Gebäudeautomation/ MSR | News | 24.02.2017

Im Gespräch mit: Frank Molliné

Bei der Verbrauchsmengenerfassung zählt Systemkompetenz

  • Frank Molliné ist Unternehmensgründer und Geschäftsführer der WDV-Molliné in Stuttgart. Fotos: WDV-Molliné

  • Frank Molliné sagt: „Es geht nicht nur um Messtechnik für Energie oder Prozesse, sondern es geht um die Beherrschung komplexer Systeme und die qualifizierte Auswertung solcher Daten. Und genau das ist Kernkompetenz von WDV-Molliné.“ Foto: WDV-Molliné

Als Partner für eine präzi­se Verbrauchsmengen­erfassung in Heizung und Sanitär, aber auch fast allen industriellen Anwendungen steht mit WDV-Molliné seit über 20 Jahren ein professioneller Partner an der Seite von Immobilienwirtschaft, Pla­nungsbüros, Betreibern und ausführenden Unternehmen. Aber es gilt auch: In der Mess- und Systemtechnik für Wärme, Wasser, Kälte und Energie gibt es aktuell viel Bewegung. Drei Jahre nach dem letzten Interview stellte sich Unternehmens­gründer und Geschäftsführer Frank Molliné daher erneut Fragen der tab-Redaktion.

tab: Die Basis für ein zielführendes Energiemanagement ist die MSR-Technik, also die möglichst präzise und lückenlose Erfassung von Verbrauchsdaten und deren Auswertung. Wie viel Know-how ist aus beiden Bereichen – dem Energiemanagement und der MSR-Technik – letztlich notwendig, um den Kunden heute praxisgerechte Lösungen anbieten zu können?

Frank Molliné: Die Zusammenarbeit mit unseren Kunden, beispielsweise produzierenden industriellen Großbetrieben, ist sehr eng – und muss es auch sein. Denn externe Energieberater oder interne Beauftragte für das Energiemanagement legen in der Regel fest, welche Energieverbräuche in welchen Schritten unter die Lupe genommen werden sollen. In den meisten Fällen beginnen Unternehmen dann, die Querschnittstechnologien en Detail zu erfassen. Also die Energieaufwendungen für die übergeordnete Versorgung mit Wärme, Kälte, Licht, Druckluft und ähnlichem. Doch an welchen Stellen im Versorgungsnetz können mit welchen Messgeräten und Zählern dafür die notwendigen Daten ermittelt werden? Ein solches Messstellenkonzept zu erarbeiten, ist dann das Know-how von WDV-Molliné.

Hinzu kommt im nächsten Schritt die Herausforderung, die Daten zuverlässig zu übertragen und zu analysieren. Welche Übertragungsprotokolle sind gefordert, machen Gateways Sinn? Ist Funk- oder Drahtübertragung oder eine Kombination davon die wirtschaftlich und technisch beste Wahl? Sollen die Daten mit einem neuen System ausgewertet werden oder in eine bestehende Gebäudeautomation einfließen? Für diese und weitere Fragen ermitteln unsere Techniker die passenden Antworten. Denn nur, wenn die richtigen Verbrauchsdaten geliefert werden, kann das Energiemanagement die optimalen Effizienzmaßnahmen einleiten.
Und damit schließt sich wieder der Kreis – und die Antwort lautet: Wir brauchen in beiden Bereichen – dem Energiemanagement und der MSR-Technik –gleichermaßen das umfassende Know-how, um im Sinne unserer Kunden solche zukunftssicheren Konzepte anbieten zu können.

 

tab: Die Ziele der Energiewende sind nicht erreichbar, wenn die vorhandene Energie nicht effizienter als bisher genutzt wird. Auch in der Bundesregierung steht das Ziel Energieeffi-zienz künftig im Vordergrund. Welchen Beitrag kann hier die Mess- und Systemtechnik, wie Ihr Unternehmen sie anbietet, leisten?

