Elektro/Licht/Sicherheit | Fachartikel | 30.03.2017

Exklusiver Onlinebeitrag: Mit KNX-Technik zum Nullenergiegebäude

Effiziente Lichtsteuerung im Ingenieurbüro Sulzer

Moderne Planung der technischen Gebäudeausrichtung ist seit über 20 Jahren das Erfolgsrezept des Ingenieurbüros Sulzer in Vogt. Das Familienunternehmen mit 40 Mitarbeitern hat sich mit technischen Ingenieurdienstleistungen wie Planung, Beratung und Bauleitung etabliert. Für den eigenen Neubau haben sich die Ingenieure hohe Ziele gesteckt: Geplant wurde ein Nullenergiegebäude, das nachweisbar nicht mehr Energie verbraucht als es erzeugt.

  • Das Ingenieurbüro Sulzer baute ein Nettonullenergiegebäude als Firmensitz Foto: Martin Rudau für IB Sulzer

  • Bei der Beleuchtung wurde auf LED und KNX gesetzt. Foto: Martin Rudau für IB Sulzer

  • Präsenzmelder übernehmen die Regelung der Beleuchtungsstärke.

  • Zum Beleuchtungskonzept gehört auch die Außenbeleuchtung. Foto: Martin Rudau für IB Sulzer

Um das ehrgeizige Ziel, ein Nullenergiegebäude zu errichten, erreichen zu können, wurde in allen Bereichen neueste Technik eingesetzt. Das Bürogebäude verfügt über eine Solaranlage und eine Wärmepumpe, um Energie zu gewinnen. Um Energie zu sparen, ist das Gebäude mit einem KNX-System ausgestattet. Ein besonderes Augenmerk bei der Optimierung des Stromverbrauchs lag in der Planung auf der intelligenten Lichtregelung, denn die Beleuchtung allein kann einen großen Anteil am Gesamtstromverbrauch in Gebäuden ausmachen.

 

LED-Technik per KNX

Sämtliche Leuchten im Bürogebäude sind mit moderner LED-Technik ausgestattet. An die in das KNX-System eingebundene Beleuchtungsregelung wurden hohe Anforderungen gestellt. Ein Knackpunkt war die Mischlichtregelung, bei der nur so viel künstliches Licht zugedimmt wird, wie dem Tageslicht fehlt um einen vorgegebenen Lichtwert am Arbeitsplatz zu erhalten. Für die Umsetzung wurde nach Präsenzmeldern gesucht, die eine zuverlässige Lichtmessung bieten, die über die Standardlichtmessung weit hinausgeht. Die Lösung lieferte schließlich der Präsenzmelder-Experte B.E.G. (www.beg-luxomat.com): „B.E.G. hatte von Anfang an ein offenes Ohr für unsere Wünsche. Nach intensiven Gesprächen mit unserem B.E.G. Außendienstberater Klaus Geberl und dem KNX-Produktmanager Christoph Börsch wurde uns von B.E.G. eine individuelle Sonderlösung für unser Gebäude angeboten.“ berichtet Bauherr Harald Sulzer.

 

Präsenzmelder mit Lichtfühlern

Für die noch exaktere Lichtmessung wurden die KNX-Präsenzmelder bei B.E.G. zusätzlich mit einem außenliegenden Lichtfühler ausgestattet. Dieser kann dann unabhängig von dem eigentlichen Melder ausgerichtet werden, so dass die Bewegung über dem Bewegungsbereich/Schreibtisch und die Helligkeit im dunkelsten Bereich des Raumes erfasst werden kann. Die Lösung wird bald für alle B.E.G.-Kunden verfügbar sein: „KNX-Präsenzmelder mit außenliegenden Lichtfühler bieten wir mit der KNX Generation 6 in unserem Standardsortiment an“, informiert B.E.G.-Geschäftsführer Friedrich Brück.

Im Zusammenspiel mit weiteren Komponenten bilden die Präsenzmelder in allen Bereichen des Sulzer-Verwaltungsgebäudes eine energieeffiziente Steuerung. In den Einzelbüros wird die Beleuchtung über einen Taster an der Türe aktiviert. Der Präsenzmelder „PD11-KNX“ übernimmt die Regelung der Beleuchtungsstärke im Raum auf 500 Lux. Durch seine sichtbare Aufbauhöhe von gerade einmal 0,85 mm ist er an der Decke nahezu unsichtbar, erfasst aber dennoch zuverlässig selbst kleinste Bewegungen. Abhängig von der Sonneneinstrahlung regelt er nur so viel Kunstlicht hinzu, wie in dem Moment benötigt wird um 500 Lux zu erreichen. Wenn der Präsenzmelder für 10 min keine Person mehr detektiert, so schaltet er die Beleuchtung aus. Die Temperatur und der Sonnenschutz werden über ein separates Bediengerät an der Türe manuell gesteuert.

Für die Beleuchtung in den Großraumbüros wurde extra eine KNX-Bediensoftware auf den Rechnern der Mitarbeiter installiert. Die Mitarbeiter aktivieren bei Bedarf die Beleuchtung, ab diesem Moment übernehmen Präsenzmelder, in diesem Fall „PD2-KNX“, die tageslichtabhängige Regelung mit denselben Parametern wie in den Einzelbüros. Der Sonnenschutz wird in den Großraumbüros ebenfalls über die Software bedient. In den Fluren muss das Licht nicht extra aktiviert werden, die Präsenzmelder schalten bei erkannter Bewegung automatisch das Licht ein. Hierfür wurden „PD4-KNX“ verwendet, die durch ihren großen Erfassungsbereich weite Bereiche abdecken. In den nicht dauerhaft besetzten Räumen wie den Technikräumen und dem Materiallager sind Bewegungsmelder ohne KNX-Verbindung installiert. Diese schalten zuverlässig das Licht, wenn es dort benötigt wird.

 

Außenbeleuchtung

Zum Gesamtbeleuchtungskonzept der Planer gehörte auch der Außenbereich. Die Fassade wird auf Höhe des 2. Stocks mit fünf LED-Strahlern angeleuchtet, so dass das Firmenlogo weithin sichtbar ist. Auf der Höhe des Erdgeschosses  sind die Eingangsbereiche noch einmal separat beleuchtet, um einen sicheren Gang bei Dunkelheit zu gewährleisten. Um auch hier Energie nur bei Bedarf zu verbrauchen, wird der Außenbereich durch vier „RC-plus next“-Außenbewegungsmelder abgedeckt. Durch den 360° Unterkriechschutz stellen die Melder außerdem sicher, dass kein Unbefugter sich unbemerkt dem Gebäude nähern kann. Am Eingang des Gebäudes ist zentral ein KNX-Touchpanel angebracht, hier kann zum Feierabend auf einen Blick gesehen werden, ob alle Fenster im Gebäude geschlossen sind und ob sich noch ein Mitarbeiter im Gebäude aufhält. Außerdem kann hier für jeden einzelnen Raum im Gebäude die Beleuchtung, der Sonnenschutz und die Temperatur bedient werden.

 

Fazit

Dass das Gesamtkonzept des Null-Energie-Hauses im Verwaltungsgebäude der Firma Sulzer aufgeht, kann jederzeit live nachverfolgt werden: alle Werte aus Erzeugung und Verbrauch werden in Echtzeit auf der Homepage www.ibsulzer.eu angezeigt.

Autor: Christoph Börsch, Produktmanager KNX der B.E.G. Brück Elektronik GmbH

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