Erstes Brenstoffzellenheizgerät in Sachsen

Praxistest des ene.field-Projekts

Am 11. August 2014  wurde in Schildau ein Brennstoffzellen-Heizgerät von Vaillant (www.vaillant.de) mit einer Hochtemperatur-Brennstoffzelle (SOFC) von sunfire (www.sunfire.de) eingeweiht. Es ist die erste Anlage in Sachsen, die im Rahmen des europaweiten Brennstoffzellen-Praxistests ene.field installiert wurde.  In knapp 80 Haushalten, u.a. in einem Einfamilienhaus in Schildau, wird Vaillant die neue Technologie im Rahmen von ene.field in Betrieb nehmen.

Die Einweihung fand gemeinsam mit Vaillants langjährigen Partnerunternehmen sunfire und dem Energienetzwerk Energy Saxony, das sich für den verstärkten Einsatz von Brennstoffzellen-Heizgeräten einsetzt, statt. Die Anlage auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom und ist speziell für den Einsatz in Ein- und Zweifamilienhäusern konzipiert. Im Vergleich zu derzeit üblichen KWK-Systemen erzielt die Brennstoffzellen-Heizung eine deutlich höhere Effizienz, verringert die Energiekosten im Haushalt und reduziert den CO2-Ausstoß. Eingebaut wurde das System in Schildau durch die Firma Heizungstechnik Gerd Dorozalla aus Torgau.

 

Ein Beitrag zur Energiewende

Insbesondere in Dresden haben sich zahlreiche Unternehmen angesiedelt, die mit der Hocheffizienztechnologie Brennstoffzelle arbeiten. Das Dresdner Unternehmen sunfire ist der strategisch wichtigste Partner von Vaillant in diesem Bereich. „Mit sunfire haben wir einen hochkompetenten und äußerst engagierten Partner für die Entwicklung und Produktion von Stacks für unser Brennstoffzellen-Heizgerät gefunden. Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich zusammen“, so Dr. Jens Wichtermann, Direktor Unternehmenskommunikation der Vaillant Group. „Unsere derzeit laufenden Praxistests wie ene.field oder Callux zeigen hervorragende Ergebnisse. Unsere Kunden sind rundum zufrieden“, so Jens Wichtermann weiter.

VNG – die Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft hat den Einbau der Brennstoffzelle in Schildau über ihr Förderprogramm „Heizungskeller 2.0 – Innovation Brennstoffzelle“ unterstützt. Die Förderung ist für private Nutzer, Kleingewerbe und kleinere öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten konzipiert.

 

Kleine Zelle, große Wirkung

Das wandhängende Brennstoffzellen-Heizgerät erzeugt hocheffizient gleichzeitig bis zu 1 kW Strom und 2 kW Wärme. Das Herzstück des Systems bilden Hochtemperatur-Brennstoffzellen, die aus dem eingesetzten Erdgas oder Bio-Erdgas Wasserstoff gewinnen. Bei der anschließenden Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff entstehen Wärmeenergie und Gleichstrom. Beides wird direkt im Haushalt – ganz ohne Leitungsverlust – verwendet. Da sie sehr hohe Wirkungsgrade erzielen und nahezu geräuschlos arbeiten, gelten Brennstoffzellen als die Zukunft der Kraft-Wärme-Kopplung. Zudem kann eine Vielzahl von KWK-Anlagen zu einem „virtuellen Kraftwerk“ verbunden werden. Dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung kann damit eine wichtige Rolle bei der Ergänzung und Optimierung des bestehenden Energieversorgungssystems spielen.


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