Recht & Beruf | Betreiben und Contracting | 15.02.2016

Energiespar-Contracting

Mehr Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden

§ 3 Abs. 3 des Energiedienstleistungs-Gesetzes weist dem Öffentlichen Sektor bei der Verbesserung der Energieeffizienz eine besondere Vorbildfunktion zu. Zwar hat der öffentliche Sektor einen geringen Anteil am gesamten Endenergieverbrauch in Deutschland, dennoch bestehen im Bereich der energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude erhebliche Energieeinsparpotentiale. Aufgrund knapper Kassen der Kommunen bietet es sich an, für die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude einen Experten (Contractor) einzuschalten.  
Beim Contracting übernimmt ein Energielieferant die Versorgung einer Liegenschaft mit der benötigten Energie (www.energiesparcontracting.de). Der Auftrag kann die Lieferung von Kälte, Wärme, Strom, Druckluft oder anderer Formen von Energie umfassen. Der Bezug von Energie über einen Dritten (Contractor) kann für den Kunden (Contractingnehmer) verschiedene Vorteile haben. Dazu gehört u.a., dass keine Investitionen in die Energieanlage getätigt werden müssen und die freiwerdenden Mittel an anderer Stelle verwendet werden können. Außerdem können ökologische und ökonomische Potentiale freigesetzt werden, welche der Immobilieneigentümer unter Umständen nicht nutzen würde.
 
Öffentliche Auftraggeber sind verpflichtet, eine öffentliche Ausschreibung vorzunehmen. Da es bei der Ausschreibung viele Fallstricke und Besonderheiten gibt, hat der VfW einen kostenlosen Leitfaden für die Ausschreibung von Contracting-Projekten entwickelt. Kommunen und Entscheider in öffentlichen Gebäuden, die auf eine Contracting-Lösung umsteigen möchten, sollten unbedingt einen ausgebildeten Projektentwickler hinzuziehen, damit auf die jeweils individuellen Bedingungen ein ideales Konzept erstellt wird und eine darauf aufbauende Ausschreibung entwickelt wird.
 
Seit dem 1. Januar 2015 bietet das BAFA ein Förderprogramm für Beratungen durch Projektentwickler zum Energiespar-Contracting an. Es soll die Planung für den Einsatz und Betrieb hochenergieeffizienter Anlagentechnik in Kommunen oder Unternehmen voranbringen. Antragsberechtigt sind Städte, Gemeinden, Landkreise, gemeinnützige Organisationen, anerkannte Religionsgemeinschaften sowie Unternehmen die sich mehrheitlich in Privateigentum befinden. Gefördert werden sollen Projektentwickler, welche u.a. Kommunen bei der Entwicklung und Ausschreibung von Contracting-Projekten beraten.

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  • Heft 07 - 08 /2016

    Rigolentunnel für Industrie und Gewerbe – Unterirdische Versickerung mit statischer Versicherung

    Der Wasserkreislauf des Niederschlagswassers soll geschlossen werden, auch im Siedlungsgebiet. Mitgeführte Schadstoffe aus dem Oberflächenabfluss gehören nicht ins Grundwasser. Bei großen Objekten in Industrie und Gewerbe sind die dafür erforderlichen Grünflächen oft nicht ausreichend vorhanden. Hier darf die Regenwasserbehandlung alternativ nach DIBt geprüften, für die Einleitung in Gewässer maßgeblichen Kriterien erfolgen. Idealerweise beginnt dies bereits oberflächennah in Kastenrinnen. Retention bei Versickerung und verzögerter Ableitung kann Flächen sparend im Untergrund stattfinden. Dafür stehen Rigolentunnel zur Verfügung.

    (Foto: Birco)

  • Heft 09 / 2016

    Barrierefreiheit in öffentlichen Sanitärräumen – Aspekte der Gestaltung

    Der demografische Wandel, einhergehend mit einer wachsenden Zahl von bewegungseingeschränkten und pflegebedürftigen Menschen sowie die immer umfangreicheren gesetzlichen Regeln in allen EU-Staaten stellen Betreiber von öffentlichen Sanitärräumen vor hohe Herausforderungen. Um möglichst allen Besuchern Zugang zu Sanitärräumen zu gewähren, müssen insbesondere öffentliche Gebäude diese barrierefrei gestalten.

    (Foto: Kuhfuss Delabie)

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