 

Frank Molliné: Es sind viele Beiträge, von denen ich hier aber nur zwei herausstellen möchte: erstens die Wirtschaftlichkeit, und zweitens die Nachhaltigkeit. Das heißt: Mit einer exakten Verbrauchs- und somit Energiekostenerfassung lässt sich die Amortisation von Effizienzmaßnahmen belastbar prognostizieren. Viele Unternehmen sind in der Folge dann überrascht, wie kurzfristig sich solche Investitionen rechnen – und entsprechend schnell dazu bereit, geeignete Optimierungsmaßnahmen vorzunehmen. Den Aspekt der geforderten Nachhaltigkeit erfüllt die Mess- und Systemtechnik von WDV-Molliné, weil Änderungen im Verbrauchsverhalten, am Gebäude oder der Anlagentechnik über das Energiemonitoring auch weiterhin sofort sichtbar werden. Wenn erforderlich, kann dann umgehend gegengesteuert oder nachjustiert werden.

tab: Welche Aufgabenstellungen deckt ihr Unternehmen dabei besonders gut ab?

Frank Molliné: Generell ist WDV-Molliné spezialisiert auf Zähl- und Messaufgaben rund um alle gängigen Energieträger und Medien – von Strom bis Öl, von Druckluft bis Dampf und vieles mehr. Die Aufgabenstellungen variieren schließlich von Branche zu Branche und von Kunde zu Kunde. Ziel muss es für uns also sein, sämtliche Verbräuche qualifiziert erfassen zu können – und das kann nur ein Komplettanbieter, wie wir es sind.

Was uns vom typischen Großhandel oder anderen Anbietern außer der kurzfristigen Lieferfähigkeit einer enormen Bandbreite an Zählern noch unterscheidet, ist die Beratungskompetenz bei der Auswahl geeigneter Zähler und die Unterstützung des Fachhandwerks bei der Zählermontage.

Ein drittes Kompetenzfeld, das zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Systemtechnik. Unsere Techniker realisieren beispielsweise vor Ort eine gesicherte Datenübertragung. Das ist gerade in Bestandsgebäuden oftmals eine besondere Herausforderung. Was zählt, ist also die medien- und geräteübergreifende Systemkompetenz, durch die wir uns ganz klar vom Wettbewerb absetzen.

tab: Vor einigen Jahren wurde das Thema „Smart Metering“ noch sehr hoch bewertet. Wie sehen aktuelle Trends hier aus?

 

Frank Molliné: Im gewerblichen Bereich wird sich das Energiemonitoring über „Smart Meter“ durchsetzen, auch dort, wo es nicht gesetzlich verpflichtend ist. Denn jeder gesparte Euro Energiekosten ist automatisch ein echter Gewinn. Vor allem, weil in modernen Gebäuden in der Regel schon eine Gebäudeautomation vorhanden und damit ein Energiemonitoring recht einfach umzusetzen ist. Die Ergebnisse werten hier jedoch Fachleute aus. In Privathaushalten ist das aber nicht so und somit der Effekt nicht immer gegeben. Manche Mieter oder Eigentümer wünschen sich dennoch eine Darstellung der Verbrauchswerte in Echtzeit. Die Infrastruktur des „Smart Home“ wird dies künftig auch ermöglichen, aber es haben sich noch keine Standards herausgebildet. Autarke Monitoringsysteme sind hier eher unwirtschaftlich.

Ein monatlicher Report der Zählerstände inklusive Verläufe ist aber heute schon einfach möglich – per Zähler mit Fernauslesung in Verbindung mit unserem Ablesedienst oder auch unserer Software für die Erstellung der Verbrauchskostenabrechnung in Eigenregie. Ob der Wohnungsnutzer es schätzt, solche Zwischenstände beispielsweise per E-Mail zu erhalten, muss der Vermieter dann nur noch ausprobieren bzw. im Einzelfall abfragen.

tab: Herr Molliné, wir bedanken uns für diesen tiefen und fachkundigen Einblick in die Welt der Verbrauchsmengenerfassung und ihre Bedeutung für den weiteren Weg in eine energieeffiziente Zukunft.

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