Recht & Beruf | Rationalisierung am Bau | 18.04.2018

Expertenforum BIM 2018

Status der BIM-Implementierung in Deutschland

Am 12. und 13. März 2018 veranstaltete die Hilti Deutschland AG das dritte Expertenforum zum Thema Building Information Modeling (BIM) in Frankfurt am Main. Namhafte Referenten aus Wissenschaft und Praxis beleuchteten den Status der BIM-Implementierung in Deutschland und präsentierten ihre Erfahrungen mit der BIM-Methode in Planung, Bauausführung und dem Betrieb von Gebäuden.

Mit der Digitalisierung in der Baubranche gewinnt das Thema BIM immer stärker an Bedeutung. Neue Methoden bei der Planung und Erstellung von Brauprojekten etablieren sich, Konzepte und Standardisierungen werden notwendig. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich alle Unternehmen der Bauindustrie dieser dynamischen Entwicklung stellen.

Hier setzte das Expertenforum an, das als Netzwerk-Plattform für den interdisziplinären Austausch konzipiert wurde. Nach einer internationalen Betrachtung des BIM-Ansatzes im letzten Jahr widmete sich das Expertenforum BIM 2018 dem Implementierungsfortschritt in Deutschland: Wie weit ist Deutschland mit der Einführung des BIM-Stufenmodels? Auf welche Vision wird hingearbeitet?

In verschiedenen Vorträgen wurde dargelegt, wie sich die Art des Bauens durch den Einsatz von BIM entlang der kompletten Wertschöpfungskette – vom Entwurf über die Planung, Ausschreibung, Vergabe und Ausführung bis hin zum Betreiben eines Bauobjekts – aktuell in Deutschland verändert.

Zunächst philosophisch näherte sich Prof. Dr. Gunter Dueck, freier Schriftsteller und Mathematiker, dem Thema Mensch und Innovationen und den Herausforderungen im Zuge von BIM.

Anschließend widmete sich Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Christoph van Treek, RWTH Aachen Lehrstuhl für Energieeffizientes Bauen, der Vision von BIM und den Trends im Bauwesen. Hiernach kommt der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) eine entscheidende Führungsrolle zu. BIM im Bauwesen erfordere strukturgebende Elemente und ein konzept-basiertes Vorgehen in der integralen Planung. So könne beispielsweise die Einführung eines Lastenheftes für Gebäude einen entscheidenden Schritt bedeuten.

Nach einer ersten Podiumsdiskussion, moderiert von BIM-Expertin Dr. Ilka May, ging es im zweiten Teil der Veranstaltung schwerpunktmäßig um die Integrale Planungsphase in BIM und die damit verbundenen rechtlichen Herausforderungen sowie die Honorierung von Planungsleistungen, die eine veränderte Arbeitsweise mit sich bringt.

Matthias Braun von Obermeyer Planen + Beraten GmbH zeigte, wie Planung mit der BIM-Methode aussehen kann. Anschaulich visualisierte er die integrale Planung anhand eines großen Bauprojekts in Dubai. Braun betonte auch, dass nicht BIM den Leistungsumfang in einem Projekt bestimme, sondern der Auftraggeber gemeinsam mit seinen beratenden und planenden Ingenieuren und Architekten.

Die rechtlichen Herausforderungen und Chancen von BIM wurden von Dr. Jörg L. Bodden von Kapellmann Rechtsanwälte beleuchtet. Zwar ist der Einsatz von BIM ab 2020 vertraglich vorgegeben, dafür anwendbare Normen und Standards werden derzeit erst aber erarbeitet. Allerdings betonte er auch, dass für den Einsatz der digitalen Planung mit BIM keine rechtlichen Hindernisse besehen.

Auf besonderes Interesse stießen die konkreten Projektbeispiele der Bauunternehmen Zechbau und Goldbeck, die bereits mit BIM-Methoden geplant wurden. Die Erfahrungen zeigen, dass – egal ob mit Open BIM oder Closed BIM – die Planung und der Bauablauf aufgrund der umfänglichen Datenerfassung und Dokumentation deutlich optimiert werden können. Klassische Baupläne sind hier wohl bald ein Relikt der Vergangenheit. Bereits in 2019 wird die Firma Goldbeck das erste Parkhaus ganz ohne Pläne bauen, die abgelöst werden von hochauflösend, visualisierten 3D-Modellen. Gedruckt, gescannt oder animiert: Die 3D-Modelle schaffen vielfältige Möglichkeiten: So kann man beispielsweise mit einer VR-Brille durch das Modell „fliegen“ (Gamification), Räume besichtigen oder Techniklösungen begutachten.

Abschließend wurde am Beispiel des Flughafens München die Sicht eines Gebäudebetreibers auf BIM fokussiert und im Vortrag von Dr. Jens Reiners, Geschäftsführender Direktor der Hilti Deutschland AG, die Fragestellung thematisiert, welche Rolle Hilti als Hersteller von Bauprodukten, Services und Softwarelösungen in allen Phasen der Wertschöpfungskette spielt.

Fazit
Mit den Methoden von BIM werden Bauprojekte besser steuer- und beherrschbar. Hierzu tragen insbesondere eine verbesserte und frühzeitige Planung, die Kooperation der unterschiedlichen Gewerke und eine zielgerichtete erfolgsorientierte Koordination des Bauablaufs bei. Herausforderung dabei ist nach wie vor, eine neue Form von Transparenz und Zusammenarbeit zu schaffen.

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