bluebeam gibt einen Ausblick auf Technologie- und Digitalisierungstrends 2027.
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Bluebeam, einer der führenden Anbieter digitaler Lösungen für Produktivität und Zusammenarbeit in Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen (AEC) und Teil der Nemetschek Group, hat den „Building the Future: Bluebeam AEC Technology Outlook 2027 – Germany and Austria Edition“ veröffentlicht. Die Studie zeigt: Künstliche Intelligenz liefert in der Bauwirtschaft bereits messbare Vorteile. Der breite Sprung vom Pilotprojekt in den produktiven Einsatz bleibt jedoch aus.

Von den 350 befragten Technologie-Entscheiderinnen und -Entscheidern aus Architektur-, Ingenieur- und Bauunternehmen in Deutschland und Österreich setzen 26 % KI bereits in produktiven Arbeitsabläufen ein. Der Wert liegt damit in vergleichbarer Größenordnung zum Vorjahr (27 %). Nur 5 % der Unternehmen haben KI über mehrere geschäftskritische Workflows hinweg verankert. Weitere 36 % befinden sich noch in begrenzten oder experimentellen Pilotanwendungen.

Von der KI-Erprobung zur produktiven Anwendung

Von 350 befragten Technologie-Entscheiderinnen und -Entscheidern aus Architektur-, Ingenieur- und Bauunternehmen setzen 26 % KI bereits in produktiven Arbeitsabläufen ein.
Bild: Bluebeam

Von 350 befragten Technologie-Entscheiderinnen und -Entscheidern aus Architektur-, Ingenieur- und Bauunternehmen setzen 26 % KI bereits in produktiven Arbeitsabläufen ein.
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Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kosten nicht allein der Grund sind, warum viele KI-Initiativen bisher im Pilotstadium verharren. Hohe Implementierungskosten sind zwar die am häufigsten genannte Hürde – sowohl bei Unternehmen, die gerade erst mit KI beginnen (54 %), als auch bei Unternehmen, die KI bereits über das Pilotstadium hinaus skaliert haben (52 %). Auch fehlende interne KI-Kompetenzen werden von beiden Gruppen in ähnlicher Größenordnung genannt.

Die Unterschiede zwischen den KI-Startern und KI-Fortgeschrittenen liegen vielmehr an anderer Stelle: Unternehmen im Pilotmodus nennen deutlich häufiger Schwierigkeiten, geeignete Anwendungsfälle in der eigenen Firma zu identifizieren oder über den Experimentierstatus hinaus zu definieren (35 % gegenüber 22 %). Ebenso spielen Datenprobleme, so die Datenqualität oder der Datenzugang, bei Unternehmen, die mit KI erst gestartet sind, eine deutlich größere Rolle (15 % gegenüber 4 %).

Für jene, die KI erfolgreich in eine produktive Nutzung überführt haben, war vor allem die Integration in vorhandene Systeme und Werkzeuge ausschlaggebend: 49 % dieser Gruppe nennen sie als wichtigsten Erfolgsfaktor. Es folgen hochwertige Daten (34 %) und die Zusammenarbeit über Teams hinweg (30 %). Vertrauen in KI-Ausgaben erscheint dagegen nicht der zentrale Bremsschuh zu sein: Unter den 218 Organisationen, die KI nutzen, nennen lediglich 2 % mangelndes Vertrauen in Ergebnisse als Barriere; bei Unternehmen mit skalierter KI liegt dieser Anteil bei 0 %.

KI verbessert die Planbarkeit – aber nur selten die Baustellenrealität

Für eine nachhaltige Skalierung in der Zukunft sind vor allem Integration, Datenqualität und digitale Kompetenzen entscheidend.
Bild: Bluebeam

Für eine nachhaltige Skalierung in der Zukunft sind vor allem Integration, Datenqualität und digitale Kompetenzen entscheidend.
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Dort, wo KI produktiv eingesetzt wird, berichten die befragten Unternehmen über konkrete operative Effekte. 65 % der KI-nutzenden Organisationen nennen eine höhere Vorhersehbarkeit der Kosten im Projekt. 59 % sehen eine geringere administrative Belastung und 58 % berichten, Risiken und Probleme früher erkennen zu können.

Deutlich wird auch: KI wird derzeit vor allem in frühen und planungsnahen Projektphasen genutzt. 74 % setzen sie in der Planung ein, 69 % in der Kostenschätzung sowie 64 % in der frühen Entwurfsplanung und Modellierung. In den Baustellenprozessen ist die Verbreitung aktuell sehr viel geringer: Nur 13 % setzen auf die KI in der Bauausführung vor Ort, auf der Baustelle.

Ein heterogenes Bild zeigt sich auch bei den erzielten Effekten. Während KI hilft, Risiken früher sichtbar zu machen, können nur 18 % weniger Nacharbeit oder späte Änderungen bestätigen. Die Technologie unterstützt damit bislang vor allem (Kosten-)Prognosen und Projekttransparenz – der Übergang von der frühzeitigen Problemerkennung zur wirksamen Vermeidung im Projektablauf ist noch nicht flächendeckend gelungen.

Der Fachkräftemangel als digitaler Kompetenz-Engpass

Der Fachkräftemangel erhöht einerseits den Druck zur Digitalisierung, begrenzt aber gleichzeitig die Fähigkeit vieler Unternehmen, KI breit auszurollen. 87 % der Befragten geben an, dass Arbeitskräfte- und Kompetenzengpässe ihre Projektabwicklung beeinträchtigen. Als häufigste Folgen nennen betroffene Unternehmen eine höhere Belastung der eigenen Belegschaft (65 %), Verzögerungen im Projektverlauf (55 %) bei steigenden Projektkosten (44 %).

Besonders deutlich wird der Kompetenzengpass bei digitalen Fähigkeiten: 92 % der Unternehmen priorisieren die Kenntnisse im Umgang mit digitalen Tools bei der Einstellung neuer Mitarbeitender – zugleich geben 77 % an, diese Kompetenz sei besonders schwer zu finden. KI-bezogene Kenntnisse und wertvolle Erfahrungen werden von 71 % priorisiert, parallel aber von 57 % als schwer verfügbar eingestuft.

Reale Zusammenarbeit fördern statt Tool-Chaos erzeugen

Auch jenseits von KI bleibt die Interaktion von Menschen, mit Informationen und technischen Systemen eine zentrale Herausforderung. 41 % der Befragten nennen unzureichendes Dokumentenmanagement als häufigen Grund von Workflow- und Übergabeproblemen, 40 % verorten sie zwischen Büro und Baustellenteams und 39 % beim Übergang von der Planung zur Bauausführung.

Die Studie ergab aber auch, dass Unternehmen KI aktuell eher einsetzen, um ihre vorhandene Tool-Landschaft produktiver zu machen, als sie vollständig durch neue KI-gestützte Werkzeuge zu ersetzen. 42 % der Organisationen, die KI nutzen, automatisieren ihre Aufgaben innerhalb von einzelnen Anwendungen, 30 % verbinden und koordinieren Daten über bestehende Tools hinweg. Lediglich 28 % nutzen KI primär mit dem Ziel, mehrere Tools durch eine einzige Plattform zu ersetzen.

Den vollständigen Bericht „Ausblick auf Technologie- und Digitalisierungstrends 2027“ mit dem Blick nach Deutschland und Österreich finden Sie hier.

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