Sanitärarmaturen für einen Berufsschulneubau

Hygiene und Wirtschaftlichkeit in Schulsanitärräumen

Mehr Platz für Bildung hat die Stadt Pforzheim im Zuge einer notwendigen Neustrukturierung der Alfons-Kern-Schule geschaffen. Planer und Bauherr legten besonderen Wert auf die städtebauliche Integration des Projekts sowie auf energie- und wassersparende Lösungen. Die Sanitär-Armaturen leisten hierbei einen wertvollen Beitrag.

Pünktlich zum Schuljahresbeginn im September 2009 wurden auf dem ehemaligen Parkhaus-Areal „Deimlingstraße“ vier hochmoderne Teilneubauten der gewerblichen Berufsschule in Pforzheim eröffnet. Das Projekt wurde im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Models (PPP) realisiert – auch als Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) bezeichnet – und erhielt schon kurz nach seiner Fertigstellung als erstes Schulprojekt in Baden-Württemberg den „Innovationspreis PPP 2009“.

Der Entwurf stammt von den Generalplanern agn Niederberghaus & Partner (www.agn.de), das Generalunternehmen BAM Deutschland AG (...

Pünktlich zum Schuljahresbeginn im September 2009 wurden auf dem ehemaligen Parkhaus-Areal „Deimlingstraße“ vier hochmoderne Teilneubauten der gewerblichen Berufsschule in Pforzheim eröffnet. Das Projekt wurde im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Models (PPP) realisiert – auch als Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) bezeichnet – und erhielt schon kurz nach seiner Fertigstellung als erstes Schulprojekt in Baden-Württemberg den „Innovationspreis PPP 2009“.

Der Entwurf stammt von den Generalplanern agn Niederberghaus & Partner (www.agn.de), das Generalunternehmen BAM Deutschland AG (www.bam-deutschland.de) realisierte das PPP-Projekt innerhalb von 18 Monaten. In der Gemeinschaft mit Müller-Altvater Gebäudemanagement und Babcock & Brown übernahm die BAM die Ausführungsplanung, den Bau und die Gebäudebewirtschaftung auf 30 Jahre. Über diesen Zeitraum hinweg mietet die Stadt Pforzheim das Schulgebäude sowie den Schulbetrieb, bleibt aber Grundstückseigentümer. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit erfolgt der Besitzübergang der Schulgebäude an die Stadt. Das PPP-Modell ist somit gleichermaßen für den Investor wie auch für die öffentliche Hand profitabel.

 

Stimmiges Gesamtkonzept

Da die Nachhaltigkeit beim Neubau von Schulen eine besondere Rolle spielt, müssen Bauherren und Planer von Schulgebäuden durchdachte Planungsansätze verfolgen – in Bezug auf die Architektur und Außengestaltung, Ausstattung, Einrichtung sowie auf technische Anlagen. In Pforzheim gelang eine sensible städtebauliche Einbindung der neuen Baukörper auf dem dreieckigen Grundstück mit einem zentral angelegten Schulhof als identitätsbildende Mitte. Ansprechende Fassadenfarben und viel Glas verleihen den Neubauten der Alfons-Kern-Schule dabei eine hohe Lebendigkeit, die nicht an Ernsthaftigkeit und konzeptioneller Schärfe verliert.

 

Frischluft für die Schüler

Bei der TGA-Planung setzen die Verantwortlichen auf die Nutzung natürlicher Ressourcen und Umweltenergien. Sie entwickelten ein innovatives Heiz- und Klimakonzept, das die Energie-, Wasser-, Wartungs- und Instandhaltungskosten auf Dauer erheblich reduziert. Der ausführende Fachbetrieb Essenpreis Haustechnik aus Östringen war maßgeblich an der Umsetzung beteiligt.

