1. Industrieforum in Allendorf

Zu Besuch bei Viessmann

Am 24. und 25. September 2014 veranstaltete Viessmann das 1. Industrieforum am Firmenstandort in Allendorf. Zentrales Thema der zahlreichen Branchenexperten war die Energiewende und mit welchen Lösungen sie erreicht werden kann. Da in der öffentlichen Diskussion der Politik häufig die Energiewende nur aus dem Strommarkt zu bestehen scheint, war auch ausdrücklich der Wärmemarkt Thema.   

Am 24. und 25 September 2014 trafen sich Branchenexperten beim 1. Industrieforum von Viessmann in Allendorf, um Lösungsansätze zur Energiewende zu diskutieren. Über 150 Marktpartner des Veranstalters nahmen dabei an der Veranstaltung teil. Es zeigte sich, dass der Energieeffizienz eine gewichtige Rolle zufällt und bei Industrie, Gewerbe und Kommunen noch hohe Potentiale schlummern. Dabei sind nicht einzelne Produkte, sondern individuelle Systeme und Komplettlösungen zur dezentralen Prozess- und Wärmeenergie-Erzeugung gefragt

 

Das umfassende Vortragsprogramm stellte verschiedene Projekte und Lösungsansätze vor. Dr. Volker Kienzlen, Geschäftführer der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Würtemberg GmbH, referierte zum Thema „Die Energiewende in der Industrie“ und zeigte gleich zum Anfang der Veranstaltung einige wichtige Punkte der Problematik auf. Er wies z.B. darauf hin, dass bei eingesetzten Anlagen häufig die kurzfristigen Investitionskosten und nicht die Lebensdauerkosten im Fokus stehen. Zudem werden Betriebsgelände und deren Anlagen häufig nicht unter ganzheitlichen energetischen Gesichtspunkten betrachtet. So könne es sein, dass an einer Stelle des Firmengeländes kostenlos zur Verfügung stehende Abwärme abgeführt wird, an anderer Stelle muss Wärme teuer erzeugt werden. So werde z.B. noch viel zu selten die Abwärme von Druckluftanlagen genutzt.

Weitere Vorträge der Veranstaltung behandelten Themen wie „Industrielle Energieversorgung mit Biomasse“ (Ernst Haile, Prolignis Energie Consulting GmbH), „Innovative Konzepte zur Strom- und Wärmeerzeugung mit Biomasse“ (Frank Huckschlag, Seeger Engineering AG), „Multivalente Nahwärmeversorgung und Quartierskonzepte“ (Marco Ohme, Viessmann Deutschland GmbH) und „Industrielle Energieerzeugung mit Gasturbine und Abhitzekessel“ (Dr. Stefan Döring, Plant Engineering GmbH“. Beim Referat von Heiner Twachtmann, Flowserve Gestra, berichtete der Manager der Gestra Akademie zum Thema „Dampfnetze und Kondensatwirtschaft“. Er gab den Tipp: Im Kondensat steckt der meiste Gewinn. Markus Böhm schloss den ersten Veranstaltungstag mit seinem Vortrag zu „Energieeffiziente Anlagentechnik“.

Den Auftakt des zweiten Veranstaltungstages bildete der Vortrag von Prof. Timo Leukefeld aus Freiberg mit dem pointierten Titel „Intelligent verschwenden – neue Wege im Umgang mit Energie“. Der Experte für energetisches Wohnen in der Zukunft und Energiebotschafter der Bundesregierung zeigte verschiedene Möglichkeiten der dezentralen Energieversorgung in der Industrie auf. Wolfgang Sturm, BLS Energieplan GmbH, berichtete über die „Neue Energiezentrale für einen Automobilhersteller“, bevor Harald Breuer die große Bedeutung des Dienstleistungsbereiches im Energiesektor thematisierte. Der Geschäftsführer der Hestia Service GmbH machte klar, dass der Service ein unverzichtbarer Baustein für das Funktionieren einer effizienten Energieversorgung ist. Besonders in der Industrie seien beim Thema Energieerzeugung vorbeugende Instandhaltung sowie schnelle und kurze Reparaturzeiten enorm wichtig, so Harald Breuer.

Zum Thema „Energieeinkauf in der Industrie“ referierte anschließend Florian Ilmberger, eta Energieberatung GBr. Nachdem Dr. Roland Kopetzky, Lava GmbH & Co. KG über Entwicklungen bei der „Betriebsdatenerfassung“ sprach, zeigte Wolfgang Jaske, Geschäftsführer der Jaske & Wolf Verfahrenstechnik GmbH, wie man Abwasserströme industrieller Prozesse zur Wärmerückgewinnung nutzen kann. So sei es möglich, mittels selbstreinigender Wärmetauscher und Wärmepumpen wertvolle Abwärme zurückzugewinnen. Unter dem Titel „Elektro-Dampferzeugung“ bot Harald Neuer, GEF Ingenieur AG, „Eine Alternative als Regelenergie“ und schloss damit das Vortragsprogamm ab.

Referenten und Besucher hatten im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung die Möglichkeit, an einer Besichtigung der Energiezentrale des Werks Allendorf teilzunehmen. Dort wurde am praktischen Beispiel gezeigt, wie in einem Industrieunternehmen die Energieeffizienz gesteigert und die Nutzung erneuerbarer Energien ausgebaut werden kann.

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