Wago hält Umsatzniveau

Elektrospezialist behauptet sich

Trotz der anhaltenden Eurokrise, zunehmender konjunktureller Schwankungen und eines starken Preisdrucks aus Fernost hat sich die Wago-Gruppe (www.wago.de) im Geschäftsjahr 2012 insgesamt gut behauptet. Der Umsatz des High-Tech-Unternehmens stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1 % von 565 auf 570 Mio. €. Auf dem Heimatmarkt Deutschland reduzierte sich der Umsatzanteil von 34 auf 31 %. Im übrigen Europa generierte das Unternehmen 40 % seines Geschäftes (2011: 39 %). Demnach bleibt Europa mit einem Umsatzanteil von insgesamt 70 % weiterhin der wichtigste Markt, auch wenn das Volumen leicht rückläufig ist (2012: 73 %). Während der global agierende Anbieter von Komponenten der elektrischen Verbindungstechnik und Automatisierungslösungen seinen Umsatz in Asien trotz des dort sehr starken Wettbewerbs mit einem Anteil von weiterhin rund 17 % festigte, verzeichnete er in Amerika eine Steigerung von 10 auf 12 %. Zum Stichtag 31. Dezember 2012 beschäftigte die WAGO-Gruppe weltweit ca. 5800 Mitarbeiter, das bedeutet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 200. Mehr als die Hälfte aller Mitarbeiter ist in Deutschland tätig: Am Stammsitz in Minden (Nordrhein-Westfalen) beschäftigt Wago ca. 1900 und im thüringischen Sondershausen ca. 1000 Menschen. Darunter sind 147 Auszubildende in Minden und 64 in Sondershausen. Das sind 20 Auszubildende mehr als im Vorjahr.

  

Hälfte der Investitionen in deutsche Standorte

Nachdem Wago im Jahr 2011 ungeachtet der gestiegenen konjunkturellen Unsicherheiten die Rekordsumme von über 90 Mio. € investiert hat, flossen im abgelaufenen Jahr weitere knapp 55 Mio. € in das Unternehmen – überwiegend in Gebäude sowie in Anlagen und Maschinen. Den Großteil der Investitionen – rund 33 Mio. € bzw. fast 60 % – tätigte das in dritter Generation geführte, unabhängig am Markt agierende Familienunternehmen nach wie vor in Deutschland. In Minden wurden 26 Mio. € investiert, am zweiten deutschen Produktionsstandort in Sondershausen, an dem auch das weltweite Logistikzentrum angesiedelt ist, 7 Mio. €.


Flexiblere Arbeitszeitmodelle

Trotz der insgesamt zufriedenstellenden Geschäftsentwicklung war 2012 nach Angaben der Unternehmensleitung „wie auch schon 2011 kein einfaches Jahr“. Wie die drei Geschäftsführer erklärten, habe sich die Investitionszurückhaltung in Europa infolge der Eurokrise erwartungsgemäß auf Auftragseingang und Umsatz ausgewirkt. Zudem verschärft sich in einem mehr oder weniger stagnierenden Marktumfeld der Preisdruck der Großkunden, da zunehmend qualifiziertere „Kopierer“ aus Asien mit immensen Stückzahlen das gesamte Preisniveau nach unten ziehen. Sven Hohorst: „Natürlich versuchen wir mit erheblichen Anstrengungen, diesem Druck mit unseren Innovationen entgegenzuwirken. Wir bekennen uns zum Standort Deutschland, was unsere Investitionen belegen. In Anbetracht der wirtschaftlichen Unsicherheit sind jedoch dringend flexiblere Arbeits-zeitmodelle erforderlich.“

Die Wago-Geschäftsführung ist bemüht, gemeinsam mit dem Betriebsrat und der IG Metall nach Lösungen zu suchen. Geschäftsführer Axel Börner verweist in diesem Zusammenhang auf die  deutsche Automobilindustrie, in der solche Beschäftigungsmodelle längst üblich sind. „Wir glauben, dass derartige Konzepte, die die Autobranche als Primus der deutschen Wirtschaft erfolgreich etabliert hat, auch für uns Vorbildcharakter haben können – sowohl im Produktions- als auch im administrativen Bereich.“ Ein immenser Vorteil hierbei sei, dass entgangenes Gehalt nicht wie im Fall von Kurzarbeit unwiederbringlich verloren ist, sondern auf dem persönlichen Pufferkonto „aufbewahrt“ wird. Hohorst weiter: „Das entscheidende Argument für ein solches Konzept ist jedoch, dass Krisen damit nicht so schnell zu einem Stellenabbau führen und wir somit einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigungssicherung leisten können.“