Beheizt werden die Gebäude durch thermische Bauteilaktivierung (BTA) mit Luft als Heiz- bzw. Kühlmedium. Sie zirkuliert in den Rohrleitungen der massiven Geschossdecken. Die für das Komfort-Empfinden und für die Leistungsfähigkeit der Schüler wichtige Frischluft-Versorgung erfolgt über eine kontrollierte Be- und Entlüftung der Räume, die den Heizwärmebedarf aufgrund der Wärmerückgewinnung im Vergleich zur konventionellen Fensterlüftung erheblich senkt. Zur Effizienzsteigerung der Lüftungsgeräte wurde das Abluftsystem an Sole-Erdwärmetauscher gekoppelt. Sie verwenden die übertragene Temperatur des Erdreichs im Winter zur Vorwärmung. Im Sommer lässt sich die Raumlufttemperatur durch die Zulufttemperatur des Wärmetauschers somit kostensparend senken.

Hygienische Sanitärbereiche

Die Sanitärbereiche sind unauffällig und zweckdienlich konzipiert, unter technischen Gesichtspunkten betrachtet jedoch hochwertig ausgestattet. Vom Armaturenhersteller Schell (www.schell.eu) wählten die Planer und der Betreiber gemäß der ausschlaggebenden Kriterien Hygiene, Optik, Funktionssicherheit, Wassereinsparung, Wirtschaftlichkeit und Beständigkeit die robusten Dusch-Armaturen „Linus SC“ mit Selbstschluss-Funktion sowie elektronische Waschtisch-Armaturen „Puris E“ mit 230 V-Netzanschluss. Beide Armaturen-Typen ermöglichen die für den Schulbetrieb wichtige thermische Desinfektion, die in allen Sanitärbereichen in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird und Schülern und Lehrern dauerhafte Sicherheit vor Keimen und Bakterien – insbesondere Legionellen – garantiert. In den Schulferien wird diese vorbeugende Desinfektionsmaßnahme jeweils am letzten Wochentag vor Schulbeginn durchgeführt.

Die Waschtisch-Armaturen „Puris E“ gewährleisten aufgrund der berührungslosen Nutzung ein sehr hohes Maß an Hygiene. Dies ist besonders deshalb wichtig, weil neben Auszubildenden in Berufen der Kraftfahrzeug-, Installations- und Metallbautechnik auch Schüler in Körperpflegeberufen und der Nahrungsmitteltechnik unterrichtet werden. Bäcker und Fleischer lernen hier ihr Handwerk – in Theorie und Praxis. Die berührungslose Anwendung von „Puris E“ dient den Schülern somit als anschauliches Beispiel, wie vorbildliche Hygiene funktioniert. Um eine mögliche Keimbildung an selten genutzten Waschplätzen während des Schulbetriebs sowie auch in Ferienzeiten zu unterbinden, verfügt die Armatur zusätzlich über ein automatisches Hygienespülprogramm, das 20 s anhält und sich stets 24 h nach der letzten Spülung oder Benutzung wiederholt.

Bei der Dusch-Armatur „Linus SC“ wurde die Betätigungsplatte in der vandalensicheren Edelstahlausführung gewählt, da sich die hochentwickelte Technik unmittelbar dahinter in der Wand befindet. Alle Bedienelemente sind aus verchromtem Messing. Die „Linus SC“ verfügt über eine zuverlässige Kartuschentechnik und überzeugt durch einen sehr kurzen Auslöseweg und ein angenehm leichtes Drehverhalten beim Thermostatregler. Ein fester Anschlag im Regler sichert zum Schutz vor Verbrühung die in Schulen erlaubte Maximaltemperatur. Sie darf laut Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) die Auslauftemperatur von 45 °C nicht überschreiten. Aufgrund der stufenlos variablen Laufzeiteinstellung zwischen 10 und 30 s stehen bei der „Linus SC“ Wassereinsparung und Komfort in sinnvoller Balance.

Nachhaltiger Umgang mit Trinkwasser

In puncto Energieeffizienz und Trinkwassereinsparung gingen die Planer der Alfons-Kern-Schule über die gesetzlichen Anforderungen hinaus: Das warme Wasser für Duschen und Waschtische erzeugt eine solarthermische Anlage, hochentwickelte Armaturentechnik – unter anderem von Schell – reduziert dabei den Gesamtverbrauch. Oberflächenwasser aus Regenergüssen und Schneeschmelze wird in unterirdischen Behältern bevorratet und als so genanntes Grauwasser überall dort verwendet, wo keine Trinkwasserqualität erforderlich ist – für WC- und Urinalspülungen.

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