Energiesparende Produktionstechniken und Gebäudeautomatisierung

Wago möchte insbesondere zusätzliche Ingenieure für sich gewinnen, denen sich im Unternehmen die Perspektive bietet, neue Produkte und Lösungen für Zukunftsmärkte mitzugestalten. Eines der zentralen Zukunftsthemen für die Entwickler ist die effiziente Nutzung von Energie – sowohl im eigenen Betrieb als auch bei der Entwicklung von individuellen Kundenlösungen. Die beiden deutschen Produktionsstandorte in Minden und Sondershausen sind nach der internationalen Norm für Energiemanagementsysteme, der DIN EN ISO 50001, zertifiziert worden. Die mit der Zertifizierung beauftragten Auditoren des TÜV Süd bescheinigten Wago nicht nur die gelungene Einführung des Managementsystems, sondern darüber hinaus ein hohes Bewusstsein der Mitarbeiter für das Thema „Energieeffizienz“. Das Unternehmen setzt auf innovative, energiesparende Produktionstechniken und auch in der Gebäudetechnik werden Einsparpotentiale unter anderem durch moderne Haustechnik-Konzepte mit Wärmerückgewinnung effektiv genutzt.

Die im vorigen Jahr fertiggestellte neue „Denkfabrik“ für 250 Mitarbeiter aus der Entwicklung am Standort Minden ist mit Gebäudeautomation „made by Wago“ ausgestattet. Hier liegt der Energieverbrauch ganze 15 % unter den Forderungen der EnEV (Energieeinsparverordnung). Die in Deutschland geltenden hohen Standards bei der Energieeffizienz werden auch international umgesetzt. Dabei ist ein intensiver abteilungs- und werksübergreifender Erfahrungsaustausch wichtig, denn Energiemanagement wird bei Wago als Gemeinschaftsaufgabe verstanden. Trotz dieser erheblichen Bemühungen sieht sich das Unternehmen im Energiesektor aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) drastischen Kostensteigerungen ausgesetzt. Die Erhöhung der EEG-Umlage von 2012 auf 2013 um 47 % wird für WAGO nach aktuellen Verbrauchsprognosen im laufenden Jahr Mehrkosten von rund 600.000 € bedeuten. Durch die neue, im Energiewirtschaftsgesetz verankerte Offshore-Haftungsumlage kommt eine zusätzliche Mehrbelastung von 22.000 € auf das Unternehmen zu. Geschäftsführer Axel Börner: „Entgegen der häufig in der Presse zu lesenden Aussage werden die meisten Unternehmen durch diese Gesetzgebung belastet und nicht entlastet. Vorteile bieten sich nur für wenige, sehr energieintensive Betriebe.“

 

Lichtkonzept reduziert Energiebedarf für Beleuchtung

Wie bedeutsam das Thema Energieeffizienz für die gesamte Industrie ist,spiegeln die zahlreichen internationalen WAGO-Projekte in diesem Segment wider. So setzt Wago mit dem Kunden BMW gemeinsam Maßstäbe bei der Reduzierung des Energiebedarfs für Beleuchtung: In der Produktion des bayerischen Automobilherstellers  kommt seit Ende 2009 neues Lichtkonzept zum Einsatz, das den Energiebedarf für die Produktionsbeleuchtung um rund 30 % senkt. Grundlage hierfür bilden die Ethernet-Controller des "WAGO-I/O-Systems 750", die mit verschiedenen Busklemmentypen in den Schaltschränken der Produktionsgebäude untergebracht sind. Sie ermöglichen das automatisierte Dimmen der Beleuchtung in den Produktionshallen entsprechend der Beleuchtungsplanung. Die einfache Parametrierung der WAGO-Steuerung über den Internetbrowser hat die Inbetriebnahmezeit pro Lichtverteiler von damals mehreren Tagen auf heute wenige Stunden verkürzt. In weit über 100 Installationen hat sich der WAGO-Lichtverteiler an unterschiedlichsten Standorten der Unternehmensgruppe bewährt und wird jetzt von BMW zum unternehmensweiten Standard an allen Werksstandorten ausgebaut.

 

2013 moderates Wachstum erwartet

Wago hält an seiner Wachstumsstrategie fest und sieht das Potenzial, um in der Verbindungstechnik ebenso wie in der Automation weitere Marktanteile im Weltmarkt erobern zu können. Angesichts der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfordere dies aber Geduld und Durchhaltevermögen. Für das Jahr 2013 erwartet die Firmenleitung ein moderates Wachstum.

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